Comeback des Ex-Weltmeisters: Zabel verpasst "Etappen-Hattrick"
zuletzt aktualisiert: 01.06.2001 - 19:52Mannheim (rpo). Erik Zabel ist nur knapp am "Etappen-Hattrick" auf der Deutschland-Tour gescheitert. Ex-Weltmeister Oscar Freire und Tom Steels fuhren auf der vierten Etappe beim vierten Massenspurt in Folge vor dem Telekom-Kapitän über die Ziellinie.
"Wir sind zweigleisig gefahren und konnten Telekom damit erfolgreich in die Schranken weisen", freute sich Freire, der nach seinem WM-Triumph von 1999 immer wieder unter Rückenbeschwerden gelitten hatte.
Zabel war nach seiner bislang schwächsten Platzierung bei der diesjährigen Deutschland-Tour keinesfalls enttäuscht. "Man kann nicht immer gewinnen, Freire und Steels sind halt ausgezeichnete Sprinter", sagte der Weltcupsieger aus Unna: "Ich habe allen Grund zur Freude, immerhin habe ich die Gesamtführung verteidigt."
20 Sekunden Vorsprung hat Zabel im Gesamtklassement auf den nun zweitplatzierten Freire. Für das Zeitfahren am Samstag macht sich der 30-Jährige allerdings keine großen Hoffnungen: "Da kann ich das Trikot eigentlich schon vorher abgeben."
Gegen die Mapei-Übermacht im Finish konnte Zabel diesmal nichts ausrichten. Zu früh war er aus dem Windschatten seiner Spurt-"Lokomotive" Gian-Matteo Fagnini (Italien) heraus gefahren. "Die Mannschaft musste auf den letzten 20 km viel arbeiten, um den Massenspurt vorzubereiten", erklärte Steffen Wesemann: "Das hat ganz schön Kraft gekostet."
Zahlreiche Attacken hatten in der Anfangsphase der Etappe für Unruhe gesorgt. Allerdings konnte sich zunächst kein Fahrer entscheidend absetzen. Vor allem die Teams Telekom und Coast hatten das Feld immer wieder an die vereinzelten Ausreißergruppen herangeführt.
Erst 40 km vor dem Ziel schafften es zwei Fahrer, einen größeren Abstand zwischen sich und das Hauptfeld zu legen. Der Schweizer Christian Heule und der Niederländer Paul van Schalen erkämpften sich zwischenzeitlich über drei Minuten Vorsprung, mussten sich aber knapp drei Kilometer vor dem Ziel dann doch geschlagen geben und den Weg abermals für die Sprintspezialisten frei geben.
Eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg könnte schon am Samstagnachmittag im 27,2 km langen Einzelzeitfahren von Weinheim nach Heppenheim fallen. Zuvor steht am Vormittag allerdings die erste Halbetappe des Tages über 92 km von Mannheim nach Heppenheim auf dem Programm. Die Deutschland-Tour endet am Pfingstmontag nach insgesamt 1.241 km in Stuttgart.
3. Etappe über 176,9 km von Erfurt nach Bad Neustadt:
1. Oscar Freire (Spanien) 6:03:42, 2. Tom Steels (Belgien), 3. Erik Zabel (Unna), 4. Steffen Radlocha (Leipzig), 5. Robbie McEwen (Australien), 6. Saulius Ruskys (Litauen), 7. Sven Teutenberg (Mettmann), 8. Kurt-Asle Arvesen (Norwegen), 9. Steven de Jongh (Niederlande), 10. Martin Müller (Cottbus), ... 12. Thosten Wilhelms (Hannover), ... 17. Torsten Nitsche (Erfurt), ... 30. Andre Korff (Forchheim), ... 35. Andreas Klöden (Cottbus), ... 46. Rolf Aldag (Ahlen), ... 54. Udo Bölts (Heltersberg), 55. Jörg Ludewig (Steinhagen), ... 73. Grischa Niermann (Hannover), ... 75. Christian Wegmann (Münster), ... 82. Alex Zülle (Schweiz), ... 85. Andreas Klier (München), ... 87. Fernando Escartin (Spanien), ... 96. Steffen Wesemann (Küttingen), ... 112. Sascha Henrix (Düren) alle gleiche Zeit
Gesamtklassement:
1. Zabel 20:06:27 Stunden, 2. Freire 0:20 Minuten zurück, 3. Kemna 0:21, 4. Teutenberg gleiche Zeit, 5. Igor Pugaci (Moldawien) 0:24, 6. Gennadi Michailow (Russland) 0:26, 7. Werner Riebenbauer (Österreich) gleiche Zeit, 8. Mc Ewen 0:27, 9. Jörg Ludewig (Steinhagen), 10. Roger Beuchat (Schweiz) beide gleiche Zeit, ... 16. Fernando Escartin (Spanien) 0:29, ... 18. Radlocha 0:30, ... 25. Korff, 26. Klöden, 27. Nitsche, ... 35. Michele Bartoli (Italien), 46. Andrej Tschmil (Belgien), ... 49. Niermann, ... 53. Aldag, ... 62. Wegmann, ... 66. Bölts, ... 69. Zülle, ... 75. Henrix alle gleiche Zeit, ... 109. Klier 1:53, 110. Wesemann gleiche Zeit (sid)
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