Ski alpin: Vonn-Hattrick in Lake Louise - Höfl-Riesch Fünfte
zuletzt aktualisiert: 04.12.2011 - 20:30Lake Louise (RPO). Hattrick für die "außerirdische" Lindsey Vonn, zweimal Platz vier für Viktoria Rebensburg – und kein Podium für Maria Höfl-Riesch. Während ihre alte und neue Freundin Lindsey Vonn in Lake Louise auch laut Maria Höfl-Riesch "in einer anderen Liga" und zu drei Siegen fuhr, musste sich die Doppel-Olympiasiegerin in den beiden Abfahrten und beim Super-G mit den Rängen neun, sechs und fünf begnügen.
Rebensburg überzeugte mit ihren besten Karriere-Resultaten in der Abfahrt, musste sich zum Abschluss aber mit einem bescheidenen 25. Rang im Super-G zufrieden geben.
Rebensburg, Höfl-Riesch und alle anderen standen in den kanadischen Rocky Mountains klar im Schatten der Lindsey Vonn. Mit ihren Weltcup-Siegen 43 bis 45 stellte die Amerikanerin eine neue Bestmarke auf: Elf Mal, wie Vonn jetzt auf der "Mens Olympic", hat keine andere Läuferin in einem Weltcup-Ort gewonnen. "Der Start in den Winter ist ein Wahnsinn", sagte Vonn nach ihrem vierten Sieg beim erst fünften Rennen: "Auf Ski läufts super, ohne eher nicht so", ergänzte sie in Anspielung auf die angekündigte Scheidung von Ehemann Thomas.
Die Konkurrenz war beeindruckt. "Sie ist auf einem anderen Planeten", sagte etwa Maria Marchand-Arvier (Frankreich), die in der zweiten Abfahrt Schnellste der Langsamen war - 1,68 Sekunden hinter Vonn. Die erste Schussfahrt des Winters hatte diese mit einem Vorsprung von 1,95 Sekunden auf Tina Weirather (Liechtenstein)
gewonnen.
STATISTIK:
1. Lindsey Vonn (USA) 1:20,21 Minuten
2. Anna Fenninger (Österreich) 0,19 Sekunden zurück
3. Julia Mancuso (USA) 0,71
4. Lara Gut (Schweiz) 0,84
5. Maria Höfl-Riesch (Partenkirchen) 0,89
6. Johanna Schnarf (Italien) 1,20
7. Jessica Lindell-Vikarby (Schweden) 1,21
8. Elisabeth Görgl (Österreich) 1,29
9. Andrea Fischbacher (Österreich) 1,38
10. Elena Fanchini (Italien) 1,50
25. Viktoria Rebensburg (Kreuth) 2,22
29. Veronique Hronek (Unterwössen) 2,47
"Mein Ziel ist nur, Spaß zu haben und jeden Tag so schnell wie möglich zu fahren. Die Rekorde kommen von alleine, daran denke ich nicht. Für mich zählt nur das Skifahren", sagte Vonn, die sichtlich befreit fuhr. "Es scheint bei ihr alles perfekt zusammenzupassen. In dieser Form ist sie fast unschlagbar", sagte Maria Höfl-Riesch vor dem Super-G und fand sich bestätigt.
Zum Abschluss hatte Vonn allerdings "nur" 0,19 Sekunden Vorsprung auf die Österreicherin Anna Fenninger, Höfl-Riesch lag 0,89 Sekunden zurück. "Das war eine Steigerung von Tag zu Tag, ich bin nicht unzufrieden", sagte Höfl-Riesch deshalb über ihre Auftritte, Vonn allerdings imponierte ihr sehr. "300 Punkte in drei Rennen, wow!" Im Gesamtweltcup führt Vonn souverän, dennoch kündigte Titelverteidigerin Höfl-Riesch kämpferisch an: "Wir bleiben dran."
Rebensburg war trotz des für sie unglücklichen Endes "zufrieden mit dem Wochenende". Nur ein bisschen wurmte sie, dass sie das Abfahrtspodium einmal um vier und beim zweiten Mal um eine Hunterstelsekunde verpasste. "Zweimal so knapp am Stockerl vorbei ist schade. Aber wenn mir jemand vorher zwei vierte Plätze angeboten hätte, dann hätte ich die genommen."
Bei den Männer-Wettbewerben in Beaver Creek im US-Bundesstaat meldete sich Bode Miller zurück. Der 34-Jährige setzte sich in der Abfahrt auf der äußerst anspruchsvollen "Raubvogel"-Piste mit 0,04 Sekunden Vorsprung auf Beat Feuz (Schweiz) durch und gewann erstmals seit über dreieinhalb Jahren ein Rennen in der Königsdisziplin. "Ich habe wirklich das Maximum gegeben. Bei dem Risiko, das ich gegangen bin, musste es passen", sagte der ausgepumpte Amerikaner nach den knapp 3 km. Bester Deutscher war der Oberstdorfer Tobias Stechert als 20.
Stephan Keppler aus Ebingen belegte beim überraschenden Super-G-Erfolg des Schweizers Sandro Viletta Rang 15. Sportdirektor Wolfgang Maier war nach den ersten Auftritten der Speed-Gruppe "nicht so besonders zufrieden. Sie sind stärker, als sie es gezeigt haben."
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