Skifliegen: Schmitt fehlt beim Saisonfinale das Glück
zuletzt aktualisiert: 22.03.2009 - 14:53Planica (RPO). Martin Schmitt hat beim turbulenten Saisonfinale der Skiflieger in Planica das Glück gefehlt. Der Vizeweltmeister musste sich beim Weltcup-Sieg des Finnen Harri Olli trotz zweier großartiger Flüge mit Rang zehn begnügen.
Seine 217, 5 Meter im ersten Durchgang führten zum ersten von zwei Neustarts, dann gelangen ihm nur schlappe 176,5 Meter, und die wiederum glänzenden 216 Meter (374,0 Punkte) im Finale reichten nicht für einen Spitzenplatz.
"Die weiten Flüge haben auf jeden Fall Spaß gemacht, da fehlte mir in der Luft aber ein bissel die Routine, um noch weiter zu kommen", meinte Schmitt: "Schade, dass ich nicht zwei Top-Ergebnisse in die Wertung gebracht habe. Aber es war trotzdem eine schöne Saison für mich." Der erste Durchgang zog sich bei Sonnenschein über fast zwei Stunden.
Der 24-jährige Olli kam bei wechselndem Wind mit 211 Metern und der Tagesbestweite von 219,5 Metern auf 424,6 Punkte und setzte sich beim dritten Weltcup-Sieg seiner Laufbahn somit klar vor dem Polen Adam Malysz (412,4 Punkte/210+209,5 Meter) durch. Gemeinsam auf Platz drei kamen der Schweizer Simon Ammann (409,6/210+208) und der Slowene Robert Kranjec (409,6/205,5+212,5).
"Die Neustarts waren die richtige Entscheidung", sagte Bundestrainer Werner Schuster. In der Windlotterie am Samstag hatten seine Jungs auf der größten Schanze der Welt nur Nieten gezogen und waren auf Rang sechs gelandet. Die nach dem ersten Durchgang abgebrochene Team-Konkurrenz gewann Norwegen überraschend vor Polen, Russland und Österreich.
Zum Abschluss fehlte dann auch dem 13-maligen Saisonsieger und Gesamtweltcup-Gewinner Gregor Schlierenzauer ein wenig das Glück. Der Österreicher, der die Kristallkugel für den besten Skiflieger des Winters mitnehmen konnte, wurde lediglich Fünfter. Michael Neumyer (Berchtesgaden) belegte den 19. Platz.
Der erste Durchgang war erst im dritten Versuch über die Bühne gegangen. Nach dem weiten Flug von Schmitt ging es gleich drei Anlaufluken tiefer weiter. Als dann Simon Ammann bei 233 Meter und somit nur sechs Meter unter dem Weltrekord in den Schnee griff, entschied sich die Jury für eine weitere Verkürzung. "Ich wusste gar nicht, wie ich das stehen sollte", meinte der Schweizer: "Es war aber extrem genial, absolut am Limit. Es macht Spaß, so eine Show zu bieten."
Im Teamwettbewerb waren die Verhältnisse ebenfalls kompliziert. "Wenn der Wind innerhalb eines Fluges mehrfach wechselt, mal von vorn und mal von der Seite bläst, dann ist es extrem schwierig. Es nutzt nix, aber der Wind war einfach zu turbulent", sagte Schmitt. Er bildete diesmal mit Neumayer sowie den Youngstern Erik Simon (Aue) und Christian Ulmer (Wiesensteig) das deutsche Quartett.
Schuster verzichtete auf seinen ansonsten im Team gesetzten Routinier Michael Uhrmann (Rastbüchl), der "zurzeit einfach nicht die nötige Sicherheit beim Fliegen hat", und vertraute stattdessen den Nobodies Simon und Ulmer. Beide boten im durch zahlreiche Unterbrechungen gestörten Wettbewerb durchaus ansprechende Leistungen.
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