| 13.11 Uhr

Der Skisprung-Weltcup geht weiter
Nach der Tournee ist vor Willingen

Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister
Porträt: Freund – Skispringer, Olympiasieger, Weltmeister FOTO: dapd, dapd
Keine Pause für die Hauptdarsteller der Vierschanzentournee: Nur drei Tage nach dem Finale von Bischofshofen setzen Severin Freund und Tournee-Sieger Peter Prevc ihr Dauerduell in Willingen fort.

Der Tournee-Rausch ist kaum verflogen, da geht es in der Party-Hauptstadt des Skispringens gleich mit dem nächsten Duell weiter: Für Severin Freund und Peter Prevc steht beim Weltcup in Willingen aber alles andere als Jux und Dollerei auf dem Programm.

"Trotz der Tournee-Strapazen ist das ein Highlight und dazu die ideale Vorbereitung auf die Flug-WM", sagte Freund, dessen Dauer-Zweikampf mit Prevc sich auch am berüchtigten Mühlenkopf fortsetzt.

70 Stunden liegen zwischen dem Finale der Vierschanzentournee und dem Team-Wettbewerb im 700 km entfernten Hochsauerland am Samstag (18.00 Uhr), dem tags darauf (15.45 Uhr) ein Einzelspringen folgt. Eine gnadenlose Hatz, zumal bereits am Donnerstag die Qualifikation für die Skiflug-Titelkämpfe in Bad Mitterndorf/Österreich ansteht.

"Das geht schon. Nach Willingen können wir ein paar Tage durchatmen", sagte Freund, der die Tournee-Nachwirkungen spürt. Psychisch gilt es, die adrenalingetränkten Tage vom denkwürdigen Sieg in Oberstdorf bis zum Finale in Bischofshofen mit Gesamtplatz zwei hinter dem überragenden Prevc zu verarbeiten. Körperlich steckt dem Weltmeister noch der Sturz von Innsbruck in den Knochen.

Willingen mit mehr als 20.000 feiernden Fans kommt da als Therapie gerade recht, vor allem im Hinblick auf die Flug-WM. "Der Ansporn ist da, dort meinen Titel zu verteidigen, auch wenn das schwierig ist", sagt Freund, vor zwei Jahren in Harrachov Abbruchsieger: "Ich wüsste nicht, wer der letzte war, der da seinen Titel verteidigt hat."

Nur zwei Springern gelang der WM-Doppelschlag seit der Premiere 1972: Sven Hannawald (2000/2002) und dem Norweger Roar Ljökelsöy (2004/2006). Dass Freund Nummer drei in dieser Liste wird, will vor allem Prevc verhindern. "Im Moment sieht esh danach aus, dass Peter der ist, den es zu schlagen ist", sagt Freund, der in Willingen trotz aller Belastungen auch im Team antritt. "Ihn herauszunehmen, ist überhaupt keine Option. Es geht für uns ja auch noch um die Nationenwertung", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Auch Prevc gönnt sich nach dem Tournee-Triumph keine Pause. Mit dem WM-Titel am Kulm und dem Sieg im Gesamtweltcup will der Slowene seine Saison krönen und nimmt deshalb auch den Trip ins Sauerland in höchstem Maße ernst. "In Willingen sind wir wieder alle bei Null", sagte der 23-Jährige: "Und der nächste Sprung ist immer mein nächstes Ziel, egal wo."

Die anderen deutschen Springer kämpfen derweil im Hochsauerland gegen den Tournee-Blues an. "Klar, das letzte Springen in Bischofshofen war schon ärgerlich für mich. Aber Willingen wird wieder richtig cool", sagt Richard Freitag, der mit Platz neun bei den "Four Hills" im Rahmen seiner Möglichkeiten blieb.

Willingen ist für Bundestrainer Werner Schuster die letzte Möglichkeit zum Casting für die Flug-WM. "Wir wollen dort für die WM in Form kommen", sagt Schuster. Die Weltmeisterschafts-Fahrer - fünf Einzelspringer sowie eventuell ein Ersatzmann - werden somit wohl aus dem aktuellen Aufgebot rekrutiert.

Freund, Freitag, Andreas Wellinger und Andreas Wank sollten ihren Platz sicher haben, gute Chancen haben der Willinger Lokalmatador Stephan Leyhe und Altmeister Michael Neumayer - seine Entscheidung gibt Schuster allerdings frühestens am Dienstag bekannt.

(sid)
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