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Riesenslalom in Sölden
"Hammermäßig!" Rebensburg startet mit Sieg in die Saison

Fotos: Viktoria Rebensburg gewinnt erstes Rennen der Saison
Fotos: Viktoria Rebensburg gewinnt erstes Rennen der Saison FOTO: rtr, STN
Sölden. Ski-Rennläuferin Viktoria Rebensburg ist ein perfekter Start in den Olympia-Winter gelungen. Die 28-Jährige gewann den Auftakt des alpinen Ski-Weltcups im österreichischen Sölden in ihrer Spezialdisziplin Riesenslalom.

 Viktoria Rebensburg zeigte die geballte Faust und nickte lächelnd. Sie wusste gleich nach der Zieldurchfahrt, dass dieser Finallauf gepasst hatte. Und wie er der Olympiasiegerin von 2010 gelungen war: Keine der Konkurrentinnen kam an die 28-Jährige mehr heran, mit dem Weltcup-Triumph zum Start in den Olympia-Winter legte Rebensburg einen perfekten Auftakt hin. "Das ist echt hammermäßig", sagte Rebensburg strahlend in der ARD.

Sieben Jahre nach ihrem ersten Riesenslalom-Erfolg auf dem Rettenbachgletscher in Sölden zeigte die deutsche Top-Rennläuferin, dass mit ihr zu rechnen und die relativ verkorkste vergangene Saison vergessen ist. Überglücklich reckte Rebensburg ihre Ski bei der Siegerehrung und Kaiserwetter in die Höhe, umrahmt von Tessa Worley aus Frankreich (2.) und Manuela Moelgg aus Italien (3.). "Es ist etwas Besonderes, das wird eine tolle Heimfahrt", sagte sie.

Mit einer Gesamtzeit von 1:55,20 Minuten lag Rebensburg letztlich 14 Hundertstelsekunden vorne und feierte erstmals seit März 2016 wieder einen Weltcuperfolg. Der Sieg in Sölden war der insgesamt 14. ihrer Laufbahn, zwölf davon gelangen Rebensburg in ihrer Spezialdisziplin Riesenslalom. "Das war eine super Leistung von der Vicky, sie hat ihre Hausaufgaben gemacht", lobte der neue Frauen-Cheftrainer Jürgen Graller.

Rebensburg patzt nur im ersten Durchgang

Rebensburg hatte nach dem ersten Lauf als Dritte schon in Lauerstellung gelegen, eine noch bessere Ausgangssituation kostete nur ein Fehler im Übergang vom steilen in den flachen Abschnitt. "Da bin ich fast raus, aber ich habe gekämpft", sagte Rebensburg, die am Vormittag im oberen Bereich klar die Schnellste gewesen war: "Ich habe unten fast eineinhalb Sekunden liegen lassen."

Vor allem das Gefühl, noch nicht am Limit gewesen zu sein, machte ihr Hoffnung. Als sich Rebensburg im Finale in den wegen Windes etwas verkürzten Kurs stürzte, war ihr die Entschlossenheit anzusehen. Souverän meisterte sie den vielleicht schwierigsten Riesenslalom-Hang bei den Frauen - und blieb diesmal ohne Patzer. "Man hat schon im ersten Durchgang gesehen, dass sie super in Form ist", sagte ARD-Expertin Maria Höfl-Riesch.

Über den Höhepunkt des Winters bei den Spielen in Pyeongchang/Südkorea im Februar wollte sich Rebensburg allerdings keine Gedanken machen. "Das ist noch so weit weg. Ich bin froh, dass ich erstmal dieses Rennen hinter mir habe. Die Anspannung war schon sehr groß", sagte die Kreutherin. Deshalb will sie kurz durchschnaufen und "dem Körper Ruhe geben".

Vonn nicht in den Top 30

Nur ein Kurz-Comeback feierte Lindsey Vonn (USA) bei ihrem ersten Rennen seit 21 Monaten. Platz 34 mit mehr als drei Sekunden Rückstand war zu wenig, um sich für den zweiten Durchgang zu qualifizieren. Die "Speed Queen" war erstmals seit fünf Jahren wieder in Tirol gestartet. Auch für die Schweizerin Lara Gut verlief der erste Wettkampf seit ihrem Kreuzbandriss nicht nach Wunsch, sie schied aus. Vonn will ihr nächstes Rennen nun bei der Abfahrt in Lake Louise/Kanada Anfang Dezember bestreiten. Den Riesenslalom in Killington/USA Ende November lässt sie im Gegensatz zu Rebensburg aus.

Ob Felix Neureuthers Auftakt in den Olympia-Winter am Sonntag (10.00/13.00 Uhr, ARD und Eurosport) planmäßig über die Bühne gehen kann, war zunächst unklar. Die Wetterprognosen waren für den Riesenslalom der Männer wegen einer nahenden Kaltfront ziemlich schlecht. Der Wettbewerb dürfte mindestens unter schwierigen Bedingungen stattfinden, auch ein ersatzloser Ausfall ist möglich.

(areh/sid)
 
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