| 15.07 Uhr

Alpiner Ski-Auftakt
Neureuther wird in Sölden Dritter

Porträt: Felix Neureuther: Deutschlands alpiner Weltcup-Rekordsieger
Porträt: Felix Neureuther: Deutschlands alpiner Weltcup-Rekordsieger FOTO: dpa, hm
Ski-Rennläufer Felix Neureuther hat gleich im ersten Rennen der WM-Saison ein Ausrufezeichen gesetzt. Beim Riesenslalom zum Weltcup-Auftakt im österreichischen Sölden belegte der 32-Jährige ein bisschen unerwartet den dritten Rang.

Neureuther streckte frech wie ein Lausbub die Zunge heraus und zeigte mit einem verschmitzten Lächeln auf seinen Ski. "Felix" stand da in weißen Buchstaben - und eben dieser Felix Neureuther hatte kurz zuvor einen starken Riesenslalom aufs ewige Eis hoch über Sölden gezaubert: Platz drei - so gut war Neureuther beim traditionellen Saison-Auftakt auf dem Rettenbachgletscher noch nie!

"Das kommt schon ein bisschen überraschend", sagte Neureuther ein wenig perplex nach seiner 41. Fahrt aufs Weltcup-"Stockerl". Der 32-Jährige zeigte dabei keine fehlerfreie Leistung, in beiden Läufen leistete er sich kleine Fehler. Und doch verdiente er sich ein Sonderlob von DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. "Der Felix ist ein brutales Rennpferd, er hat ein unglaubliches Gefühl für das, was er macht, das war hammermäßig, sportlich hochintelligent", sagte er.

Bei schwierigen, weil wechselhaften Lichtverhältnissen fehlten Neureuther (Partenkirchen) 1,37 Sekunden auf Tagessieger Alexis Pinturault aus Frankreich, Zweiter wurde Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher (Österreich/0,70). "Ein Auftakt mit Podium - das ist ein Traum für uns", sagte Maier, der eine "sehr ordentliche Teamleistung" sah: "Unsere Jungs haben geilen Sport gezeigt."

Zweitbester Deutscher in Österreich war überraschend Benedikt Staubitzer (Mittenwald), der sich mit der zweitbesten Laufzeit nach Pinturault im Finale von Rang 29 auf Platz zwölf vorkämpfte. "Das ist ein geiles Gefühl", sagte er. Für Staubitzer war es das zweitbeste Weltcup-Ergebnis - und das, obwohl er sich wegen Rückenproblemen erst am Morgen zu einem Start durchgerungen hatte.

Stefan Luitz (Bolsterlang) stürzte dagegen von Rang fünf auf Rang 19 ab, Fritz Dopfer (Garmisch) von 19 auf 27. "Ich bin zurückgefallen in alte Muster, schade, aber es ist Gott sei Dank erst das erste Rennen", sagte Dopfer. Maier kommentierte: "Das war technisch schön, aber nicht locker genug. Der Fritz ist öfter mal ein Geheimnis für uns..."

Bei den Frauen hatte sich tags zuvor Gesamtweltcup-Siegerin Lara Gut unerwartet souverän durchgesetzt. Die Schweizerin distanzierte Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin (USA) bei ihrem 19. Weltcup-Sieg um 1,44 Sekunden, Dritte wurde Marta Bassino aus Italien (+1,93).

Lena Dürr (Germering) fuhr auf Rang 21 und war damit "fürs Erste zufrieden. Es geht aber definitiv noch mehr. Alpindirektor Maier sagte: "Es gibt nichts zum Jubeln, aber in unserer Situation ist das ein Ergebnis, das man stehen lassen kann." Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg aus Kreuth hatte den Auftakt nach ihrem Schienbeinkopfbruch im rechten Knie verpasst.

(sid)
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