Eishockey: Zach ist stolz auf "seine" Jungs: Zach-Team sportlich wieder erstklassig
zuletzt aktualisiert: 21.04.2000 - 19:09Kattowitz (sid). 17 Monate nach dem Absturz ist das deutsche Eishockey nicht nur auf dem Papier, sondern auch sportlich wieder erstklassig. Durch einen 5:0 (0:0, 3:0, 2:0)-Erfolg im "Endspiel" gegen Großbritannien sicherte sich die junge Nationalmannschaft von Bundestrainer Hans Zach den Turniersieg bei der B-Weltmeisterschaft in Kattowitz. Die Rückkehr in die Weltelite hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) als Gastgeber der A-WM 2001 schon vorher sicher.
Die "Zach-Bubis" mit zehn Spielern unter 24 Jahren setzten ihren Aufwärtstrend der vergangenen Monate fort. Im Februar hatte die DEB-Auswahl bereits die Vorqualifikation für die Olympischen Spiele 2002 gewonnen. In Kattowitz leisteten sich die "jungen Wilden", die in den entscheidenden Partien auf die verletzt abgereisten Routiniers Mark MacKay und Jürgen Rumrich verzichten mussten, bei sechs Siegen in sieben Spielen nur einen Ausrutscher: eine 2:6-Pleite gegen Gastgeber Polen.
"Ich bin stolz auf meine Jungs. Sie haben hier Tolles geleistet", hatte Zach schon vor dem Abschluss-Spiel bilanziert. Der "Alpenvulkan", der im November 1998 den Abstieg in die Zweitklassigkeit nicht hatte verhindern können, wird seinen Vertrag als Bundestrainer in den nächsten Tagen verlängern. "Eigentlich ist es nur noch eine Formsache", hatte DEB-Sportdirektor Franz Reindl erklärt, "wir sind uns einig, da fehlt nichts."
In Kattowitz spielte die junge deutsche Mannschaft, die auf zahlreiche Routiniers und die Spieler der DEL-Finalisten Kölner Haie und München Barons verzichtete, ihr bestes Turnier seit Jahren. In einem sehr homogenen Team drängten sich vor allem Torhüter Marc Seliger von den Nürnberg Ice Tigers und der erst 18-jährige Thomas Greilinger in den Vordergrund.
Das Talent vom Drittligisten Deggendorfer EC steuerte zum Sieg gegen Großbritannien bereits sein drittes Turniertor bei (34.). Daniel Kreutzer vom Zach-Klub Kassel Huskies erzielte drei Treffer (26., 27., 53.), der Schwenninger Andreas Renz (56.) setzte mit seinem ersten Länderspiel-Tor den Schlusspunkt.
Im Tor bot Seliger erneut eine Klasseleistung. Im ersten Drittel, als die Briten deutlich überlegen waren, bewahrte der 25-Jährige sein Team vor einem Rückstand. Auch nach dem Führungstreffer parierte Seliger, der mittlerweile zur unumstrittenen Nummer eins im DEB-Tor avanciert ist, mehrmals glänzend.
"Das sind alles Kanadier, die Engländer", hatte Zach vor dem Spiel gewarnt und dabei die 13 Nordamerikaner mit britischem Pass in Reihen der Insel-Cracks gemeint: "Sie sind erfahren und kaltschnäuzig. Das wird sehr schwer für uns, sehr eng." Doch mit dieser Prognose lag der Bundestrainer falsch. Nach den drei Toren im zweiten Drittel brachten die Briten, die zuletzt 1994 in der A-Gruppe gespielt und 1938 letztmals gegen Deutschland gewonnen hatten, das Gehäuse von Marc Seliger nur noch selten in Gefahr.
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