Vierter Erfolg des Telekom-Kapitäns beim Rad-Klassiker: Zabel gewinnt Mailand-San Remo
zuletzt aktualisiert: 24.03.2001 - 19:22San Remo (rpo). Telekom-Kapitän Erik Zabel hat zum vierten Mal das Radrennen Mailand-San Remo gewonnen. Der Sprintspezialist siegte im Schlussspurt vor dem Italiener Mario Cipollini und Weltmeister Romans Vainsteins aus Litauen. Zabel übernahm damit auch die Führung im Weltcup.
Erik Zabel bestätigte das Gesetz der Serie auf eindrucksvolle Art. Der Telekom-Kapitän, zuvor 1997, 1998 und im Vorjahr siegreich, zeigte sich nach 287 km wiederum im Sprint einer Spitzengruppe unwiderstehlich und unbezwingbar.
Auf der Zielgeraden spurtete Zabel bei wolkenverhangenem Himmel den Italiener Mario Cipollini und Weltmeister Romans Vainsteins aus Lettland nieder. Der fünffache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France ließ bei der 92. Austragung des Traditions-Klassikers den legendären Fausto Coppi hinter sich und zog mit dem vier Mal erfolgreichen Gino Bartali gleich. Der im Vorjahr verstorbene Italiener hatte die Classicissima 1939, 1940, 1947 und 1950 gewonnen. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping - selbst ein begeisterter Hobby-Radsportler - umarmte Zabel bei der Siegerehrung.
Die Entscheidung beim Weltcup-Auftakt fiel - anders als so oft in den vergangenen Jahren - diesmal nicht am Poggio di San Remo. Nach dem letzten Anstieg sechs Kilometer vor dem Ziel lagen alle Favoriten noch in einer Kopfgruppe. Zabel, im Vorjahr Gesamtsieger des Weltcups und jetzt schon wieder im weißen Spitzenreiter-Trikot unterwegs, hatte noch seinen Helfer Gian-Matteo Fagnini bei sich. Auf den letzten Metern auf der Via Roma ließ sich Zabel auch nicht von einem Massensturz irritieren, in den unter anderem Dimitri Konyschew verwickelt war, und setzte sich nach zuvor schon fünf Saisonsiegen ungefährdet durch. Fagnini bereitete ihm dabei wie im Vorjahr den Sprint mustergültig vor.
Nach einem gemächlichen Start und Temperaturen um 17 Grad gab es nach 104 km den ersten ernsthaften Ausreißversuch. Der Ukrainer Sergej Matwejew, der Schwede Martin Rittsel, der Spanier Davi Lasa Latasa und der Tscheche Milan Kadlec fuhren zeitweilig fast zehn Minuten Vorsprung heraus. Zu diesem Zeitpunkt waren es aber noch fast 100 km bis zum Ziel. Zuvor hatten die 193 Fahrer den 773 m hohen Bric Berton und den 516 m hohen Colle del Giove überquert. Bis 30 km vor dem Ziel fing das Feld alle Ausreißer ebenso ein wie etwas später den kurzzeitig davon gefahrenen Weltranglistenersten Francesco Casagrande.
Das ebenfalls in San Remo endende Weltcuprennen der Frauen gewann die Schwedin Susanne Ljungskog. Beste Deutsche bei der "Primavera rosa" war nach 188 km Vera Hohlfeld aus Erfurt auf Platz 28. Die Weltranglistenzweite Hanka Kupfernagel aus Berlin kam bei ihrem ersten Weltcupstart in diesem Jahr nicht über Rang 34 hinaus.
ERGEBNISÜBERSICHT
92. Fernfahrt "Mailand-San Remo":
1. Erik Zabel (Unna/Telekom) 7:23:13 Stunden 2. Mario Cipollini (Italien) 3. Romans Vainsteins (Lettland) 4. Fabio Sacchi 5. Paolo Bettini 6. Gabriele Colombo 7. Gabriele Balducci (alle Italien) 8. Jo Planckaert (Belgien) 9. Beat Zberg (Schweiz) 10. George Hincapie (USA) alle gleiche Zeit
Weltcup-Gesamtwertung:
1. Zabel 100 Punkte 2. Cipollini 70 3. Vainsteins 50 4. Sacchi 40 5. Bettini 36 6. Colombo 32 7. Balducci 28 8. Planckaert 24 9. Zberg 20 10. Hincapie 16
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