Kommentar zur Ski-WM: Exot aus NRW beschämt Bayern
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2011 - 14:50Garmisch-Partenkirchen (RPO). Andreas Sander hob den Daumen nach Michael-Schumacher-Art und winkte seinem Fanclub zu. Er war mit sich und der Welt zufrieden. Platznummer 19 stand auf der Anzeigetafel im Auslauf der Kandahar-Piste, als er ins Ziel kam. Am Ende war er 21.
Angesichts der bescheidenen Aussichten gerade in den schnellen Disziplinen darf Sander mit seinem WM-Debüt sehr zufrieden sein - auch wenn der Rückstand auf Christof Innerhofer, den Super-G-Weltmeister aus Italien, beträchtlich war.
Er erfüllte sein Soll. Das „beste Saisonergebnis“ hatte Bundestrainer Charly Waibel von ihm verlangt. Bislang stand der 28. Platz in der Abfahrt von Gröden als bestes Ergebnis des Winters. Da der Oberstdorfer Tobias Stechert ein Tor ausließ, war Sander der einzige Deutsche im 73-köpfigen Feld, der in die Wertung kam. Und das als Exot.
Sander lernte das Skifahren auf der Teufelswiese daheim im westfälischen Ennepetal und im Österreich-Urlaub mit der Familie. Im Alter von 15 Jahren überredete er die Eltern, aufs Skigymnasium nach Berchtesgaden wechseln zu dürfen. Talent und Fließ brachten ihm schon den Titel eines Junioren-Weltmeisters ein.
Als „Norddeutschen“ oder „Südschweden“ bezeichnen ihn die Teamkameraden im Scherz. Und dieser Exot rettet auf der Kandahar nun die Ehre des deutschen Teams – was für eine Schmach für die bayerischen Bergbewohner.
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