Nach schwacher Vierschanzentournee: Martin Schmitt fliegt aus dem Team
zuletzt aktualisiert: 07.01.2010 - 10:46Bischofshofen (RPO). Als Andreas Kofler im Alpendorf seinen Tournee-Gesamtsieg mit den Austria-Adlern begoss, war Skihüpfer Martin Schmitt längst auf dem Heimweg. Der Vizeweltmeister flog nach schwachen Leistungen aus dem deutschen Team, das sich am Donnerstag von Bischofshofen aus auf den Weg zum anstehenden Skiflug-Weltcup im österreichischen Bad Mitterndorf machte.
"Martin tritt momentan auf der Stelle. Es ist einfach zu wenig Absprung-Dynamik da", sagte Schuster: "Wir brauchen einen starken Martin unbedingt bei Olympia. Er wird wohl ein paar Basiseinheiten auf einer kleinen Schanze absolvieren." Fünf Wochen bleiben noch bis zum Beginn der Winterspiele, und die Weltcup-Pause für den 31-Jährigen wird mindestens zwei Wochen dauern.
Nach dem anstehenden Skifliegen werden neben Schmitt auch die anderen deutschen Olympia-Kandidaten auf den Trip ins japanische Sapporo verzichten. Das schwächste Tournee-Resultat aller Zeiten zwingt zum Handeln. "Der Abstand zur Spitze ist groß. Wir müssen die Zeit nutzen", sagte Schuster, bleibt aber optimistisch: "Die anvisierte Olympiamedaille ist absolut drin."
Schmitt "Ich bin auf der Suche"
Der Chefcoach glaubt auch weiter an eine Leistungsexplosion bei Schmitt, obwohl ein 21. Platz zum Abschluss in Bischofshofen dessen beste Platzierung bei einer frustrierenden Tournee war. "Ich bin einfach momentan nicht in der Form für Weltklasseleistungen. Ich bin auf der Suche", sagte Schmitt zerknirscht. Er fahndet immer noch nach dem perfekten Material, vor allem aber fehlt ihm beim Absprung die letzte Power: "Ich komme einfach nicht ins Fliegen."
Diese Einschätzung gilt allerdings für das gesamte deutsche Team, in dem nur der auf allen vier Tourneestationen beste Deutsche Pascal Bodmer Top-Ten-Leistungen anbot. Platz sieben in der Gesamtwertung reicht dem 19-Jährigen aber nicht. "Es wäre schon schön, wenn ich von Olympia mit einer Medaille heimkomme", sagte Bodmer, der in Zukunft die überragenden Überflieger aus Österreich attackieren will: "Sicherlich will ich die schlagen und ganz oben stehen. Und dann nicht nur einmal, sondern konstant."
Kofler: "Ein Traum hat sich erfüllt"
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, denn bei der Vierschanzentournee gewannen die Austria-Adler alle vier Springen und stellten in Kofler den strahlenden Gesamtsieger. Der 25-Jährige, der bei Olympia 2006 Gold nur um 0,1 Punkte verpasst hatte, feierte den größten Erfolg seiner Karriere gemeinsam mit den Teamkollegen: "Für mich hat sich ein Traum erfüllt, das ist immer noch unglaublich. Nach zwei ganz harten Jahren kann ich den Erfolg ganz anders schätzen."
Die 35.000 Euro teure Nobelkarosse für den Tournee-Gesamtsieger darf voraussichtlich Koflers Schwester Daniela fahren. Er selbst kann sich im überragenden Team der Austria-Adler zumindest für ein paar Tage als Chef fühlen. Wolfgang Loitzl: "Teamleader ist immer der Beste. Deshalb ist Kofi jetzt der Boss."
Wir haben die Pressestimmen zur Vierschanzentournee für Sie zusammengestellt.
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