| 16.07 Uhr

Weltcup-Slalom
Neureuther und Dopfer zeitgleich auf Rang vier

Porträt: Felix Neureuther: Deutschlands alpiner Weltcup-Rekordsieger
Porträt: Felix Neureuther: Deutschlands alpiner Weltcup-Rekordsieger FOTO: dpa, hm
Santa Caterina/München. Felix Neureuther und Fritz Dopfer gelingt ein guter Start in das neue Jahr. Beim Slalom im italienischen Santa Caterina, den Marcel Hirscher gewinnt, belegen sie zeitgleich Rang vier.

Felix Neureuther kam zu Fritz Dopfer in die "leader box", er klatschte den Kollegen ab, dann mussten beide erst mal grinsen. Zeitgleich lagen sie in diesem Moment beim Weltcup-Slalom im italienischen Santa Caterina in Führung, und während die fünf am Start verbliebenen Läufer darum kämpften, Neureuther und Dopfer zu überholen, begannen die beiden Deutschen erst mal gestenreich zu diskutieren, wie sie besser hätten fahren können.

Es gab einiges zu bereden, denn am Ende verpassten Neureuther und Dopfer beim bereits fünften Saisonsieg von Marcel Hirscher aus Österreich knapp das Siegerpodest - um 0,75 Sekunden, eine ganze Menge. Bei Neureuther war die Sache eindeutig: ein böser Fehler im ersten Lauf, ein böser Fehler im zweiten Lauf - "das war nicht so sexy, was ich da gemacht habe", sagte er. Dass es dennoch Rang vier wurde sei "topp", betonte Neureuther, zumal er zuletzt wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte.

Ski-WM 2015: Neureuther und Dopfer feiern ihre Medaillen FOTO: dpa, sja

Neureuther war dennoch anzumerken, dass er schon ein wenig verärgert war ob der vergebenen Chance, anstelle von Hirscher, Henrik Kristoffersen aus Norwegen (0,21 Sekunden zurück) oder Alexander Choroschilow aus Russland (0,32) auf dem Treppchen zu stehen. "Zeitgleich mit Fritz auf Rang vier ist schon cool, aber Podium wäre schon schöner gewesen", sagte er. Immerhin ging es für Neureuther trotz seines "kapitalen Fehlers" im zweiten Lauf noch von Rang sechs nach vorne.

Im Gegensatz dazu konnte sich Dopfer so richtig freuen: Er fand es "super, genial", am Ende gemeinsam mit Neureuther den vierten Platz zu belegen und ergänzte mit einem Lachen: "So kann es weitergehen." Das sah auch Alpindirektor Wolfgang Maier so, der zudem Dominik Stehle (Obermaiselstein/24.) in seine Analyse mit einbezog: "Das passt schon. Gutes Ergebnis, spannendes Rennen und gute Vorstellung unserer Jungs. Das ist eine gute psychologische Basis für die nächsten Rennen."

Dopfer durfte auch aus ganz persönlicher Sicht zufrieden sein: Nach einem eher zähen Saisonstart scheint beim WM-Zweiten nun der Knoten geplatzt zu sein. "Das ist ein genialer Start in das neue Jahr", sagte er nach seiner besten Platzierung in diesem Winter, "das gibt mir sehr viel Auftrieb." Dopfer hatte den ersten Lauf etwas verschlafen, er lag nur auf Rang zwölf, dafür drehte er im Finale richtig auf: "So halbscharige Läufe habe ich in dieser Saison ja schon genug gezeigt."

Felix Neureuther verpasst die Slalomkugel FOTO: dpa, pse hm

Voll auf Angriff fuhr nach Rang drei im ersten Lauf wieder mal auch Marcel Hirscher - heraus kam sein 36. Weltcup-Sieg. Damit hat der viermalige Gesamtweltcup-Sieger seinen vor der Saison zurückgetretenen Landsmann Benjamin Raich eingeholt, gemeinsam liegen sie auf Rang sechs der ewigen Bestenliste. Aktuell ist Hirscher auch wieder der Führende im Gesamtweltcup, 85 Punkte beträgt sein Vorsprung vor Aksel Lund Svindal (Norwegen). Im Slalom-Weltcup liegt er 20 Punkte hinter Kristoffersen.

(sid)
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