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Ski alpin
Vonn gewinnt Abfahrts-Kristallkugel nach Wutausbruch

Lindsey Vonn: Erst Wut-Video, dann Kristallkugel
Lindsey Vonn hat den Abfahrts-Weltcup gewonnen. FOTO: afp, MLM
Lindsey Vonn war aufgewühlt. Erst der Wirbel um ihr Aggro-Video, dann diese schwierige zweite Abfahrt von La Thuile/Italien. Die endete zwar nicht mit dem gewohnten Triumph der Speed Queen aus den USA, aber doch mit ihrem vorzeitigen Gesamtsieg in der Disziplinwertung. Das alles war ein bisschen zu viel für die große Vonn.

"Es war schwierig mit dem Selbstvertrauen, ich war am Start nicht sicher", berichtete sie über ihre Gefühlslage vor dem Rennen. Und auch danach wusste sie nicht so richtig, wohin mit sich. Ein zweiter Platz wie jener am Samstag auf der schwierigen Piste "Tre Franco Berthod" hinter Überraschungssiegerin Nadia Fanchini aus Italien ist für sie eigentlich kein Anlass für Jubelstürme. Doch diesmal war das ein bisschen anders. Wegen ihrer achten Abfahrtskugel (Rekord). Und wegen dieses unsäglichen Videos.

"Ich war frustriert"

Der Clip von Freitagabend zeigt Vonn nach dem Aus bei der ersten Abfahrt im Aostatal, wie sie mit einem Vorschlaghammer wütend auf ihren Ski eindrischt. Sie hatte die Ski-Bindung, die nach ihrem Fahrfehler in einer Linkskurve auslöste, für das Aus verantwortlich gemacht. "Ich war frustriert", erklärte sie ihre heftige Reaktion, für die sie sich später bei ihrem Ausrüster (Head) entschuldigte. Entschuldigen musste – nach dem Riesenwirbel, den das Video in der beschaulichen Ski-Welt ausgelöst hatte.

"Es war schwierig", berichtete Vonn von einer schlaflosen Nacht vor der zweiten Schussfahrt, die wegen Wind hatte verkürzt werden müssen. "Ich habe mir gedacht: Das sind meine Emotionen, und die Leute wollen sehen, dass ich nicht immer perfekt bin. Aber das Video war keine gute Idee."

Aber da war ja noch Platz zwei, der achte Gesamtsieg in der Abfahrt (Rekord) - für Vonn die 20. Kristallkugel - eine mehr als der legendäre Schwede Ingemar Stenmark gesammelt hatte. "Ich bin zufrieden und sehr stolz", sagte die 31-Jährige und lächelte etwas gequält.

Doch ihr Lächeln dürfte etwas breiter ausfallen, wenn sie auf den Stand im Gesamtweltcup blickt. Dort liegt Vonn jetzt wieder vor Lara Gut aus der Schweiz, die als Elfte ebenso enttäuschte wie Rebensburg. Vonn lag 0,14 Sekunden hinter Fanchini zurück, die über sieben Jahre nach ihrem ersten Weltcup-Sieg (Super-G in Lake Louise/Kanada) im Dezember 2008 ihren zweiten Erfolg feierte. Von Vonn gab's dafür ein Küsschen auf die Wange.

Rebensburg (+1,77 Sekunden), am Freitag Achte, lag noch bei der zweiten Zwischenzeit auf Podestkurs. Dann aber verpatzte sie sowohl die Ein-, als auch die Ausfahrt in den Steilhang und verlor so vor dem Flachstück entscheidend an Geschwindigkeit. Am Sonntag beim Super-G will sie es besser machen.

(sid)
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