Fragen und Antworten zur Nordischen Ski-WM: Skispringer wollen Medaillen
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 13:09Oslo/Düsseldorf (RP). Drei Tage nach Ende der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen werden heute um 18 Uhr in Oslo die Titelkämpfe der nordischen Skisportler eröffnet. Skispringer, Langläufer und Kombinierer kämpfen bis Sonntag nächster Woche um die Medaillen. Biathlon gehört nicht zum nordischen Programm. Magdalena Neuner & Co. ermitteln ihre Weltmeister vom 3. bis 13. März im sibirischen Chanty-Mansijsk.
Wie gut sind die deutschen Athleten?
Bei den Olympischen Winterspielen im vergangenen Jahr in Vancouver gewannen die mittlerweile zurückgetretene Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle Gold im Teamsprint. Hinzu kamen sechs weitere Medaillen. Bei der WM 2009 im tschechischen Liberec holte die deutsche Mannschaft achtmal Silber, aber keine Goldmedaille. Die Aussichten für diese WM sind mittelmäßig. Sechs bis acht Medaillen hat der Deutsche Skiverband (DSV) als Ziel ausgegeben.
Wie stehen die Chancen im Langlauf?
Krankheiten warfen die Frauen und Männer des DSV in diesem Winter immer wieder zurück. „So wie das Jahr gelaufen ist, müssen wir froh sein, dass wir anscheinend bis zum Start der WM tatsächlich fast alle Sportler gesund bekommen haben“, sagt Bundestrainer Jochen Behle. Der Verband rechnet sich in den Einzelrennen deutlich weniger aus als in den Teamwettbewerben.
In beiden Teamwettbewerben treten die Deutschen nach den Ergebnissen seit dem Jahreswechsel mit guten Medaillenchancen an. Im Einzel muss Severin Freund, der zwei Weltcupspringen für sich entscheiden konnte, zeigen, ob er der Drucksituation bei einem Großereignis gewachsen ist. Bei den Frauen haben Ulrike Gässler und Melanie Faißt in diesem Winter schon Podestplatzierungen vorzuweisen.
Wer werden die Stars der WM?
In den vier Entscheidungen der Skispringer – kleine und große Schanze, jeweils Team und Mannschaft – stehen die seit Jahren überragenden Österreicher im Mittelpunkt. Weltcupsieger Thomas Morgenstern und der nach einer Sturzverletzung genesene Gregor Schlierenzauer führen das Team an. Ihre Widersacher werden neben den Gastgebern der viermalige Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz und der unverwüstliche Pole Adam Malysz sein.
Drohen Dopingfälle?
Ja. Gerade Skilanglauf ist eine für Betrügereien höchst anfällige Sportart. Seit den Weltmeisterschaften vor zehn Jahren gab es praktisch kein Großereignis ohne spektakuläre Dopingfälle. Im Vorfeld der WM am Holmenkollen hat der Internationale Skiverband (Fis) einzelne Athleten ins Visier genommen und auf eine "schwarze Liste" gesetzt. "Die Liste ist lang", sagte Verbandspräsident Gianfranco Kasper. Die Osloer Zeitung "Dagbladet" schrieb, man müsse "nicht gerade Raketenforscher sein", um zu verstehen, dass darauf einige Osteuropäer stehen.
Was zeigt das Fernsehen?
Die ARD (bis 1. März) und das ZDF lösen einander als Sender ab. Die Öffentlich-Rechtlichen übertragen genau wie Eurosport alle Entscheidungen.
Was ist das Besondere an dieser Weltmeisterschaft?
Der Holmenkollen in Oslo gilt als Wiege des nordischen Skisports. 1892 stand dort die erste Schanze. Für die Olympischen Spiele 1952 wurden die Anlagen erneuert und jetzt für die WM erneut umgebaut. 30.000 Zuschauer passen ins Skistadion. In den Wäldern ringsum campen norwegische Fans auch bei Temperaturen um minus 20 Grad.
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