Ski Alpin in Val d'Isere: Neureuther beendet dreijährige Durststrecke
zuletzt aktualisiert: 13.12.2009 - 14:37Val d'Isere (RPO). Es wurde auch höchste Zeit. Ski-Rennläufer Felix Neureuther hat seine dreijährige Durststrecke beendet und erstmals seit Dezember 2006 wieder Weltcup-Punkte im Riesenslalom geholt. Er belegte Platz 20.
Mit dem Sieg hatte Felix Neureuther bei den alpinen Weltcup-Rennen in Val d'Isere erwartungsgemäß nichts zu tun. Doch nach seinem spektakulären Ausritt in der Super-Kombination und seinem wohlweislichen Verzicht auf den reichlich skandalösen Super-G freute sich der 25-Jährige nach dem abschließenden Riesenslalom wie ein Schneekönig – auch wenn er nur Rang 20 belegte. "Ich kann es gar nicht glauben", sagte der Partenkirchener, und versicherte mit einem Lächeln: "Das gibt mir schon einen Schub."
Für Olympia ist Neureuther zwei Monate vor Beginn der Spiele noch immer nicht qualifiziert, doch langsam sieht er Licht am Ende des Tunnels. Nach der missratenen Nordamerika-Tour kämpfte er sich erstmals seit zwei Jahren wieder in den zweiten Durchgang bei einem Riesenslalom. Erstmals seit drei Jahren (17. Dezember 2006 in Alta Badia) holte er in dieser Disziplin wieder Weltcup-Punkte - dazwischen war ihm dies bei 14 Rennen in Folge nicht gelungen. "Das hat jetzt mal wieder nach Riesenslalom ausgeschaut", sagte er.
Ein wenig war Neureuther sogar verärgert nach dem Rennen auf der spektakulären Piste "Face de Bellevarde", wo noch im Februar die WM-Rennen stattgefunden hatten. Vom 20. Rang nach dem ersten Lauf, den er sich mit der hohen Startnummer 42 erkämpft hatte, konnte er sich nicht mehr nach vorne arbeiten. "Da wäre schon noch mehr drin gewesen, aber macht nichts, die Punkte nehme ich gerne mit", sagte Neureuther, der mit seiner Leistung endlich einen zweiten deutschen Riesenslalom-Startplatz ergatterte.
Marcel Hirscher machte unterdessen mit seinem ersten Sieg im Weltcup den Hattrick der Österreicher in Val d'Isere perfekt. Nach seinen drei Siegen in drei Rennen in Übersee schied Carlo Janka aus der Schweiz auf dem WM-Hang dreimal aus, dreimal schlug dafür Team Austria zu: Benjamin Raich siegte in der Super-Kombination, Michael Walchhofer im Super-G, Hirscher gewann den Riesentorlauf überlegen vor Massimiliano Blardone aus Italien (0,77 Sekunden zurück) und Raich (1,32), der von Janka die Führung im Gesamtweltcup übernahm.
Beim Super-G am Tag zuvor hatte es noch Ärger gegeben. Raich hatte bei dem chaotischen Rennen sogar "Angst wie noch nie", Sieger Walchhofer musste "knallhart kämpfen", und der drittplatzierte Werner Heel aus Südtirol sprach vom "Krieg mit der Piste". Obwohl der internationale Ski-Verband FIS zuvor noch Besserungen im Sinne der Rennläufer in Aussicht gestellt hatte, peitschte er ein Chaos-Rennen durch und bekam die Quittung mit vielen Stürzen und Ausfällen. Aber Renndirektor Günter Hujara sagte: "Das war kein Skandal-Rennen."
32 der 68 Rennläufer sahen im Nebel von Hochsavoyen das Ziel nicht, darunter auch Andreas und Peter Strodl (beide Partenkirchen) sowie Tobias Stechert aus Oberstdorf. Der Ebinger Stephan Keppler beendete als einziger der vier Deutschen seine Fahrt, belegte mit 5, 80 Sekunden Rückstand Platz 31 - und war richtig sauer. "Das war eine Katastrophe", sagte der 26-Jährige. Dies galt aus seiner Sicht aber für die Pistenpräparierung: "Eine Frechheit, dass wir auf so einem Hang fahren müssen."
Ski alpin, Weltcup der Männer in Val d'Isere/Frankreich:
2. Super-G: 1. Michael Walchhofer (Österreich) 1:20,78 Minuten, 2. Ted Ligety (USA) 0,28 Sekunden zurück, 3. Werner Heel 0, 75, 4. Patrick Staudacher (beide Italien) 1,14, 5. Benjamin Raich 1, 17, 6. Mario Scheiber (beide Österreich) 1,19, 7. Aksel Lund Svindal (Norwegen) 1,43, 8. Ales Gorza (Slowenien) 1,65, 9. Didier Cuche (Schweiz) und Bode Miller (USA) je 1,67, ... 31. Stephan Keppler (Ebingen) 5,80. - ausgeschieden: Peter Strodl, Andreas Strodl (beide Partenkirchen), Tobias Stechert (Oberstdorf)
Stand im Super-G-Weltcup (nach 2 von 6 Rennen): 1. Walchhofer 160 Punkte, 2. Raich 125, 3. Ligety 112, 4. Manuel Osborne-Paradis (Kanada) 110, 5. Heel 74, 6. Cuche 55, 7. Svindal 54, 8. Didier Defago (Schweiz) und Staudacher je 51, 10. Erik Guay (Kanada) 50, ... 34. Stechert 10, 35. Andreas Strodl 9.
3. Riesenslalom: 1. Marcel Hirscher (Österreich) 2:16,28 Minuten (1:06,39 Minuten/1:09,89 Minuten), 2. Massimiliano Blardone (Italien) 2:17,05 (1:06,44/1:10,61), 3. Raich 2:17,60 (1:07,32/1:10, 28), 4. Manfred Mölgg (Italien) 2:17,68 (1:06,88/1:10,80), 5. Svindal 2:17,81 (1:07,45/1:10,36), 6. Romed Baumann 2:18,08 (1:06, 63/1:11,45), 7. Philipp Schörghofer (beide Österreich) 2:18,11 (1: 06,76/1:11,35), 8. Markus Larsson (Schweden) 2:18,26 (1:07,73/1:10, 53), 9. Alexander Ploner (Italien) 2:18,32 (1:07,11/1:11,21), 10. Ligety 2:18,43 (1:08,57/1:09,86), ... 20. Felix Neureuther (Partenkirchen) 2:20,52 (1:09,30/1:11,22)
Stand im Riesenslalom-Weltcup (nach 3 von 7 Rennen): 1. Raich 185 Punkte, 2. Carlo Janka (Schweiz) 160, 3. Ligety 156, 4. Cuche 136, 5. Blardone 130, 6. Hirscher 126, 7. Svindal 105, 8. Kjetil Jansrud (Norwegen) 85, 9. Baumann 84, 10. Schörghofer 68, ... 35. Neureuther 11.
Stand im Gesamtweltcup nach (10 von 34 Wettbewerben): 1. Raich 486 Punkte, 2. Janka 460, 3. Cuche 384, 4. Svindal 288, 5. Ligety 281, 6. Walchhofer 268, 7. Hirscher 235, 8. Baumann 230, 9. Heel 227, 10. Defago 207, ... 61. Neureuther 26, ... 84. Stechert 10, ... 89. Andreas Strodl 9, ... 102. Keppler 4.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







