Skilanglauf-Weltcup in Davos: Teichmann führt DSV-Team aus der Krise
zuletzt aktualisiert: 14.12.2008 - 16:43Davos (RPO). Axel Teichmann führte die deutschen Skilangläufer mit seinem zweiten Platz von Davos einen Schritt aus der Krise, aber die Feier nach dem ersten Einzel-Podestplatz des Winters fiel aus. "Dieser Erfolg war für das Selbstvertrauen des Teams enorm wichtig. Aber wir haben nach den bislang enttäuschenden Leistungen noch viel Arbeit vor uns", kommentierte Bundestrainer Jochen Behle mit Blick auf den Heim-Weltcup am kommenden Wochenende in Düsseldorf.
Das verdeutlichte das Aus von Teichmann im Sprint-Viertelfinale am Sonntag - ihm fehlten als Dritter seines Laufs eine Zehntelsekunde zum Einzug in die Finalläufe. "Es wäre mehr drin gewesen, aber dieses Wochenende geht insgesamt total in Ordnung.
Schließlich hatte ich als Zweiter einen richtig guten Tag", meinte der mit 10.000 Schweizer Franken belohnte Weltmeister: "Ich hatte aber auch mein Maskottchen wieder dabei - Max Achatz, meinen Techniker. Das hat Glück gebracht."
Dem Thüringer fehlten nach einem dramatischen Duell gegen den Schweden Johan Olsson nach 15 km nur 10,5 Sekunden zum ersten Weltcup-Sieg seit einem Jahr - am 8. Dezember 2007 hatte der Davos-Spezialist an gleicher Stätte selbst den bis dato letzten Erfolg gefeiert. Die deutschen Damen enttäuschten mit dem Sprint-Aus von Steffi Böhler und Claudia Nystad im Viertelfinale.
Im Distanzrennen hatte Nystad nur Platz 15 beim Triumph von Virpi Kuitunen (Finnland) belegt. Ola Vigen Hattestad und Petra Majdic aus Slowenien holten sich jeweils ihren zweiten Sprint-Saisonsieg, der Schweizer Dario Cologna mit Platz vier das gelbe Trikot.
Teichmann will ihn beim ersten Saisonhöhepunkt Tour de Ski, die am 27. Dezember in Oberhof beginnt, jedoch ablösen: "Da stehe ich hoffentlich auf dem Podest noch einen Schritt weiter oben. Außerdem will ich im Gesamtweltcup angreifen und im Februar meinen WM-Titel erfolgreich verteidigen." Vor Davos hatte es in diesem Winter nur einen Podestplatz für die drittplatzierte deutsche Männer-Staffel mit Teichmann in Gällivare/Schweden gegeben.
Teichmann übertünchte in den Alpen allerdings die erneut schwachen Leistungen seiner Kollegen, die auf den Plätzen 30 (Franz Göring/Zella-Mehlis), 32 (Jens Filbrich/Frankenhain) und 40 (Rene Sommerfeldt/Oberwiesenthal) landeten. Der zweimalige Gesamtweltcup-Sieger Tobias Angerer (Vachendorf) war wegen Fiebers gar nicht erst nach Davos gereist. Der von Behle nicht berücksichtige Tom Reichelt (Oberwiesenthal) gewann ein Europacuprennen in Alta Badia.
Deutsche Damen deklassiert
Die enttäuschenden deutschen Damen waren zuvor von der Weltspitze mit einem Rückstand von 1:40,2 Minuten für Nystad regelrecht deklassiert worden. "Ich wollte schon in die Top 10 laufen, aber die waren verdammt zu schnell", stellte Nystad fest.
Kuitunen siegte 18,0 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Aino Kaisa Saarinen, die ihre Führung im Gesamtweltcup erfolgreich verteidigte. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) lief bei ihrem Comeback nach einer Erkältung als 39. hinterher. "Es wäre besser gewesen, wenn ich nicht gestartet wäre", meinte die Staffel-Olympiasiegerin von 2002.
Skilanglauf, Weltcup in Davos:
Männer, Sprint, 1,7 km (freie Technik): 1. Ola Vigen Hattestad, 2. Johan Kjoelstad (beide Norwegen), 3. Renato Pasini (Italien), 4. Dario Cologna (Schweiz), 5. Dusan Kozisek (Tschechien), 6. Björn Lind (Schweden), 7. Jon Kristian Dahl (Norwegen), 8. Nikolai Morilow, 9. Alexej Petuchow (beide Russland), 10. Eligius Tamborino (Schweiz), ... im Viertelfinale gescheitert 13. Axel Teichmann Lobenstein), ... nicht für die K.o. -Runden der besten 30 qualifiziert ... 44. Josef Wenzl (Zwiesel), ... 46. Daniel Heun (Gersfeld), ... 53. Oliver Wünsch (Großwaltersdorf), ... 76. Lars Hänel (Oberwiesenthal)
15 km (klassische Technik): 1. Johan Olsson (Schweden) 40:10,0 Minuten, 2. Teichmann 0:10,5 Minuten zu, 3. Samo Jauhojärvi (Finnland) 0:28,5, 4. Eldar Rönning 0:42,9, 5. Dahl 0:56,4, 6. Matti Heikkinen (Finnland) 1:00,1, 7. Andrus Veerpalu (Estland) 1:13,0, 8. Cologna 1:13,5, 9. Alexej Poltaranin (Kasachstan) 1:16,1, 10. Jean Marc Gaillard (Frankreich) 1:16,3, ... 30. Franz Göring (Zella-Mehlis) 2:00,7, ... 32. Jens Filbrich (Frankenhain) 2:05, 2, ... 40. Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) 2.20,4, ... 44. Benjamin Seifert (Hammerbrücke) 2:28,3.
Stand im Gesamtweltcup nach 6 von 33 Rennen: 1. Cologna 208 Punkte, 2. Hattestad 200, 3. Olsson 186, 4. Petter Northug (Norwegen) 172, 5. Jauhojärvi 160, 6. Dahl 159, 7. Martin Johnsrud Sundby (Norwegen) 155, 8. Lukas Bauer (Tschechien) 145, 9. Pietro Piller Cottrer (Italien) 142, 10. Teichmann 137, ... 22. Tom Reichelt (Oberwiesenthal) 68, ... 27. Filbrich 56, ... 49. Tobias Angerer (Vachendorf) 25, ... 82. Göring 7, ... 91. Sommerfeldt 2.
Frauen, Sprint, 1,4 km (freie Technik): 1. Petra Majdic (Slowenien), 2. Celine Brun-Lie, 3. Marit Björgen (beide Norwegen), 4. Arianna Follis, 5. Magda Genuin (beide Italien), 6. Natalja Matwejewa (Russland), 7. Justyna Kowalczyk (Polen), 8. Aino Kaisa Saarinen (Finnland), 9. Alena Sidko (Russland), 10. Vesna Fabjan (Slowenien), ... im Viertelfinale gescheitert 13. Stefanie Böhler (Ibach), ... 30. Claudia Künzel (Oberwiesenthal), ... nicht für die K.o.-Runden der besten 30 qualifiziert 41. Katrin Zeller, ... 48. Nicole Fessel (beide Oberstdorf)
10 km (klassische Technik): 1. Virpi Kuitunen 29:51,0 Minuten, 2. Saarinen 0:18,0, 3. Björgen 0:46,7, 4. Kowalczyk 0:49,7, 5. Kristin Steira 0:50,2, 6. Walentina Schewtschenko (Ukraine) 0:55,3, 7. Majdic 1:00,1, 8. Marianna Longa (Italien) 1:09,3, 9. Sara Renner (Kanada) 1:16,2, 10. Olga Tiagai (Russland) 1:16,2, ... 15. Nystad 1:40,2, ... 18. Zeller 1:48,0, ... 33. Böhler 2:33,4, ... 39. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) 2:38,1.
Stand im Gesamtweltcup nach 6 von 33 Rennen: 1. Saarinen 397 Punkte, 2. Majdic 289, 3. Björgen 280, 4. Kuitunen 271, 5. Kowalczyk 263, 6. Steira 200, 7. Follis 157, 8. Charlotte Kalla (Schweden) 156, 9. Longa 149, 10. Schewtschenko 146, ... 16. Böhler 77, ... 22. Nystad 60, ... 24. Sachenbacher-Stehle 52, ... 39. Manuela Henkel (Oberhof) 24, 40. Zeller 24
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