kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Panorama Martin Schmitt ap 2008 anlauf
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Martin Schmitt leidet am Erschöpfungssyndrom: "Abnehmen machte mich krank"

zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 10:03

München (RPO). Ausgehungert, abgemagert, völlig entkräftet: Der einstige Überflieger Martin Schmitt liegt gut vier Wochen vor den Olympischen Spielen körperlich am Boden. Der in der Skispringerszene weitverbreitete Magerwahn und jahrelange Mangelernährung haben den 31-Jährigen über die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit geführt - und krank gemacht.

"Dass ich jetzt nicht voll leistungsfähig bin, liegt auch daran, dass ich mich seit Jahren in einem Grenzbereich bei meinem Gewicht bewege", sagte Schmitt der Bild-Zeitung.

Als Athlet sei man zu einer Gratwanderung gezwungen, "wenn man keinen Nachteil beim Springen haben will", sagte Schmitt, der wegen eines "schleichenden Erschöpfungssyndroms" derzeit pausiert. Während Bundestrainer Werner Schuster noch immer auf den Star setzt und auf dessen Rückkehr in den Weltcup zum Monatsende hofft, forderte Schmitt selbst die Szene zum Umdenken auf: Rauf mit dem Gewicht!

"Um mich wohl zu fühlen, müsste ich vier Kilo mehr wiegen, so wie im Sommer. Das wäre ein Gewicht, bei dem ich auch gut trainieren kann, ohne mich jedes Mal gleich schlapp zu fühlen", sagte Schmitt. Die unterste im Wettkampf erlaubte Grenze für den Body-Mass-Index (BMI), der das Verhältnis zwischen Größe und Gewicht angibt, müsste deshalb erhöht werden, forderte Schmitt.

Mit Sprung-Kleidung ist bisher ein Wert von 20 erlaubt, den der internationale Skiverband FIS für den kommenden Winter auf 20,5 anheben will. Schmitt wünscht sich einen Wert von 21: "Dann sind wir Skispringer immer noch richtig schlank." Auch Schuster gab unlängst zu bedenken, dass der aktuelle BMI für 80 Prozent der Skispringer nur sehr schwer zu erreichen sei: "Die müssen einen Wahnsinnsaufwand treiben, bis sie dort hinkommen, runterkommen."

"Müde und schlapp"

Wohin das führen kann, beschrieb jetzt Schmitt. "Ich war schon die ganze Saison müde und schlapp. Selbst Testsprünge vor einem Wettkampf auf die Arme meines Trainers machten mir Probleme. Das Training vor Wettkämpfen auf der Schanze machte mir zu schaffen: Ich hätte eigentlich meine ganze Energie für den Wettkampf aufsparen müssen", sagte er der Bild-Zeitung.

Schmitt hatte bei der Vierschanzentournee, die er auf dem für ihn enttäuschenden 21. Platz beendete, laut eigener Aussage "große Schlafprobleme" und ernährte sich bisweilen von gerade mal 1300 Kilokalorien am Tag. Sein finnischer Konkurrent Janne Ahonen wartete bei der Tournee mit der Horrorgeschichte einer 200-Kalorien-Diät auf, mit der sich der fünfmalige Tourneesieger nach einjähriger Wettkampfpause wieder "fit" für die Schanzen dieser Welt gemacht haben will.

Schmitt wiegt bei einer Größe von 1,82 derzeit angeblich 63 kg. Dieses Wettkampfgewicht erlaubt ihm, die maximale Skilänge - erlaubt sind 146 Prozent der Körpergröße - zu springen, und ermöglicht damit größere Weiten. Deshalb führt für ihn am Magerwahn kein Weg vorbei. "Wenn ich dieses Gewicht nicht habe, dann springe ich nicht so weit. Wenn ich beispielsweise zwei, drei Kilo mehr wiegen würde, verliere ich fünf bis sechs Meter an Weite", sagte Schmitt.

Vom Kampf gegen die Kilos sind indes nicht alle Skispringer in gleichem Maße betroffen. Die beiden derzeit im Weltcup dominierenden Athleten, der Österreicher Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann aus der Schweiz, bringen von Natur aus optimale Voraussetzungen mit. Bei Schmitt, aber auch bei den meisten anderen deutschen Springern, ist das anders. "Ich denke, es würde uns allen guttun, wenn wir ein bisschen schwerer sein könnten", sagte Schmitt dazu kürzlich.

Der Schwarzwälder versucht derzeit in Hinterzarten unter seinem Heimtrainer Rolf Schilli einen Neuaufbau. Schuster braucht Schmitt, um die Chance auf die bei Olympia erhoffte Team-Medaille zu wahren. Der Chefcoach plant mit ihm bei der Team-Tour vom 29. Januar bis 7. Februar in Oberstdorf, Klingenthal und Willingen, obwohl Schuster Schmitts Situation noch am Montag als "unbefriedigend" bezeichnete.

Teamarzt Mark Dorfmüller hat da aber so seine Zweifel: "Martin wieder hinzubringen, wird schwierig, er ist übertrainiert." Schmitts ehemaliger Teamkollege Sven Hannawald sagte in "Blickpunkt Sport" auf Bayern 3: "Wir sollten Martin die Ruhe geben, die er braucht. Richtung Olympiade kann er es vielleicht wieder schaffen, das ist Motivation hoch 17."

Quelle: SID/can

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Italien

Fußball-Trikots für den Papst

Papst Benedikt XVI. kann sich in Mailand künftig in den Farben der großen Fußball-Klubs präsentieren. Am Rande des Weltfamilientags bekam ... mehr 

Tonis erster Sohn tot zur Welt gekommen

Drama für Ex-Bayern-Star

Tonis erster Sohn tot zur Welt gekommen

Drama um Bayern Münchens ehemaligen Bundesliga-Star Luca Toni: Das erste Kind des Stürmers und seiner Lebensgefährtin Marta Cecchetto, ei ... mehr 

Sport
Aus der Region

Japan-Tag in Düsseldorf

700.000 Besucher beim Japan-Tag

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Die Stars der EM richtig aussprechen

Immer wieder stolpern Fans, Reporter und Journalisten über die Aussprache einiger Fußballspieler. Ein Grund für uns, die ... mehr 

Weitere Sportarten
Bilderserien Wintersport
Das ist Martin Schmitt
Das ist Martin Schmitt
Wir haben die wichtigsten Stationen im Leben .. mehr 
 
Das ist Martin Schmitt
Das ist Martin Schmitt
Wir haben die wichtigsten Stationen im Leben ..
mehr 
Abschiedsparty für Neuner in Wallgau
Abschiedsparty für Neuner in Wallgau
Wenige Wochen nach ihrem Karriereende hat ..
mehr 
Deutsche Biathleten enttäuschen beim Champions Race
Deutsche Biathleten enttäuschen beim Champions Race
Deutsche Biathleten enttäuschen beim Champions Race
mehr 
Das sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy
Das sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy
Wir stellen Ihnen die Chemnitzer Paarläufer ..
mehr 
Eiskunstlauf-WM 2012: Savchenko/Szolkowy holen Gold
Eiskunstlauf-WM 2012: Savchenko/Szolkowy holen Gold
Die Paarlauf-Favoriten Savchenko/Szolkowy haben ..
mehr 
Eiskunstlauf-WM: Sarah Hecken verpatzt Comeback
Eiskunstlauf-WM: Sarah Hecken verpatzt Comeback
Die 18-jährige Sarah Hecken hat ihr Eiskunstlauf-WM-Comeback verpatzt. ..
mehr 
Das ist Evi Sachenbacher-Stehle
Das ist Evi Sachenbacher-Stehle
Die Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle ..
mehr 
Das ist Viktoria Rebensburg
Das ist Viktoria Rebensburg
Wir stellen Ihnen die Ski-Rennfahrerin Viktoria Rebensburg vor.
mehr 
 
MEHR

Skispringen in Zakopane

Schlierenzauer feiert 30. Weltcup-Sieg

Martin Schmitt schaute nur zu, Pascal Bodmer verpasste erstmals das Finale und Michael Uhrmann war als Neunter weit vom Podest entfernt - die deutschen Skispringer waren im Hexenkessel von Zakopane nur Statisten. mehr

 
 
 
 
 

Sport-Pressestimmen

Pressestimmen Europa Deutschland

Ob Fußball, Formel 1, Boxen, Olympia oder alle anderen wichtigen Sport-Ereignisse: Wir sammeln Zitate, Zeilen und Meinungen.