Skispringen: Uhrmann gibt Sieg aus der Hand
zuletzt aktualisiert: 02.02.2011 - 20:34Klingenthal (RPO). Erst Schanzenrekord, dann Absturz: Michael Uhrmann hat den sicher geglaubten Sieg beim Skisprung-Weltcup in Klingenthal noch aus der Hand gegeben. Mit dem Schanzenrekord von 146,5 m hatte der 32-Jährige aus Rastbüchl überlegen geführt, ehe er im zweiten Durchgang auf Platz 13 abstürzte.
"Das ist alles andere als toll. Aber mein erster Sprung war genial, den nehme ich mit. Ich habe es leider nicht hinbekommen, zwei gleich gute Sprünge runterzubringen", sagte der enttäuschte Uhrmann.
"Noch nicht reif für den Sieg"
Bei lediglich 115 m war der Routinier gelandet, den gerade noch euphorischen 13.000 Zuschauern blieb der Freudenschrei im Halse stecken. "Es ist nicht ganz so tragisch. Der erste Sprung war weltklasse, aber Michael war noch nicht reif für einen Sieg", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Seinen bisher letzten Weltcup-Sieg hatte Uhrmann am 28. Januar 2007 in Oberstdorf gefeiert.
So war drei Tage nach seinem Triumph in Willingen Severin Freund als Zehnter wieder der beste Deutsche Springer. Den Sieg sicherte sich der Pole Kamil Stoch mit 264,6 Punkten ganz knapp vor Tournee-Sieger Thomas Morgenstern. Der Österreicher kam auf 264,0 Punkte und verwies den viermaligen Olympiasieger Simon Ammann (Schweiz/263,3) auf Rang drei.
Hinter Freund platzierten sich auch Michael Neumayer (Berchtesgaden/15.), Richard Freitag (Aue/17.) und Pascal Bodmer (Meßstetten/19.) in den Top 20. Lediglich Martin Schmitt war einmal mehr nicht zum Jubeln zumute. Bei äußerst schwierigen Bedingungen flog der 33-Jährige aus Furtwangen mit 115,5 m nur auf Platz 43 und schied aus. "Mein Frust ist schon ziemlich groß. Ich war gut drauf und dann war der Wettkampf schon so schnell gelaufen", sagte Schmitt.
Seinen Platz im Aufgebot für die WM in Oslo dürfte der viermalige Weltmeister dennoch sicher haben. Bundestrainer Werner Schuster will das Geheimnis um die WM-Fahrer noch vor der letzten Station der Team-Tour in Oberstdorf lüften. Der Österreicher dürfte sich auf sechs WM-Fahrer festlegen, vier dürfen am Holmenkollen eingesetzt werden.
"Michis Sprung war der Hammer"
Nach Uhrmanns nahezu perfektem Sprung entschied die Jury, den Anlauf um gleich zwei Luken zu verkürzen - und der Durchgang verkam zur Farce. Die Top-Athleten hatten bei nachlassendem Wind keine Chance, zeigten jedoch auch teilweise Verständnis. "Wenn jemand 146,5 Meter springt, dann ist es angebracht zu verkürzen. Michis Sprung war der Hammer", sagte Freund.
Auch Uhrmann war bereits im Siegestaumel. "Das war Wahnsinn. Bei dem Sprung hat alles gestimmt. Und Schanzenrekordler klingt doch gar nicht schlecht", sagte der Team-Olympiazweite. Was dann passierte dürfte Uhrmann allerdings weniger berauscht haben.
Viel Zeit zum Ärgern hat er jedoch nicht. Bereits am Donnerstag zieht der Tross weiter zur letzten Station der Team-Tour nach Oberstdorf. Auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze steht nach der Qualifikation am Freitag ein Einzel- am Samstag sowie ein Mannschaftswettbewerb am Sonntag auf dem Programm.
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