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Vierschanzentournee
Freund sagt Prevc den Kampf an

Vierschanzentournee: Severin Freund sagt Peter Prevc den Kampf an
Severin Freund (l.) und Peter Prevc kämpfen um den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee. FOTO: dpa, dka nic
Garmisch-Partenkirchen. Severin Freunds letzte Landung in Garmisch-Partenkirchen lag nicht einmal 90 Minuten zurück, da tüftelten der Skisprung-Weltmeister und Bundestrainer Werner Schuster auf der Rückfahrt ins deutsche "Hauptquartier" in Seefeld bereits am nächsten Schlachtplan. "Peter Prevc ist jetzt der Gejagte, ich bin der Jäger. Es bleibt spannend", sagte Freund. Die Vierschanzentournee gönnt ihren Hauptdarstellern keine Verschnaufpause.

Bereits am frühen Samstagnachmittag stand am legendären Bergisel die Qualifikation zum dritten Tournee-Springen an, das am Sonntag (14 Uhr/Live-Ticker) ausgetragen wird. Erstmals seit rund anderthalb Jahrzehnten dürfen die deutschen Springer zur Tournee-Halbzeit noch auf die "Four Hills"-Krone schielen.

"Ich wollte schon immer mal aus Garmisch rausfahren und um den Tournee-Sieg kämpfen, das haben wir jetzt geschafft", sagte Schuster. 7,3 Punkte Vorsprung hatte Freund nach seinem Auftakterfolg von Oberstdorf auf Prevc, nach dessen Sieg in Garmisch vor dem Norweger Kenneth Gangnes und Freund liegt der Slowene nun 8,4 Punkte vor dem Deutschen. Noch ist nichts entschieden, auch wenn Prevc in der Überform des zweiten Springens nun der große Favorit ist. "Das hier ist noch nicht zu Ende geschrieben", sagte Freund.

"Für mich war das natürlich der perfekte Start ins Jahr, es hätte nicht besser laufen können", meinte derweil Prevc, dem die beiden Schanzen in Innsbruck und Bischofshofen, wo die Tournee am kommenden Mittwoch endet, eigentlich entgegenkommen. Vor Verfolger Freund hat der 23-Jährige allerdings weiterhin einen Heidenrespekt: "Ich muss weiter das Beste aus mir herausholen und immer im Angriffsmodus bleiben. Nur ein schlechter Sprung, und alles dreht sich wieder."

So tückisch die Olympiaschanze in Garmisch war, so unbequem ist die in Innsbruck. Eines haben die beiden großen Kontrahenten Freund und Prevc in dieser Hinsicht auch gemeinsam: Einen Podestplatz in der Tiroler Hauptstadt haben beide noch nicht erreicht. "Ich habe schon ziemlich mit der Schanze gekämpft, die ist tricky", sagte Prevc.

Auch Freund reist mit gemischten Gefühlen zum Innsbrucker Hausberg. "Den ganz großen Wurf habe ich da noch nicht gelandet, aber das waren andere Situationen", sagte er. Nach seinem Durchbruch auf der wenig gelittenen Anlage in Garmisch fehlen dem Niederbayern nur noch vier der aktuellen Weltcup-Schanzen in seiner Podestsammlung: Neben Innsbruck und Bischofshofen hat es bislang auch im Schweizer Engelberg noch nicht gereicht, im kasachischen Almaty wird Ende Februar erstmals um Weltcup-Punkte gesprungen.

Die weiteren Deutschen haben derweil mit dem Ausgang der Tournee nichts mehr zu tun, gehen aber dennoch mit hohen Zielen in die zweite Hälfte – allen voran Richard Freitag, der im Vorjahr in Innsbruck triumphiert hatte. "Darauf freue ich mich wieder, die Stimmung dort ist super", sagte der Sachse, in Garmisch als Sechster zweitbester Deutscher.

(sid)
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