Tennis: Serena Williams erreicht das Viertelfinale: WTA-Turnier in Hannover behält "Attraktion"
zuletzt aktualisiert: 17.02.2000Hannover (dpa). Das Damen-Tennisturnier in Hannover hat wenigstens eine Attraktion behalten. Einen Tag nach dem Aus der deutschen Hoffnungsträgerin Anke Huber (Karlsdorf) gewann die an Nummer eins gesetzte Amerikanerin Serena Williams am Donnerstag ihr Auftaktmatch gegen die Belgierin Sabine Appelmans mit 6:1, 6:3. Im Viertelfinale der mit 535 000 Dollar dotierten Veranstaltung trifft die 18 Jahre alte US-Open-Siegerin auf die Schweizerin Patty Schnyder. Die Hannover-Siegerin von 1998 hatte zuvor die Kanadierin Sonya Jeyaseelan mit 7:5, 6:4 bezwungen.
Nachdem Venus Williams ihren Start abgesagt hatte, mussten die Organisatoren auch lange um den Auftritt der jüngeren Williams- Schwester zittern. Die Weltranglisten-Vierte hatte sich im Finale des Turniers in Paris am vergangenen Sonntag eine Verletzung am rechten Knie zugezogen. Doch im Treffen gegen Sabine Appelmans war nichts mehr von dem Handicap zu spüren. Mit ihrem kraftvollen Spiel setzte sie ihre 27-jährige Gegnerin von Beginn an unter Druck. Nach zwei Breaks gegen Sabine Appelmans entschied Serena Williams nach 24 Minuten den ersten Satz für sich.
Im zweiten Durchgang hielt die Belgierin besser mit, auch weil sich die Fehler der Amerikanerin häuften. Bis zum 3:3 konnte Appelmans das Match noch offen gestalten. Doch dann verlor die Bezwingerin der deutschen Meisterin Martina Müller (Hannover) ihren Aufschlag zum 3:4. Zwar bäumte sie sich noch einmal auf, hatte aber letztlich keine Chance. Nach 1:11 Stunden verwandelte Williams vor 3 500 Zuschauer ihren dritten Matchball.
Foto: Sabine Appelmans unterlag glatt.
Ob in Hannover auch in den kommenden Jahren Spitzentennis geboten wird, ist noch offen. Das WTA-Turnier der Damen um den Faber-Grand- Prix wackelt. "Alles hängt vom Ergebnis der Fernsehverhandlungen ab", erklärte Ion Tiriac. Der rumänische Tennis-Manager hatte die ATP-WM der Herren und das Damen-Turnier nach Hannover geholt. Tiriac und Turnierdirektor Ed Peter schlossen einen Umzug in eine andere Stadt oder ein anderes Land nicht aus, falls die Gespräche mit der Sportrechte-Agentur SportA scheitern.
Die SportA vermarktet Sportrechte für ARD/ZDF. Der bestehende TV- Vertrag mit der ARD läuft mit Turnierende am Sonntag aus. Ion Tiriac erwartet eine Entscheidung in den nächsten drei Wochen. Der diesjährige Turnierverlauf, der durch das Fehlen mehrerer Top- Spielerinnen und durch das frühe Scheitern der letzten deutschen Teilnehmerin Anke Huber gekennzeichnet ist, spricht nicht unbedingt für eine Vertragsverlängerung.
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