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Höfl-Riesch Riesenslalom panorama 2012
  Foto: dapd
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Riesenslalom in Soldeu: Höfl-Riesch erreicht Podestplatz

zuletzt aktualisiert: 12.02.2012 - 14:30

Soldeu (RPO). Maria Höfl-Riesch peitschte der Sturm heftig ins Gesicht, doch hinter ihrer schwarzen Brille war ein breites Lächeln deutlich zu erkennen. Die Doppel-Olympiasiegerin fuhr bei der Weltcup-Premiere in Soldeu im Zwergstaat Andorra einen Tag nach ihrem Slalom-Aus als Dritte zum ersten Mal in diesem Winter aufs Riesenslalom-Podium.

Damit machte Höfl-Riesch nicht nur den eigenen schlimmen Patzer vom Vortag vergessen, sie sprang auch - wieder einmal - für ihre enttäuschenden Teamkolleginnen ein. Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg schied beim "Riesen" ebenso aus wie Christina Geiger beim Slalom, obwohl sie als Zweite des ersten Durchgangs zwischenzeitlich sogar vom Sieg träumen durfte.

"Ich genieße das"

"Ich genieße das sehr und bin einfach überglücklich, dass ich nach diesem kleinen Rückschlag jetzt im Riesenslalom endlich den Podestplatz eingefahren und meine guten Trainingsleistungen bestätigt habe. Das ist sehr viel wert", sagte Höfl-Riesch, die sich auch von den starken Windböen in den östlichen Pyrenäen nicht aus dem Konzept bringen ließ. "Ich will nicht sagen, dass ich Pech hatte, aber das hat das Rennen sehr beeinflusst. Aber egal, ich habe mein Podest, und das ist es, was für mich zählt."

Dem Wind war der erste "Riesen" am Freitag zum Opfer gefallen, und auch am Wochenende beeinflusste er das Renngeschehen. "Es lag nicht allein am Wind", meinte Geiger nach ihrem Einfädler, bei dem sie einen Ski verlor und stürzte - aber eben auch. "Die Seele schmerzt", fügte die Oberstdorferin angesichts des verpassten Spitzenresultats an, "aber es gibt mir Auftrieb, dass ich so weit vorne dabei sein kann. Das war selbst für mich eine Überraschung."

Auch Rebensburg tröstete sich nach ihrer allzu kurzen Fahrt damit, "dass ich trotzdem ganz gut drauf bin im Moment". Mit dem "Nuller", ihrem ersten in ihrer Spezialdisziplin seit über drei Jahren, müsse sie "halt leben". Das aber fiel ihr nicht leicht, denn wegen des Patzers in der Ausfahrt Starthang verlor sie die Führung in der Disziplinwertung an Tessa Worley. Die WM-Zweite aus Frankreich feierte ihren zweiten Erfolg in Serie und liegt jetzt 20 Punkte vor Titelverteidigerin Rebensburg. Zweite wurde Tina Maze (Slowenien).

Im Slalom war die Österreicherin Marlies Schild mit dem Wind im Bunde. Nach wegen falscher Ski-Wahl verpatztem ersten Lauf und Rang fünf hatte sie den 33. Weltcup-Sieg im Slalom (den Rekord hält Vreni Schneider/Schweiz mit 34) schon fast abgeschrieben. Doch ein guter zweiter Lauf und eine heftige Windböe, die Tanja Poutiainen (Finnland) als Führende nach dem ersten Lauf ausbremste, brachten Schild den sechsten Sieg im siebten Saison-Torlauf. "Ich habe auch Glück gehabt, dass Tanja ausgeschieden ist. Es tut mir leid für sie", sagte Schild, die sich vor der Schwedin Frida Hansdotter durchsetzte.

Dürr stark

Lena Dürr (Germering) fuhr als Siebte ihr bestes Weltcup-Ergebnis ein, im Riesenslalom aber gehörte sie zu den sechs von sieben gestarteten Deutschen, die das Finale verpassten. Das passierte auch Barbara Wirth aus Lenggries und Veronika Staber (Samerberg-Törwang), die noch tags zuvor auf den Rängen 21 und 22 erstmals seit Januar 2011 wieder unter die Top 30 im Slalom gefahren waren. Lindsey Vonn (USA) schied im anspruchsvollen Slalom aus, als Achte im "Riesen" wahrte sie ihre souveräne Führung im Gesamtweltcup. Höfl-Riesch blieb Dritte.

Als "wahnsinnig bitter" hatte die frühere Slalom-Weltmeisterin ihr Aus in der einstigen Lieblingsdisziplin empfunden, zumal das im siebten Rennen schon zum vierten Mal passierte. "Wenn man den engen Weg sucht, nah an den Stangen, dann ist das im Slalom schnell passiert. Aber es ist trotzdem sehr ärgerlich", sagte Höfl-Riesch. Bei sechs der zehn Torläufe seit ihrem Sieg in der Flachau am 11. Januar 2011 schied sie aus. "Das ist viel zu viel", meinte sie.

In Soldeu fuhr Höfl-Riesch nach einem Trainingssturz beeinträchtigt von einer Rippen- und Schulterverletzung. Dass sie trotz Handicap und Rückschlag schnell sein kann, hat sie aber wieder einmal eindrucksvoll gezeigt.

Quelle: sid

 
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