Ex-Ski-Star: Hermann Maier: Antarktis statt Abfahrt
zuletzt aktualisiert: 08.12.2010 - 12:44München (RPO). Abenteuer in der Antarktis statt Abfahrt in den Alpen: Ex-Skirennläufer Hermann Maier bereitet sich ein Jahr nach seinem Karriereende auf eine Expedition zum Südpol vor.
Hermann Maier braucht Herausforderungen. Die sucht er aber nicht mehr auf vereisten Pisten, sondern im ewigen Eis. Ein Jahr nachdem der Österreicher seinen Abschied vom alpinen Skisport verkündet hat, steht ihm das nächste Abenteuer bevor: eine Expedition zum Südpol. "Das war nicht geplant - aber es ist ein Paukenschlag. Die Herausforderungen hören in meinem Leben offenbar nicht auf", sagt Maier.
Einen Tag nach seinem 38. Geburtstag am 8. Dezember bricht der "Herminator" über Kapstadt in Richtung Antarktis auf. "Das ist ein sehr aufregendes und einmaliges Abenteuer. Und es ist eine große Chance für mich, etwas Besonderes und Unvergessliches zu tun", sagt Maier voller Vorfreude.
In einem vierköpfigen österreischen Team wird er versuchen, den Pol auf speziellen Tourenski zu erreichen. Gleichzeitig geht ein deutscher Expeditions-Trupp um Extremsportler Joey Kelly und TV-Moderator Markus Lanz an den Start. Fernsehteams von ORF und ZDF begleiten die Teams und produzieren eine Sendung, die im Frühjahr 2011 ausgestrahlt werden soll.
Rund 400 Kilometer müssen Maier und die anderen im ewigen Eis zurücklegen, dabei muss jeder einen 50 Kilo schweren Gepäckschlitten mit Nahrung und Ausrüstung ziehen. Die Bedingungen sind in jeder Hinsicht extrem: Temperaturen um minus 25 Grad, meist starker Wind und 24 Stunden Tageslicht in einer Höhe von durchschnittlich 3000 Metern. Die Abenteurer werden 15 bis 18 Stunden pro Tag wandern. Wenn die Sonne mittags am höchsten steht, werden sie ihre Zelte aufschlagen und ein wenig schlafen.
Maier sieht die Expedition nicht als Wettkampf zwischen den Teams aus den beiden Nachbarländern: "Der Spaß steht im Vordergrund. Wichtig ist, dass ich gesund zum Südpol komme und wieder zurück." Seit September bereitet sich der Doppel-Olympiasieger von 1998 mit Wanderungen und Bergtouren vor - im Vergleich zur Zeit als Skifahrer liegt die Trainingsbelastung aber nur bei einem Drittel.
"Die Vorbereitung ist lange nicht perfekt. Aber sonst wäre es ja auch kein Abenteuer", sagt Maier. Bei einem Test in einem Klimawindkanal in Wien haben der Österreicher und sein Team bereits versucht, sich mit den antarktischen Bedingungen vertraut zu machen. Anfang November geht es für eine Woche ins "Trainingslager" nach Norwegen.
Zum ersten Mal in seinem Leben wird Maier an Heiligabend nicht zuhause sein. "Da muss ich die Geschenke halt übers Satellitentelefon bestellen. Und für Silvester werde ich die eine oder andere Rakete einpacken", scherzt er. Ein wenig Abwechslung könnte sicher nicht schaden, denn die immergleiche Eislandschaft, die weder Abwechslung noch optische Reize bietet, gilt als schwierige mentale Belastung. "Schwer zu sagen, was da auf einen zukommt. Es ist sicher leichter, auf den Mount Everest zu kommen als zum Südpol", glaubt Maier. Dennoch habe er keine Sekunde gezögert und seine Teilnahme an dem Abenteuer sofort zugesagt.
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