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WM-Quali
Hollands Fußball versinkt im Chaos

WM-Qualifikation: Hollands Fußball versinkt im Chaos
Die Generalprobe gegen Griechenland hat Oranje verpatzt. FOTO: dpa, ss
Amsterdam/Düsseldorf. Trainer Danny Blind muss seine Elf heute zum Sieg in Schweden führen - sonst verliert er wohl seinen Job. Von André Schahidi

Der Verbandspräsident ist weg. Ein Co-Trainer auch. Der nächste Assistenztrainer geht bald - und bei einer Niederlage heute fliegt wohl auch der Chefcoach. Hollands Fußball versinkt vor dem Qualifikationsauftakt zur WM 2018 in Schweden (heute, 20.45 Uhr, live bei RTL Nitro) im Chaos.

Bondscoach Danny Blind steht bereits in Spiel eins der Qualifikation mit dem Rücken zur Wand. Verliert er in Schweden, so mutmaßen die Oranje-Experten, muss er seinen Hut nehmen. Wenig Hoffnung bietet dabei das Abschneiden in der Generalprobe. Am Freitag verloren die Niederländer 1:2 gegen Griechenland mit Trainer Michael Skibbe. "Das ist nicht gut für unser Selbstvertrauen", gab Blind zu.

Hinzu kommt Personalchaos im Trainerstab. Dick Advocaat, gerade erst als Assistent angestellt, zog einen lukrativen Trainerposten in Istanbul vor. Und Co-Trainer Marco van Basten möchte ab November lieber beim Weltfußballverband Fifa arbeiten. "Dass die beiden gegangen sind, dazu habe ich als Mensch eine Meinung", sagt Blind. "Als Trainer muss ich das aber sachlich sehen. Was habe ich davon, wenn ich jetzt heule?" Versuche, Ruud Gullit als neuen Assistenten zu verpflichten, scheiterten an Vertragswünschen des Europameisters von 1988.

Sportlich wiegt, wie üblich, der Ausfall Arjen Robbens schwer. Der Bayern-Stürmer konnte erst in sechs Länderspielen unter Blind auflaufen. Ohne ihn ist Holland nur die Hälfte wert - und so werden auch Spiele gegen Schweden schon zu einer schwer lösbaren Aufgabe. Das sehen auch die Fans so: Laut einer Umfrage des Fachblattes "Voetbal International" glauben gerade einmal 15 Prozent der Befragten, dass Holland die Qualifikation meistern wird. Dabei kann sich die Niederlande nach der Euro 2016 das erneute Verpassen eines großen Turniers eigentlich gar nicht leisten - bereits jetzt ist der Abstand zu den führenden Fußball-Nationen sehr groß.

Immerhin nahm Bert van Oostveen, ein ausgemachter Technokrat, kürzlich seinen Hut als Verbandschef. Ihm wird ein Großteil der Misere angelastet. Sein Nachfolger Gijs de Jong hat indes nicht den Ruf des großen Reformers. So wird das Chaos im niederländischen Fußball wohl so schnell nicht behoben werden. Bondscoach Blind wird vermutlich nicht mehr lange seinen Anteil daran haben.

Quelle: RP
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