Keine Chance für Telekom-Fahrer: Wrolich gewinnt "Rund um Köln"
zuletzt aktualisiert: 01.04.2002 - 17:36Köln (rpo). Ein Österreicher verdarb dem Team Telekom am Ostermontag den avisierten Heimsieg bei der 87. Auflage des Traditionsrennens "Rund um Köln". Peter Wrolich ließ nach 200,7 Km im Spurt einer dreiköpfigen Spitzengruppe um Kai Hundertmarck und Christian Werner keine Chance.
Wrolich feierte in Köln den ersten Sieg eines Österreichers. Telekom verpasste so den siebenten Saisonsieg. Wrolich, der seinem Team den lang ersehnten ersten Saisonsieg bescherte, trat die Nachfolge des Telekom-Fahrers Gian-Matteo Fagnini an. Vor dem Italiener, zur Zeit wegen eines Schlüsselbeinbruchs außer Gefecht, hießen die Sieger aus dem Hause Telekom in Köln Jens Heppner (1999) und Steffen Wesemann (2000).
Der Weltranglisten-Zweite Erik Zabel (Unna) ging am zweiter Oster-Feiertag leer aus, weil die Konstellation des Rennens einen Massensprint schon früh sehr unwahrscheinlich machte. Außerdem gilt seine ganze Konzentration dem zweiten Weltcup-Rennen am kommenden Sonntag in Flandern.
Bei herrlichem Frühlingswetter hatte sich schon im ersten Drittel des Rennens eine 23 köpfige Spitzengruppe gebildet, die auf den letzten 90 Kilometer des Rennen durchs Bergische Land auf 17 Fahrer zusammengeschrumpft war. Da die beiden deutschen Topteams Telekom und Gerolsteiner jeweils mit drei Fahrern vorn vertreten waren, konnte sich die Spitzengruppe einen komfortablen Vorsprung herausfahren. Auch in der Schlussphase setzte das Hauptfeld nicht mehr kompromisslos nach.
53 Km vor dem Ziel hatte sich dann eine dreiköpfige Spitzengruppe abgesetzt, die das Rennen unter sich ausmachte. Im Finale nützte Glatzkopf Hundertmarck, sonst verlässlicher Helfer der Teamchefs Jan Ullrich und Erik Zabel, seine Routine wenig. Er zog den Spurt zu früh an und wurde von Wrolich vor insgesamt mehreren Hunderttausend Zuschauern, die die Strecke säumten, ohne Mühe vor dem Zielstrich passiert. "Christian Werner war am Ende ein bisschen platt. Als Hundertmarck den Spurt eröffnete, konnte ich an sein Hinterrad und dann lief es optimal für mich", freute sich Wrolich.
Seit 1908 als der Kölner Fritz Tacke vor 20 000 Zuschauern an den Feldwegen mit 32 Minuten Vorsprung ins Ziel kam, wird das traditionelle Eintagesrennen ausgetragen, zu dem am Montag Doppel- Olympiasiegerin Claudia Pechstein in der BayArena in Leverkusen den Startschuss abgegeben hatte. Am Montag zählte die Polizei wesentlich mehr Zuschauer, obwohl die Besetzung des Rennens mit internationalen Topfahrern, abgesehen von der deutschen Spitze, zu wünschen übrig ließ.
Ergebnisse vom 87. Rennen "Rund um Köln" (200,7 km):
1. Peter Wrolich (Österreich) 4:44:19 Stunden 2. Kai Hundertmarck (Eppstein-Bremthal) gleiche Zeit 3. Christian Werner (Frankfurt/Main) 5 Sek. zur. 4. Gorik Gardeyn (Belgien) 2:20 Min. 5. Ralf Grabsch (Köln) 6. Rene Haselbacher (Österreich) alle gleiche Zeit
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