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WM-Affäre
DFB verteidigt Sportausschuss-Absage

WM-Affäre: DFB verteidigt Sportausschuss-Absage
Rainer Koch, 1. Vizepräsident des DFB, hat seine Zusage für die nächste Ausschusssitzung im April gegeben. FOTO: dpa, cch jhe hak nic
Berlin/Frankfurt. Vizepräsident Koch will im April die Politik über die WM-Affäre informieren. Von Gianni Costa

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz die Ermittlungsergebnisse zu Unregelmäßigkeiten rund um die Weltmeisterschaft 2006 präsentiert. Die Führungsspitze des Verbands hat sich selbst für die Transparenz bei der Untersuchung gelobt. Die Juristen kamen zur Feststellung, keine eindeutigen Beweise dafür gefunden zu haben, dass Mitglieder des Weltverbands Fifa bestochen wurden, um das Sommermärchen nach Deutschland zu holen. Unklar ist nach wie vor, welche Rolle Franz Beckenbauer bei der Überweisung von 6,7 Millionen Euro auf ein Konto hatte, das der Firma Kemco des mittlerweile lebenslang gesperrten Fifa-Funktionärs Mohamed bin Hammam in Katar gehörte.

Der Sportausschuss des Bundestags wollte noch ein paar Nachfragen stellen und hat deshalb das DFB-Präsidium zur nächsten Sitzung am 16. März eingeladen. Wie unsere Redaktion aus Verbandskreisen erfahren hat, sollte Rainer Koch, 1. Vizepräsident des DFB, zum Thema "Vorgänge für die Vergabe der WM 2006" berichten. Koch hat seine Teilnahme abgesagt, ein anderer geeigneter Vertreter stünde an dem Termin nicht zur Verfügung. Stattdessen soll Christian Duve von der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer über die Ermittlungsergebnisse berichten und Fragen der Abgeordneten beantworten.

"Dass der DFB und sein mehrköpfiges Präsidium sich außerstande sehen, an der Sitzung teilzunehmen, ist bedauerlich und beschämend zugleich. Wer nach der Veröffentlichung des Freshfield-Berichtes glaubt, die Akte WM 2006 ad acta legen zu können, irrt gewaltig", sagt Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Grünen. "Es gibt zahlreiche unbeantwortete Fragen. Über Jahre wurde betrogen, getrickst, getäuscht und vertuscht. Das Mindeste ist, dass sich die Verantwortlichen entschuldigen."

Koch sagt im Gespräch mit unserer Redaktion, er habe die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) bereits im Februar darüber informiert, dass er an diesem Tag noch auf einem Verbandstermin in Namibia ist. In einem Brief an Freitag habe er angeboten, an einem anderen Termin zu erscheinen - es gibt nun eine Zusage für die nächste Ausschusssitzung im April. "Herr Mutlu wäre gut beraten, sich erst zu informieren und dann aufgeregt zu kommentieren", sagt DFB-Mediendirektor Ralf Köttker. "Seine polemische Äußerung ist nicht nur im Tonfall unangemessen, sondern schlichtweg falsch."

Quelle: RP
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