"Schwarze Liste": Nach Pechstein-Urteil zittern jetzt Langläufer
zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 - 10:37Kuusamo (RP). Es ist viel zu warm für diese Jahreszeit beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo, aber nach der Entscheidung im Fall Pechstein müssen zumindest einige Langläufer trotzdem zittern. Weltverbands-Präsident Gian Franco Kasper hat die Prüfung von Sperren nach dem erstmals gerichtlich bestätigten indirekten Doping-Beweis angekündigt, und Langlauf-Chef Jürg Capol bestätigt eine schwarze Liste mit verdächtigen Athleten.
"Es gibt eine Blacklist", sagte Capol in Kuusamo, "und ich denke, dass das Pechstein-Urteil dazu beitragen wird, dass man den Antidoping-Bestimmungen mehr Respekt entgegenbringt."
Seit der Saison 2001/2002 führt der Internationale Skiverband FisBlutprofile von allen Athleten mit zahlreichen Parametern und ist damit weiter als der Eislauf-Weltverband ISU. Jetzt wird geprüft, gegen welche Ausdauerspezialisten Sperren ausgesprochen werden können.
"Auf Grund dieser neuen Kenntnisse müssen die Fis-Anti-Doping-Experten prüfen, ob in bestimmten Fällen die indirekten Indizien vor Gericht halten würden, und auf dieser Basis die Konsequenzen ziehen", sagt Kasper.
Zunächst sollen laut Fis-Generalsekretärin Sarah Lewis jedoch die neuen Wada-Richtlinien für den indirekten Dopingbeweis abgewartet werden. "Schon jetzt steht fest, dass wir in der Dopingbekämpfung ein weiteres Mittel haben", sagte Lewis.
Das sorgt in Kuusamo für Diskussionen im Lager der Langläufer, wie Bundestrainer Jochen Behle bestätigt: "Zumindest bei denjenigen, die es betrifft. Bei uns trifft es keinen." Auch laut Verbands-Vizepräsident Peter Schlickenrieder ist in den letzten Jahren kein verdächtiger Fall von der Fis an den Deutschen Skiverband gemeldet worden: "Aber ich gehe davon aus, dass bei anderen was kommt."
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