Biathlon-Weltcup in Antholz: Trifft Neuner wieder die richtigen Scheiben?
zuletzt aktualisiert: 19.01.2012 - 10:10Antholz (RPO). Mit dem Weltcup im italienischen Antholz steht für die deutschen Biathleten die dritte und letzte Station im Januar auf dem Programm. Während Olympiasieger Michael Greis sein Comeback gibt, brennt Magdalena Neuner darauf, ihren Fauxpas von Nove Mesto vergessen zu machen.
Für Magdalena Neuner schließt sich ein Kreis. Zum letzten Mal wird die Biathlon-Rekordweltmeisterin in den nächsten Tagen beim Weltcup im italienischen Antholz an den Start gehen. Vor fünf Jahren erblickte dort mit drei Weltmeistertiteln "Gold-Lena" das Licht der deutschen Sportwelt und prägte anschließend wie keine andere ihre Sportart.
Am Ende der Saison wird die 24-Jährige aus Wallgau ihrer Karriere beenden. Doch in Antholz will es die Doppel-Olympiasiegerin noch einmal wissen. Genauso wie Michael Greis, der sein Comeback gibt.
"Ich freue mich jetzt auf Antholz. Die Strecken liegen mir richtig gut, mit der Höhe habe ich normalerweise auch keine Probleme, und auch sonst habe ich ja nicht die schlechtesten Erinnerungen an Südtirol", sagte Neuner. Die Führende im Gesamtweltcup will schon beim Sprint am Donnerstag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) ihr Missgeschick von Nove Mesto vergessen machen. Vier Schüsse - alles Treffer - auf die falschen Scheiben kosteten Neuner den Sieg im Verfolgungrennen.
"Habe das Missgeschick verdaut"
"Mittlerweile habe ich das Missgeschick verdaut, aber klar habe ich mich richtig geärgert. Vor allem weil ich an dem Tag richtig gut drauf war. Egal. Da hilft nur abhaken", sagte Neuner: "Vielleicht schaffe ich es diese Woche dann auch mal wieder ohne Missgeschick."
Während die Saison für Neuner trotz der wilden Schießeinlagen von Oberhof (Staffel-Pleite) und Nove Mesto insgesamt nach Plan verläuft, muss Dreifach-Olympiasieger Michael Greis in Antholz einen neuen Anlauf Richtung Heim-WM in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März) nehmen.
Der 35-Jährige, der sich im Sommer beim Fußball einen Syndesmoseriss zugezogen und sechs Wochen pausiert hatte, startete schwach in den Winter. Nur ein zehnter Platz - die halbe WM-Qualifikation - steht bisher für den ehemaligen Gesamtweltcupsieger zu Buche. Nach dem Showrennen Ende Dezember in Gelsenkirchen zog der Nesselwanger die Reißleine und verzichtete auf die Starts in Oberhof und Nove Mesto.
"Es war sicherlich die richtige Entscheidung, im neuen Jahr erst einmal eine Wettkampf-Pause einzulegen. Der Fuß ist zwar soweit schmerzfrei, aber ich habe beim Rennen auf Schalke gespürt, dass mein Körper Zeit zum Regenerieren braucht", sagte Greis, der zwischenzeitlich in Ruhpolding trainierte: "Durch die Verletzung fehlen mir ja einige Wochen Training, von daher habe ich die Belastungen aus dem Training und Wettkampf zuletzt einfach nicht so kompensieren können, wie das eigentlich notwendig ist, um Top-Leistungen zu bringen."
"Antholz liegt mir ganz gut"
Den Anfang will Greis in Italien machen: "Antholz liegt mir ja normalerweise ganz gut. Von daher fahre ich vorsichtig-optimistisch nach Südtirol. Die Platzierungen sind für mich allerdings erst einmal nicht ganz so wichtig. Viel wichtiger ist, dass die Formkurve wieder in die richtige Richtung zeigt und dass das Körpergefühl stimmt. Dann kommt der Rest von allein."
Davon geht auch Bundestrainer Uwe Müssiggang aus: "Bei Michi Greis wollen und werden wir nach seiner zweiwöchigen Wettkampf-Pause die Messlatte allerdings nicht zu hoch legen. Wichtig ist, dass er in die Rennen reinfindet. Denn wenn er fit ist, wissen wir ohnehin, wozu er leistungsmäßig in der Lage ist." Profitieren könnte der Routinier bei seinem Comeback von der neuen Stärke der deutschen Biathlon-Männer. In Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer hat Greis wieder echte Siegertypen an seiner Seite.
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