| 14.03 Uhr

Weltcup-Start in Sölden
"Es kribbelt" bei Neureuther und Co.

Neureuther und Dopfer liefern sich Champagner-Schlacht
Neureuther und Dopfer liefern sich Champagner-Schlacht FOTO: ap, MT AG
Sölden. Am Samstag geht's los: In einer Saison ohne Großereignis wollen Viktoria Rebensburg, Felix Neureuther und Fritz Dopfer im Kampf um die Weltcup-Kugeln mitmischen.

Felix Neureuther sieht mit seinem Bärtchen zurzeit ein bisschen aus wie einer der drei Musketiere. Und er ist, versichert er mit einem Lächeln, tatsächlich kampfbereit. "Es kribbelt", sagt Neureuther vor dem Auftakt der 50. Saison des alpinen Ski-Weltcups am Wochenende im österreichischen Sölden, und er fügt erwartungsfroh hinzu: "Ich bin schon gespannt, wo ich stehe." Das ist in der Tat die Frage: Neureuther beginnt den Winter aufgrund seiner chronischen Rückenprobleme wieder mal mit einem gewaltigen Trainingsrückstand.

Der kommende Winter ist ein Winter des Übergangs: keine WM, keine Olympischen Spiele. Umso entschlossener wird deshalb der Kampf um die Weltcup-Kugeln geführt werden. "Ich will mich im Vergleich zum letzten Jahr verbessern", sagt Neureuther, und, Rücken hin oder her, "ich bin mir auch sicher, dass das noch in meinem Körper drinsteckt." Im vergangenen Winter war der mittlerweile 31-Jährige zum dritten Mal in Serie Zweiter im Slalom-Weltcup hinter dem Österreicher Marcel Hirscher, zudem Vierter im Gesamtweltcup. Das ist schon mal eine Hausnummer.

Sich verbessern, das heißt für den WM-Dritten im Slalom: "Mit mehr Risiko noch stabiler Ski zu fahren." Sein Fernziel bleibt Olympia 2018, bis dahin soll der Rücken halten, irgendwie. Was nicht heißt, dass Neureuther im Riesenslalom am Sonntag (9.30/12.45 Uhr, ARD und Eurosport) oder danach mit angezogener Handbremse fahren wird: "Du musst schon mit der richtigen Körperspannung reingehen", sagt er. Also: "Vollgas, und hoffen, dass die Kräfte reichen."

Die anderen beiden der drei deutschen Musketiere haben zum Saisonstart wesentlich bessere Voraussetzungen. Fritz Dopfer etwa wirkt seit seinem WM-Silber im Slalom, als habe er einen Beutel Glückspillen geschluckt. "Die Motivation ist richtig groß", betont er, und die Medaille, ja, klar, die habe seine Motivation noch vergrößert. "Sie hat mir eine Bestätigung und Rückenwind gegeben." Dopfer bewegt sich nun seit zwei Jahren konstant an der Weltspitze, nun hat er endlich einen handfesten Beweis für sein Können.

Nur eines hat Dopfer (28) noch nicht: einen Weltcupsieg. Er war im vergangenen Winter Vierter im Riesenslalom-Weltcup, er war jeweils Fünfter im Slalom- sowie im Gesamtweltcup, er hat einen enormen Beitrag dazu geleistet, dass die Deutschen das punktbeste Slalom-Team der Welt waren, nur: Gewonnen hat er halt noch nicht. "Wann's passiert, wo's passiert, wie's passiert - keine Ahnung", sagt Dopfer, "aber das kann man eh nicht erzwingen." Der so enorm Trainingsfleißige ist auf jeden Fall (über)fällig für den ersten Triumph.

Vielleicht klappt's ja schon am Sonntag: Im vergangenen Jahr jedenfalls belegte Dopfer auf dem Rettenbachgletscher Rang zwei hinter Hirscher. "Sölden wird nicht entscheiden, wie die Saison läuft", sagt DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier, aber Sölden ist eben "ein besonderes Rennen, da ist man schon gerne vorne dabei." Maier hegt den Wunsch, dass Neureuther und Co. im kommenden Winter auch das "weltbeste Techniker-Team" (Riesenslalom und Slalom) sind.

"Wir wollen bestimmte Dinge nicht verlieren - und in anderen dazugewinnen", sagt er. Maier hätte diesen Satz spezifisch über Viktoria Rebensburg sagen können. Rebensburg hatte in der vergangenen Saison große Probleme mit damals neuem Material – in ihrer Spezialdisziplin Riesenslalom klappte es aber mit WM-Silber. "Den Schwung möchte ich mitnehmen. Das Ziel ist schon, um die Kugel mitzufahren und dafür am Samstag ein gutes Rennen runterzulegen", bekräftigt Rebensburg vor dem Riesenslalom der Frauen (9.30/12.45 Uhr, ARD und Eurosport).

Um die Kugel mitfahren heißt: Rebensburg, offensichtlich fit wie nie, will den Riesenslalom-Weltcup gewinnen, was ihr 2012 und 2013 schon gelungen war. Ein gutes Rennen runterzulegen in Sölden sollte ihr möglich sein: 2010 hat sie den Auftakt gewonnen, 2011 war sie Zweite, 2013 Dritte. Davon abgesehen ist die 26 Jahre alte Olympiasiegerin von 2010 eine Läuferin, die nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Titelverteidigerin Anna Fenninger zumindest das Potenzial hat, um den Gesamtweltcup mitzufahren.

(sid)
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