Tirreno-Adriatico: Sacchi nach Doping-Razzia entlassen: Zabel knapp bezwungen
zuletzt aktualisiert: 18.03.2002 - 18:40Torricella Sicura (rpo). Erik Zabel hat seinen zweiten Etappensieg bei der Radrundfahrt Tirreno-Adriatico in Italien nur knapp verpasst. Der Profi landete beim fünften Tagesabschnitt über 150 Kilometer von Rieti nach Torricella Sicura auf Rang zwei. Die Rundfahrt wird angeblich von einem Dopingfall überschattet.
Den Sieg holte sich der Italiener Danilo Di Luca vor Zabel und seinem Landsmann Giuliano Figueras. Für Di Luca war es bereits der zweite Tageserfolg. Der Niederländer Erik Dekker, in der Weltrangliste auf Platz zwei hinter Zabel, verteidigte seine Führung in der Gesamtwertung. Die vorletzte Etappe führt am Dienstag über 208 Kilometer von Rapagnano nach Montegranaro. Die Rundfahrt endet am Mittwoch, am Samstag folgt mit Mailand-San-Remo das erste Weltcuprennen.
Die italienischen Doping-Fahnder sind bei der Razzia am Sonntagmorgen in den Zimmern von sechs Fahrern, darunter auch Davide Rebellin vom Team Gerolsteiner, offenbar fündig geworden. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, wurden Hormonprodukte und Spritzen mit Blutspuren sichergestellt. Unterdessen hat das Team Saeco-Longoni seinen Fahrer Fabio Sacchi, in dessen Haus bei einer weiteren Razzia am Sonntag das Hormonprodukt Gonadotropin konfisziert worden war, bereits entlassen.
Nach Angaben von Rebellin habe die Polizei in seinem Zimmer allerdings keine verbotenen Substanzen gefunden. "Die Fahnder haben zunächst ein Asthmaspray mitgenommen. Nachdem ich allerdings den Berichtigungsschein vorweisen konnte, habe ich die Arznei zurück bekommen." Trotzdem zeigte sich der Gerolsteiner-Profi von der Vorgehensweise der Beamten verärgert: "Die haben bei mir alles durchwühlt. Sogar aus meinem Handy wurde alle Telefonnummern registriert."
Unterdessen bestätigte die Polizei, dass die Razzia am Sonntagmorgen bei den sechs Fahrern nicht wahllos erfolgt sei. Es habe sich um eine über lange Zeit geplante Aktion gehandelt. Vorherige Telefonüberwachungen hätten die Fahrer ins Zwieliecht gerückt.
36. Fernfahrt Tirreno-Adriatico, fünfte Etappe über 150 km von Rieti nach Torricella:
1. Danilo Di Luca (Italien) 3:39: 51 Stunden, 2. Erik Zabel (Unna), 3. Giuliano Figueras, 4. Massimiliano Lelli, 5. Davide Rebellin, 6. Paolo Bettini, 7. Franco Pellizotti (alle Italien), 8. Oskar Camenzind (Schweiz), 9. Oscar Freire Gomez (Spanien), 10. Massimiliano Gentili (Italien) alle gleiche Zeit
Gesamtwertung:
1. Erik Dekker (Niederlande) 18:09:05, 2. Di Luca 0:22 Minuten zurück, 3. Freire 0:23, 4. Ruslan Iwanow (Moldawien) gleiche Zeit, 5. Guido Trentin 0:24, 6. Bettini 0:28, 7. Paolo Savoldelli (alle Italien) 0:29, 8. Jan Hruska (Tschechien) 0:30, 9. Jörg Jaksche (Ansbach) 0:36, 10. Camenzind 0:38
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