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Skispringen
Freund muss wegen Bandscheibenvorfall pausieren

Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister
Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister FOTO: dapd, dapd
Frankfurt/Main. Severin Freund hatte es bereits am Kulm geahnt. Er wolle "nun in seinen Körper horchen", hatte der Skisprung-Weltmeister nach der Skiflug-WM gesagt, am Mittwoch erhielt er die befürchtete Antwort. Ein leichter Bandscheibenvorfall, Folge des Sturzes am 3. Januar bei der Vierschanzentournee in Innsbruck, zwingt den 27-Jährigen zu einer Pause – nicht zum ersten Mal.

"Ich hatte seit dem Sturz immer wieder mit Problemen im Rücken zu kämpfen. Jetzt bin ich der Sache auf den Grund gegangen. Ich werde daher nicht nach Zakopane reisen", sagte Freund. Auch eine längere Pause ist nicht ausgeschlossen. Nach Zakopane steht die weite Reise ins japanische Sapporo an, auf die Strapazen hatte der Niederbayer schon vergangene Saison freiwillig verzichtet.

Für Freund sind Probleme mit dem Rücken nicht neu, im April 2012 war er sogar an der Lendenwirbelsäule operiert worden. "Severins einzige Achillesferse ist sein Rücken", sagte Werner Schuster erst im Herbst. Nun wurde der Bundestrainer unfreiwillig bestätigt. "Der Ausfall von Severin ist natürlich bedauerlich, aber wir alle sind uns einig, dass der Heilungsprozess an erster Stelle steht", sagte Schuster.

Freunds Ziel, in diesem Winter bei allen Wettkämpfen an den Start zu gehen, bleibt damit unerfüllt. Er sei aber "zuversichtlich, schon bald wieder Weltcups zu springen", sagte der Tournee-Zweite, ohne ein konkretes Datum zu nennen: "Die weitere Planung möchte ich mir offen halten, da ich aus der Vergangenheit weiß, wie schwer es ist, den Heilungsprozess zeitlich zu prognostizieren."

Dabei hatte Freunds anfälliger Rücken zuletzt kaum noch Probleme bereitet. "Wir hoffen alle, dass sein Rücken noch ein paar Jahre hält", hatte Schuster vor der Saison gesagt, aber auch angekündigt: "Er wird eher nicht noch mit 40 Jahren springen, er wird vermutlich eine kürzere Karriere haben." So weit ist es freilich noch nicht. Teamarzt Mark Dorfmüller sprach von einem "leichten Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule", der konservativ gut behandelt werden könne.

Mit Pausen hat Freund ohnehin gute Erfahrungen. Im vergangenen Winter startete er unmittelbar nach der Auszeit in Sapporo voll durch, gewann sieben des restlichen 13 Springen und erstmals auch den Gesamtweltcup. "Der Körper muss topfit sein, damit man gut springen kann. Das habe ich letztes Jahr gemerkt", sagte Freund noch bei der Skiflug-WM.

Dort hatte er vor allem beim Gewinn der Silbermedaille überragt, auch eine Woche zuvor beim dritten Platz in Willingen war von den Auswirkungen des Sturzes nicht viel zu sehen gewesen. "Die von Severin erbrachte Leistung ist in diesem Zusammenhang noch höher einzuschätzen", sagte Schuster.

Große Sorgen machen sich daher weder Freund noch Schuster. "Ihr könnt euch sicher sein: Sobald ich wieder fit genug bin, werde ich auch wieder auf der Schanze zu finden sein", schrieb Freund auf seiner Facebook-Seite: "Auf bald!"

(dpa)
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