| 10.32 Uhr
Ärger um Anzüge bei Vierschanzentournee
Die ständige Angst vor der Disqualifikation
Ärger um Anzüge bei Vierschanzentournee: Die ständige Angst vor der Disqualifikation
Andreas Kofler wurde beim Springen in Oberstdorf disqualifiziert. FOTO: dpa, Daniel Karmann
Garmisch-partenkirchen. Andreas Kofler war untröstlich. "Ich hatte das Gefühl, dass mit dem Anzug alles okay ist, aber am Bauch hat es nicht gepasst. Die Vierschanzentournee kann ich jetzt natürlich abhaken", sagte der Österreicher, der als bislang prominentester Skispringer ein Opfer der umstrittenen Anzugregel wurde. Wenige Zentimeter machten aus dem Mitfavoriten der Tournee einen chancenlosen Hinterher-Flieger.

Doch der internationale Skiverband FIS kennt auch bei großen Namen keine Gnade. "Es macht schon allein aus physikalischer Sichtweise etwas aus, ob ein Anzug mehr Fläche und damit eben mehr Auftrieb bietet", sagte FIS-Materialkontrolleur Sepp Gratzer dem SID. Seit dieser Saison dürfen zwischen Körper und Anzug nur noch zwei statt bisher sechs Zentimeter liegen. Zunächst war sogar eine "Nulllösung" geplant, wogegen mehrere Athleten heftig protestiert hatten.

Die Folge ist eine gefährliche Gratwanderung. "Jeder Zentimeter mehr ist ein Vorteil. Jeder versucht, ans Limit zu gehen", sagt Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl. Das Problem: Die Anzüge können nicht vorab von der FIS abgesegnet werden. "Außerdem dehnt sich der Stoff, und man weiß nicht, wie schnell das zurückgeht", sagt Österreichs Coach Alexander Poitner. Er sieht die Springer in der Pflicht: "Man kann nicht dem Trainer die Schuld geben, der Athlet ist am Ende für das Material verantwortlich."

Die deutschen Adler haben bereits Konsequenzen aus Koflers Disqualifikation gezogen. "Es hilft nur, ständig zu kontrollieren: am Abend, am Vormittag und unmittelbar vor dem Wettkampf", sagte Altmeister Martin Schmitt dem SID: "Kein Athlet will Zentimeter verschenken, deswegen bewegt man sich schnell im Grenzbereich, um konkurrenzfähig zu bleiben."

Quelle: sid/areh
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar