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Skilanglauf: Ohrfeige beim Saisonstart

zuletzt aktualisiert: 21.11.2009 - 15:40

Beitostölen (RPO). Die deutschen Skilangläufer haben beim Start in den Olympiawinter ein Debakel erlebt. Ausgerechnet Nobody Tim Tscharnke schaffte beim Weltcup-Auftakt mit Platz 21 das beste Resultat im norwegischen Beitostölen. Katrin Zeller belegte beim missglückten Debüt des neuen Frauencoachs Janko Neuber Rang 26. Gefeierte Heimsieger waren der sensationell starke Biathlet Rony Andre Hafsaas und Marit Björgen.

Rückschlag für Bundestrainer Jochen Behle.  Foto: AP, AP
Rückschlag für Bundestrainer Jochen Behle. Foto: AP, AP

"Das war eine klassische Watschn. Wir müssen viel arbeiten", sagte Verbands-Vize Peter Schlickenrieder als ARD-Experte. Dem sonst so redegewandten Bundestrainer Jochen Behle hatte es nach der Ohrfeige im Winterwunderland fast die Sprache verschlagen: "Wir sind mit den schnellen Bedingungen nicht so zurecht gekommen. Aber das kann natürlich keine Entschuldigung sein."

Vor neun Jahren hatte es an gleicher Stelle letztmals einen schlechteren Start eines deutschen Langlaufteams in das erste Distanzrennen der Saison gegeben. Damals war Rene Sommerfeldt auf Platz 31 gelandet, die Frauen hatten gleich ganz auf den Start verzichtet.

Diesmal konnte nur der 19 Jahre junge Tim Tscharnke mit seiner Leistung wirklich zufrieden sein. Nach 15 km hatte er 49,7 Sekunden Rückstand auf Überraschungssieger Hafsaas angesammelt. Dem Skijäger liefen Tränen über die Wangen, als er mit 0,2 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Vincent Vittoz triumphiert hatte.

Der mit dem Ziel Olympia-Norm (Platz acht) angetretenen Vizeweltmeister Tobias Angerer (24.), Jens Filbrich (27.), Sommerfeldt (29.) und der zweimalige Weltmeister Axel Teichmann (33. ) blieben meilenweit hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück. Zeller hatte zuvor nach 10 km sogar stolze 2:07,0 Minuten Rückstand auf Börgen gesammelt. Die Ex-Weltmeisterin triumphierte vor den Schwedinnen Charlotte Kalla (29,7 Sekunden zurück) und Anna Haag (37,2). Evi Sachenbacher-Stehle (27.) und Claudia Nystad (29.) reihten sich bei den enttäuschten Deutschen ein.

"Skating mag ich gar nicht so gern, deshalb bin ich überrascht, die beste Deutsche zu sein", sagte Klassik-Spezialistin Zeller: "Uns fehlt noch die Wettkampfhärte. In ein paar Rennen werden wir schon vorn reinkommen." Sachenbacher hatte als Ausrede die schwere Strecke parat: "Es war schwer reinzukommen nach harter Trainingsphase." Behle hatte vor der Saison auf eine Teilnahme an internationalen Testrennen verzichtet.

Eine genauso umstrittene Maßnahme wie die Installierung seines Wunschkandidaten Neuber direkt vor dem Olympiawinter als drittem Frauencoach binnen vier Jahren. Stefanie Böhler (33.): "Es ist schwierig, eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Eine Zusammenarbeit über mehrere Jahre ist besser."

Quelle: SID/can

 
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