Ski-WM in Garmisch: Kampfansage von "Stuntman" Bode Miller
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 - 10:33Garmisch-Partenkirchen (RP). Bode Miller war drauf und dran, eine der großen Geschichten der WM zu schreiben. Im ersten Abschnitt des Super-G touchierte er mit der Hand ein Tor, verlor einen Stock und fuhr weiter.
Der Amerikaner, der bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr einen ganzen Medaillensatz gewonnen hatte, wurde im Vergleich zur Konkurrenz nicht langsamer, er wurde schneller. Er meisterte die Passage "Freier Fall", mit 92 Prozent Gefälle die steilste Stelle im Skizirkus. Und an der letzten Zwischenzeitnahme war er die Nummer eins im Feld der 73 Starter, obwohl es "schwierig war, die Balance zu halten", wie er sagte.
"Der Speed stimmt"
Erst im letzten Abschnitt unterlief ihm ein grober Patzer. Der 33-jährige Veteran ließ austrudeln und steht nun als Zwölfter in der Ergebnisliste. Doch er stellte fest, dass "der Speed stimmt". Damit schickte Miller eine Kampfansage aus: für die Abfahrt am Samstag, vor allem für die Kombination am Montag.
Das Rennen war einer WM würdig. 30 Athleten schafften es auf der eisigen, ruppigen und schattigen Piste nicht ins Ziel – ohne dass sich allerdings einer ernsthaft verletzt hätte. "Das war das schwerste Rennen der Saison", fand Hannes Reichelt (Österreich), der hinter dem Südtiroler Christof Innerhofer und vor dem Kroaten Ivica Kostelic Silber holte.
Sander überrascht positiv
Andreas Sander aus Ennepetal gelang ein guter Lauf. Der Westfale belegte mit einer technisch guten Vorstellung, bei der er nicht das letzte Risiko einging, Rang 21 und erfüllte die Vorgabe des Bundestrainers, auf der Kandahar sein bestes Saisonresultat zu liefern (bei der Abfahrt in Gröden hatte er Rang 28 belegt).
"Das war der schwierigste Super-G, den ich je in meiner Karriere gefahren bin", sagte der ehemalige Junioren-Weltmeister, der zur sportlichen Ausbildung ans Skigymnasium Berchtesgaden gewechselt war, "es war wirklich schwer, die Schläge im Schatten zu erkennen." Der andere deutsche Starter, der Oberstdorfer Tobias Stechert, schied auf halber Distanz aus.
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