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Nach Kreuzband-OP
Felix Neureuther startet nicht bei Olympia

Porträt: Felix Neureuther: Deutschlands alpiner Weltcup-Rekordsieger
Porträt: Felix Neureuther: Deutschlands alpiner Weltcup-Rekordsieger FOTO: dpa, hm
München. Felix Neureuther sprach selbst von einer "Träumerei", als er doch noch auf Olympia hoffte. Jetzt ist klar: Der Skirennfahrer kann nicht bei den Winterspielen starten. Nach einem Eingriff in Innsbruck will der 33-Jährige schon den nach-olympischen Winter in den Fokus nehmen.

 Am Ende hat auch bei Felix Neureuther die Vernunft gesiegt. Nach seinem Kreuzbandriss hat Deutschlands bester Skirennfahrer sein Zögern und Abwägen beendet und sich am linken Knie operieren lassen. Eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen ist damit ausgeschlossen, war aber ohnehin eher eine Illusion. Am Freitag wurde der Eingriff in der Universitätsklinik Innsbruck vorgenommen, der die Südkorea-Träume des 33-Jährigen endgültig platzen ließ.

"In den letzten Wochen habe ich alles versucht, um die Verletzung konservativ in den Griff zu bekommen, musste aber einsehen, dass eine Operation das Vernünftigste ist", sagte Neureuther. "Da ich meine Karriere auf jeden Fall fortsetzen möchte, habe ich mich für diese Operation entschieden. Ich werde jetzt konsequent an meiner Rehabilitation arbeiten, um in der WM-Saison 2018/19 da weiterzumachen, wo ich in diesem Jahr aufgehört habe."

Beim Deutschen Skiverband (DSV) war man erfreut über die Entscheidung des Routiniers, auch wenn damit klar wurde, dass der größte Star des Teams in Pyeongchang fehlen wird. "Am Schluss geht es um die Gesundheit, und da gab es für uns nie einen Zweifel, dass es vielleicht mehr Sinn macht, das Knie operieren zu lassen, als mit dem Risiko gerissenes Kreuzband an den Start zu gehen und Rennen zu fahren", sagte Alpinchef Wolfgang Maier am Freitag in Gröden.

Auch der Sportdirektor verwies auf die Zeit nach Olympia und die im Winter darauf anstehenden Weltmeisterschaften im schwedischen Are. "So bitter das für uns ist, dass wir den Felix nicht dabei haben, aber dieses Knie muss repariert werden. Und er kann ja nächstes Jahr noch Weltmeister werden. Das ist dann genauso viel Wert, wie wenn er jetzt Olympia fährt", stellte Maier klar.

Neureuther hatte sich im November bei einem Trainingssturz in den USA das Kreuzband im linken Knie gerissen. Danach liebäugelte er mit einer konservativen Behandlung ohne OP und berichtete von einem "Fünkchen Hoffnung" auf Olympia und Winterspiel-"Träumereien". Nach Rücksprache mit mehreren Ärzten, unter anderem auch mit Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vom FC Bayern, wurde die Idee verworfen.

In einer einstündigen Arthroskopie ersetzte Christian Fink von der Universitätsklinik in Innsbruck Neureuthers Kreuzband mit einer körpereigenen Quadrizepssehne. "Felix wird voraussichtlich noch einige Tage stationär physiotherapeutisch behandelt, ehe er mit ersten Rehabilitationsmaßnahmen beginnen kann", wurde Fink vom DSV zitiert. "Einen günstigen Heilungsverlauf vorausgesetzt, ist ein Training auf Schnee in etwa sechs Monaten wieder möglich."

Mit Winterspielen hat der Garmisch-Partenkirchener kein Glück. 2006, 2010 und 2014 schied er in den Slaloms jeweils aus. Vor vier Jahren in Sotschi war er Goldkandidat. Bei einem Autounfall auf dem Weg zum Flughafen erlitt er aber ein Schleudertrauma und war nicht fit.

Eine Medaille bei Olympia bleibt dem mit 13 Siegen besten deutschen Skirennfahrer der Weltcup-Geschichte jetzt wohl verwehrt - bei den Winterspielen 2022 in Peking wäre Neureuther fast 38 Jahre alt. Allerdings sagte er der Deutschen Presse-Agentur schon im Sommer über seine Pläne für nach dem Olympia-Winter: "Es kann sein, dass ich dann nur im Slalom weitermache und noch für zwei, drei, vier Jahre fahre."

Erst einmal konzentriert sich Neureuther auf seine Genesung - und auf die Familie. "Ich kann jetzt sehr viel Zeit mit meiner kleinen Tochter verbringen", hatte er schon kurz nach der Verletzung gesagt. Seine Freundin, die Biathletin Miriam Gössner, hatte im Oktober Töchterchen Matilda zur Welt gebracht.

(dpa/ako)
 
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