Langlauf-Weltcup: DSV-Team enttäuscht in Estland
zuletzt aktualisiert: 09.02.2008 - 14:16Otepää (RPO). Deutschlands Langläufer sind bei der überragenden Vorstellung von Lukas Bauer beim Weltcup in Otepää/Estland schwach geblieben. Claudia Nystad stürmte derweil auf drei Jahre alten Brettern auf Rang vier.
Jens Filbrich aus Frankenhain landete über die 15 km Klassisch als bester Deutscher auf Rang neun, Rene Sommerfeldt und Tobias Angerer liefen als 13. und 17. den Spitzenplätzen hinterher. Das Frauen-Rennen über 10 km gewann Weltcup-Spitzenreiterin Virpi Kuitunen aus Finnland.
"Zufrieden sind wir nur bei Filbrich. Bei Sommerfeldt und Angerer geht momentan einfach nicht mehr, sie sind ein bisschen müde", sagte Bundestrainer Jochen Behle. Man könne derzeit nur beeindruckt auf die Leistungen der Konkurrenz schauen: "Was der Bauer wieder gemacht hat, war eine Nummer für sich."
Tour-de-Ski-Sieger Bauer dominierte nach Belieben und peilt weiter den Sieg im Gesamtweltcup an. Lediglich Lokalmatador Jaak Mae hielt mit einem Rückstand von 13,7 Sekunden einigermaßen mit. Der Finne Ville Nousiainen lag als Dritter bereits 1:05,2 Minuten zurück, Angerer und Sommerfeldt handelten sich knapp zwei Minuen ein.
"Es ist sicherlich nicht so schön, überholt zu werden. Das ist überhaupt nicht so gelaufen, wie ich wollte, aber wenigstens hab ich ein paar Weltcup-Punkte gesammelt", meinte Sommerfeldt. Angerer stufte seine Leistung als mittelmäßig ein und verwies darauf, dass er mit dem weichen Kunstschnee überhaupt nicht zurechtgekommen ist.
Nystad verpasste auf ihren im Vergleich zu heutigen Skiern finnischen Uralt-Brettern, die sie vor drei Jahren geschenkt bekam, ihren vierten Podestplatz der Saison. "Ich bin trotzdem sehr zufrieden. Es ist schon kurios. Eigentlich ist das nicht meine Technik, aber im Wettkampf bin ich immer gut", sagte Nystad und meinte angesichts des Schmuddelwetters: "Ich wollte schnell wieder ins Warme." Letztlich fehlten der 30-Jährigen zur drittplatzierten Norwegerin Therese Johaug nur 1,4 Sekunden.
Bereits im Rahmen der Tour de Ski hatte die Olympiazweite aus Oberwiesenthal als jeweils Dritte dreimal auf dem Treppchen gestanden. In Otepää sei es ihr dennoch sehr schwer gefallen. "Irgendwie waren wir nach den Rennen in Kanada noch alle ziemlich müde. Vielleicht sind wir ja in einer ungünstigen Mondphase geflogen", meinte Nystad.
Auch Evi Sachenbacher-Stehle fühlte sich auf dem durch Plusgrade weichen Geläuf alles andere als wohl und zeigte sich nach dem Rennen enttäuscht. Die klassische Technik sei ohnehin nicht ihre Stärke. Im Ziel lag sie als 16. über eine Minute hinter Siegerin Kuitunen.
Die weiteren Starterinnen des Deutschen Skiverbands (DSV) landeten abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Stefanie Böhler (Ibach/29:18,1) wurde 18., Manuela Henkel (Oberhof/29:33,9) 23. und Katrin Zeller (Oberstdorf/29:37,0) lief auf Platz 25.
Am Sonntag steht der Klassik-Sprint auf dem Programm. Die Rennen der Frauen und Männer beginnen um 12.30 Uhr.
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