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Panorama Olympia Skispringen 2010
  Foto: AP, AP
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Material-Wettrüsten: Skispringen wird zur Formel 1

zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 - 09:50

München (RPO). Es gibt ein wahres Wettrüsten um die schlaueste Bindungs-Lösung, die besten Experten werden abgeworben und "Spionage" ist an der Tagesordnung - vieles erinnert im Skispringen vor der spannendsten Saison seit langem an die Formel 1. Das erste Kräftemessen der Weltelite am Wochenende beim Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten wird zur Nagelprobe, ob Martin Schmitt und Co. das richtige Material für den Gold-Angriff im Winter haben.

"Man musste ein System basteln, das funktioniert. 70 Prozent unserer Sportler gehen nach umfangreichen Materialtests mit einer neuen Bindung an den Start - auch Martin Schmitt und Michael Uhrmann", sagte Bundestrainer Werner Schuster dem SID. Schuld am Wettrüsten der Topnationen ist der viermalige Olympiasieger Simon Ammann, der Ende der vergangenen Saison mit seiner aerodynamisch wesentlich besseren Wunder-Bindung von zweimal Gold bei den Winterspielen über den Gesamtweltcup bis zum Titel bei der Skiflug-WM alles abräumte.

"Es ist aber nicht so, dass man die Bindung nimmt und gleich sechs Meter weiterspringt", sagt Schuster. Aber so ähnlich, deshalb investierte der Chefcoach des Team-Olympiazweiten zusammen mit Techniker Roland Audenrieth und dem neuen Co-Trainer Marc Nölke viel Zeit in die Entwicklung der perfekten Verbindung von Mensch und Ski. Der vom alles überragenden Olympiasieger und Weltmeister Österreich abgeworbene Nölke brachte das nötige Knowhow mit und trieb auch eine Firma auf, die eine erste noch nicht sicherheitsgeprüfte Bindung baute.

Inzwischen ist nach zwei Besuchen von Schuster in Berlin auch das Institut für die Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) im Spiel, dessen erstes Bindungs-Modell möglicherweise schon ein deutscher Flieger in Hinterzarten springen wird. Die Erfinder der deutschen Gold-Bobs und Super-Schlitten wollen bis zum Winter die perfekte Bindung fabrizieren, die dann möglichst Flügel verleihen soll.

Deshalb ist Hinterzarten so wichtig, denn dort werden alle Spitzenflieger ihre Ideen präsentieren. Zum Beispiel auch die Finnen, die Ammanns Techniker Gerhard Hofer abgeworben haben.

"Wir müssen schauen, was die anderen so haben. Und beobachten, was der Internationale Skiverband erlaubt", sagt Schuster: "Die Situation ist superspannend. Wir wollen zwar in Hinterzarten ein, zwei Sportler in die Top Ten bringen, aber das Ergebnis ist diesmal nicht so wichtig." Entscheidend sei vielmehr, dass man bis zum Winter das perfekte Material zusammen habe. Schuster: "Natürlich muss man dann vor allem immer noch gut Skispringen. Aber es ist auch wie in der Formel 1, wo es einfach Teile gibt, die einen schneller machen."

Quelle: SID/chk

 
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