| 19.16 Uhr

Skisprung-Weltcup in Trondheim
Stoch gewinnt mit Schanzenrekord - Freitag Fünfter

Porträt: Kamil Stoch - Olympiasieger und Hannawald-Nachfolger
Porträt: Kamil Stoch - Olympiasieger und Hannawald-Nachfolger FOTO: ap, KJ
Trondheim. Skispringer Kamil Stoch gewinnt auch in Trondheim und steht vor seinem nächsten Titelgewinn. Richard Freitag wird Fünfter, Andreas Wellinger sucht seine Olympia-Form.

Als "König" Kamil Stoch seine Herrschaft über die Skisprung-Welt untermauert hatte, verneigte sich auch Richard Freitag ehrfürchtig. "Was der Kamil da fabriziert, ist unglaublich", sagte der Sachse, der mit seinem fünften Rang beim Weltcup in Trondheim mehr als zufrieden sein durfte. Doch gegen Olympiasieger und Rekordjäger Stoch war wieder einmal kein Kraut gewachsen.

Der seit Wochen dominierende Pole feierte auf der Granasen-Schanze vor Doppel-Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) und dem Norweger Robert Johansson seinen siebten Saisonsieg und baute seine klare Führung in der Gesamtwertung der "Raw-Air"-Serie aus. Im ersten Durchgang schraubte der 30-Jährige den Schanzenrekord um drei Meter auf sensationelle 146,0 m. "Kamil springt den anderen derzeit sehr weit weg", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Fotos: Richard Freitag – Skispringer und Vize-Weltmeister FOTO: afp, MICHAL CIZEK

Das galt auch für Freitag, dem umgerechnet sieben Meter zum Podest fehlten. Dennoch war der 26-Jährige mit seiner Leistung zufrieden. "Es geht wieder aufwärts, das stimmt mich positiv. Kamil ist derzeit eine Klasse für sich", sagte Freitag. In der Tat: Stoch hat in diesem Winter schon die Vierschanzentournee sowie Gold in Pyeongchang gewonnen, auch im Gesamtweltcup führt er deutlich.

Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) blieb als 22. derweil erneut weit hinter den Erwartungen zurück, für den 22-Jährigen war es das mit Abstand schlechteste Ergebnis der Saison. "Der Wettkampf war irgendwie nix", sagte Wellinger. Karl Geiger dagegen überraschte mit Rang sieben, seinem zweitbesten Resultat des Winters. "Der Tag hat mir richtig gut getan", sagte der Oberstdorfer.

Einen turbulenten Tag erlebte Markus Eisenbichler. Der WM-Dritte verbesserte sich mit einem starken zweiten Sprung noch vom 19. auf den zehnten Rang, hatte sein Highlight aber schon vor dem Wettkampf erlebt. In der Probe flog Eisenbichler aus der untersten Luke auf 148,5 m, was jedoch nicht als Rekord gewertet wird. "Den Sprung werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen, davon hatte ich vielleicht zwei oder drei in meinem Leben", sagte Eisenbichler.

Stephan Leyhe (Willingen) und Andreas Wank (Hinterzarten) belegt den 20. bzw. 24. Platz. David Siegel (Baiersbronn) verpasste auf Rang 50 den zweiten Durchgang deutlich.

In der Gesamtwertung der zehntägigen "Raw-Air-"Serie liegt Stoch vor der letzten Station in Vikersund mit 1582,3 Punkten klar vor den Norwegern Johansson (1494,7) und Andreas Stjernen (1470,2), der am Donnerstag Vierter wurde. Die Siegprämie in Höhe von 60.000 Euro dürfte Stoch kaum noch zu nehmen sein. Freitag (1422,5), Wellinger (1365,3) und Geiger (1353,89 belegen die Ränge sieben, neun und zehn.

Die Norwegen-Tour wird schon am Freitag mit der Qualifikation in Vikersund (17.30 Uhr/Eurosport) fortgesetzt. Auf dem "Monsterbakken" hatte Stefan Kraft vor einem Jahr den Skiflug-Weltrekord auf 253,5 m segelte. Gut möglich, dass Stoch auch diesen Rekord knackt.

(sid)
 
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