| 14.42 Uhr

Rydzek vs. Frenzel
Die "Dominierer" greifen wieder an

Frenzel und Rydzek gewinnen Gold im Teamsprint
Frenzel und Rydzek gewinnen Gold im Teamsprint FOTO: dpa, hsc lof
Kuusamo/Köln. Johannes Rydzek gegen Eric Frenzel: Das Duell der "Dominierer" wird auch den am Freitag beginnenden Weltcup-Winter bestimmen. Die beiden so unterschiedlichen Typen eint ein großes Ziel: Olympia-Gold.

Johannes Rydzek kraxelte durch seine geliebten Allgäuer Alpen, Eric Frenzel genoss das Familienidyll in der heimischen Oberpfalz: Abseits von jedem Trubel haben sich die deutschen Super-Kombinierer Kraft für die am Freitag beginnende Olympia-Saison geholt. Ruhe hatten sich die "Dominierer" nach den Großtaten des Vorjahres auch sehnlichst gewünscht.

"Ich war schon auf einigen Shows. Diese Einladungen sind ja auch eine Auszeichnung für meinen sportlichen Erfolg", sagt Rydzek. Klar, einer, der bei der WM in Lahti alle vier Titel abgeräumt hat, wird plötzlich in ungewohnt glamourösen Gefilden herumgeführt: "Das war spannend. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht meine Welt ist."

Also folgte schnell die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft. "Das ist für mich der Sport, und dabei bleibe ich", sagt Rydzek. Schließlich geht es mit der dreitägigen "Mini-Tour" im finnischen Kuusamo wieder bei Null los. Und das gilt ganz besonders für das Dauerduell mit Teamkollege Frenzel, das mittlerweile ein Kombinations-Klassiker ist.

Wer der Bessere ist, wurde noch nicht geklärt

Bei der WM im Februar hatte der 25 Jahre alte Rydzek die Nase vorn und stieg zum Rekordweltmeister auf, Frenzel blieben immerhin zwei Teamtitel. In einem furiosen Finale um den Gesamtweltcup landete Rydzek schließlich bäuchlings im Schonacher Schnee, der drei Jahre ältere Frenzel holte den historischen fünften Titel in Serie.

Wer nun der Bessere ist, wurde nicht abschließend geklärt und ist auch die große Frage im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). Die Situation erlaubt keinem der beiden, in der täglichen Arbeit nachzulassen. "Ich musste gar nicht viel tun, damit die Jungs nach diesem Wahnsinnsjahr schnell wieder Gas gegeben haben", sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Frenzel, der mit 28 schon alles erreicht hat, lässt keinen Zweifel daran, dass er noch viel mehr will. In die Komfortzone hat er sich bestenfalls im Sommer in seinem Flössenbürger Häuschen zu Frau Laura und den neuerdings drei Kindern zurückgezogen. In der Vorbereitung auf neue Großtaten war er gewohnt kompromisslos.

"Nur weil ich Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger war, wird mir nichts geschenkt", sagt der gebürtige Sachse: "Jedes Jahr will hart erarbeitet werden. An der nicht optimalen Spritzigkeit im Sprint, die ihn gegen Rydzek im Vorjahr einige Siege gekostet hatte, hat er gewerkelt. Rydzek wiederum bastelte am Sprungstil, seinem bisherigen Nachteil gegenüber Frenzel.

So unterschiedlich der smarte Rydzek und der introvertierte Frenzel sind: In ihrer Fokussierung auf das Wesentliche sind sich die beiden "Dominierer" ähnlich. Weinbuch ist es recht: "Die Konkurrenz reicht aus, um voll motiviert zu bleiben. Das gilt für Eric und Ritschi, aber auch für Fabian Rießle, der aufgeschlossen hat."

In der Zielsetzung machen Frenzel und Rydzek aber einen Unterschied. "Sicherlich steht Olympia für mich persönlich mehr im Fokus als der Gesamtweltcup", sagt Frenzel - schließlich hat er bislang "nur" ein olympisches Gold vorzuweisen. Rydzek, dem Olympia- wie Gesamtweltcup fehlen, sagt: "Für mich gibt es kein Entweder-Oder." Auch wenn dann der nächste Gala-Marathon wartet.

(sid)
 
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