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Aushängeschild des DSV
Hoffnung für die Skiflug-WM heißt Severin Freund

Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister
Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister FOTO: dapd, dapd
Willingen. Am Freitag beginnt die Skiflug-WM in Bad Mitterndorf. Das Weltcup-Wochenende in Willingen sollte Bundestrainer Werner Schuster die letzten Hinweise für die Nominierung seines Teams geben. Von Christoph Leuchtenberg und Patrick Scherer

Es dürften gemischte Gefühle geblieben sein. Das Aushängeschild der DSV-Adler bleibt Severin Freund, der im Einzelwettbewerb Dritter wurde und am Samstag mit dem Team siegreich war.

Freund genoss gestern kurz die verdienten Ovationen für seinen starken dritten Platz, dann verneigte er sich vor dem "unschlagbaren" Peter Prevc: Auch bei der großen Vierschanzentournee-Revanche hat der Weltmeister den slowenischen Dominator nicht knacken können. "Peter ist im Moment einfach das Maß aller Dinge", sagte der 27-Jährige, der neben dem souveränen Sieger Prevc auch dem Norweger Kenneth Gangnes den Vortritt lassen muste.

Prevc zeigte zwei Bilderbuch-Sätze auf 148,5 und 145,5 m. Der Tournee-Zweite Freund bot bei schwierigen Bedingungen zwei tadellose Versuche auf 145,5 und 133,0 m, lag mit 234,2 Punkten aber gewaltige 30,7 Zähler hinter Prevc. Weit schlimmer erwischte es allerdings Österreichs Tournee-Dritten Michael Hayböck, der in Willingen überraschend als 37. den zweiten Durchgang verpasste.

Zweitbester Deutscher hinter Freund war Andreas Wellinger (Ruhpolding) auf einem starken Platz fünf. Für den Team-Olympiasieger war es das beste Saison-Ergebnis. Richard Freitag (Aue) erreichte hingegen nach einem völlig verkorksten zweiten Sprung nur Platz 29.

Andreas Wank (Hinterzarten) blieb mit Platz 14 im Rahmen seiner Möglichkeiten. Altmeister Michael Neumayer (Oberstdorf) belegte einen soliden 21. Platz, der Willinger Lokalmatador Stephan Leyhe landete auf Platz 23. Als einziger Deutscher hatte der Oberstdorfer Karl Geiger auf Platz 36 den zweiten Durchgang verpasst.

Am Samstag hatte ein überragender Severin Freund dem DSV-Quartett den ersten Teamsieg in Willingen seit sechs Jahren beschert. Als letzter Springer des ersten Durchgangs war Freund mit einem Traumsatz 149,0 m weit und nur drei Meter kürzer als der Schanzenrekord gesprungen. Das deutsche Team hatte damit hauchdünn mit 0,6 Punkten Vorsprung vor Norwegen die Führung übernommen.

Da der Wettkampf daraufhin wegen starker Winde abgebrochen wurde, standen Freund, Wank, Wellinger und Freitag damit als Sieger fest - in der gleichen Besetzung hatte Deutschland auch den ersten Team-Weltcup Ende November in Klingenthal gewonnen. Hinter den DSV-Adlern und Norwegen wurde Österreich Dritter, Slowenien mit einem ungewohnt schwachen Peter Prevc (124,0 m) wurde nur Vierter.

"Wir nehmen dieses Hochgefühl mit", hatte Schuster mit Blick auf die Skiflug-WM gesagt. Dort hofft der Bundestrainer auf zwei Medaillen - im Einzel durch Titelverteidiger Freund und mit der Mannschaft.

Quelle: RP
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