Scorpions-Manager widerspricht Darstellung: ZDF-Magazin wirft Hannover Scorpions Schwarzgeld-Zahlungen vor
zuletzt aktualisiert: 04.09.2001 - 18:38Hannover (rpo). Das DEL-Team Hannover Scorpions soll nach Recherchen des ZDF-Magazins "Frontal 21" Schwarzgeld gezahlt haben.
In einem Beitrag am Dienstagabend sollten die Vorwürfe mit Aussagen mehrerer Ex-Profis belegt werden. Scorpions-Manager Eric Haselbacher sagte der dpa demgegenüber am Dienstag: "Das ist definitiv falsch, wir können jeden Pfennig belegen."
"Ehemalige Spieler erklärten in Interviews, sie hätten Schwarzgeld oft als Barabfindung oder vor Vertragsunterzeichnung von einem Manager des Clubs bekommen", heißt es in einer ZDF-Pressemitteilung. Aussagen dazu gibt es von Gary Leeman und Troy Crowder, mit denen die Scorpions seit längerem Rechtsstreitigkeitern ausfechten. Leeman, dem im Herbst 1998 fristlos gekündigt worden war, soll zwei verschiedene Verträge gehabt haben: Einen in englischer Sprache verfassten "Netto- Vertrag" über 120 000 Mark und einen deutschen "Brutto-Vertrag" über 172 000 Mark.
Nach Haselbachers Angaben handelt es sich bei dem so genannten "Netto-Vertrag" um ein "agreement in principle". Mit dieser Vereinbarung können die Vermittler den Spielern zeigen, was sie nachher auf dem Konto haben". Die scheinbar zu geringe Differenz zwischen netto und brutto erklärt der Scorpions-Manager mit relativ hohen steuerfreien Zuschlägen und Pauschalen, die für Eishockey- Spieler geltend gemacht werden können.
Crowder, von 1997/98 bei den Scorpions, sagte laut "Frontal": "Der Manager brachte Bargeld mit und sagte: ´Wenn du zu uns kommst, hier sind 25 000 Mark, die kriegst du gleich´." Für solche Barzahlungen seien häufig keine Quittungen ausgestellt worden. Das Schwarzgeld soll nach Aussagen der Spieler aus einer Kasse für Zuschauer- Einnahmen entnommen worden sein.
Aus Haselbachers Sicht stellt sich die Situation allerdings ganz anders dar: "Bei uns hat ein Spieler auch schon mal einen Vorschuss von 50 000 Mark erhalten, das wurde aber natürlich auch versteuert." Vorschüsse seien ein Wettbewerbs-Vorteil bei Verhandlungen mit Spielern. Die Scorpions seien im Gegensatz zu einigen anderen DEL- Vereinen auch zu Saisonbeginn zahlungsfähig. Zu fehlenden Quittungen sagte Haselbacher: "Das ist definitiv gelogen. Wir haben Belege und die Prüfungen des Finanzamtes waren alle in Ordnung."
In die Schlagzeilen waren die Scorpions zuletzt Ende Juni geraten, als die Staatsanwaltschaft Hannover die Geschäftsräume durchsucht hatte. Ermittelt wird noch immer gegen zwei Mitarbeiter des Arbeitsamtes Hannover, die Eishockey-Profis widerrechtlich zu Arbeitslosengeld verholfen haben sollen. "Nach den bisherigen Erkenntnissen hat der Verein nicht mitgewirkt", hatte Staatsanwalt Thomas Klinge damals gesagt. An diesem Kenntnisstand hat sich nach Angaben der Staatsanwalschaft am Dienstag bisher nichts geändert.
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