Ex-Skisprung-Star: Weißflog adelt Schmitt
zuletzt aktualisiert: 04.01.2009 - 10:55Innsbruck (RPO). Der erfolgreichste deutsche Skispringer aller Zeiten bewundert Martin Schmitt für sein bemerkenswertes Comeback. Vor dem dritten Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck (Sonntag, 13.45 Uhr/LIVE!-Ticker) sang Jens Weißflog ein Loblied auf den 30-Jährigen.
"Es ist eine erstaunliche Leistung, dass Martin nach all den schwierigen Jahren so zurückgekommen ist", sagt Weißflog und spürt trotz des Rückschlags beim Neujahrsspringen bereits eine neue Schmitt-Euphorie: "Die Leute fiebern wieder mit, sie fragen nach Schmitt. Ich denke auch, dass er es wieder aufs Podest schaffen kann. Jetzt ist die Tournee nicht mehr in Deutschland, der Druck ist weg und Martin kann befreit springen."
Schließlich hat Weißflog Erfahrung in Sachen spektakuläre Comebacks. Als bislang einziger Skispringer der Geschichte gewann der "Floh vom Fichtelberg" die Tournee im Parallel- und im V-Stil, den er im hohen Sportleralter noch gelernt hatte.
Mit zehn Tagessiegen hält er gemeinsam mit dem Norweger Björn Wirkola einen Tournee-Rekord. Den für die meisten Gesamtsiege hat der Triumphator von 1984, 1985, 1991 und 1996 allerdings im vergangenen Winter an den fünfmaligen Sieger Janne Ahonen verloren.
"Natürlich habe ich da nachts ins Kissen geweint", sagt Weißflog und fügt lachend hinzu: "Aber ohnehin zählt der fünfte Sieg von Janne nicht, weil es im vergangenen Jahr durch den Ausfall von Innsbruck nur eine Dreischanzentournee war."
Dass er ausgerechnet nach dem historischen Triumph des Finnen nun im zarten Alter von 44 Jahren zum Tournee-Ehrengast wurde, hat Weißflog schon gewundert: "Ich habe mich gleich gefragt, ob ich schon so alt bin. Aber immerhin bin ich der billigste Tournee-Ehrengast aller Zeiten, weil das ZDF mein Zimmer bezahlt."
Wenn er an seine großen Tourneezeiten zurückdenkt, fallen dem Sachsen nicht seine einmaligen Erfolge ein, sondern der Winter 1989/90 nach der deutschen Vereinigung: "Da durften plötzlich Leute aus dem Osten dabei sein, es gab Transparente wie 'Chemnitz grüßt Jensi'. Da hatte ich schon eine Träne im Knopfloch, das ging mir sehr nahe."
Das Flair und die Begeisterung der Fans sei damals das gleiche wie heute gewesen, allerdings habe sich das Umfeld an den Schanzen ("Unglaublich, wo wir uns früher umgezogen haben") und vor allem die Medienszene geändert.
Der Job als TV-Experte macht Weißflog Spaß, weil er bei seiner große Liebe Skispringen zwar dabei ist, aber keine riesige Verantwortung trägt: "Es gibt mal Kritik vom Skiverband an meinen Aussagen, aber das ist ja nicht mein Arbeitgeber, dem ich verpflichtet bin."
Das soll auch so bleiben, denn Weißflog sieht den Deutschen Skiverband (DSV) mit dem neuen Bundestrainer Werner Schuster auf einem sehr guten Weg. Weißflog: "Er erreicht die Sportler, ganz speziell auch Martin Schmitt. Der wird uns noch viel Freude machen."
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