Vuelta: Eladio Jimenez gewinnt die fünfte Etappe: Zülle machte Boden auf Ullrich gut
zuletzt aktualisiert: 31.08.2000 - 12:53Xorret de Cati (dpa). Der erste schwere Berg, Sturm, Regen und glatte Straßen haben am Mittwoch die fünfte Etappe der Spanien- Rundfahrt zu einer Lotterie gestaltet. Aber Spitzenreiter Alex Zülle (Schweiz) zeigte sich gewappnet und baute gegenüber Vorjahressieger Jan Ullrich seinen Vorsprung auf 1:23 Minuten aus. Auf den Zweiten der Gesamtwertung, Abraham Olano (Spanien), hat Zülle jetzt 1:09 Minuten. Der drei Kilometer vor dem Tagesziel gelegene 1 070 m hohe Alto de Cati war der Gradmesser des Tages nach 152,3 km von Albacete nach Xorret de Cati. Außerdem sorgten vor allem Kantenwind und viele Stürze auf glitschigem Asphalt für Aufregung.
Auch der "tragische Held des Tages", Fabio Roscioli aus Italien, musste 18 km vor dem Ziel bei regennasser Straße als Solist zu Boden. Erst 200 m vor dem Gipfel war er nach einer gut 140 km langen Alleinfahrt eingefangen worden, nachdem er lange wie der Tagessieger ausgesehen hatte. Der Erfolg ging aber auf das Konto des 24-jährigen Newcomers Eladio Jimenez, der die letzten drei Kilometer der Abfahrt nicht mehr zu stellen war und seinen ersten Profi-Erfolg feierte.
Jan Ullrich rückte zwar in der Gesamtwertung auf Platz sechs vor, aber sein Rückstand steigerte sich um 40 Sekunden. Der Telekom- Kapitän verlor im direkten Vergleich mit Zülle am Berg, der zwei Kilometer vor dem Ziel mit wenigen Begleitern Ullrich davonzog. Der Vorjahressieger aus Merdingen kam als Achter ins Ziel.
Im Telekom-Team war auf der Vortagsetappe die Dreier-Spitze des Teams geschrumpft. Andreas Klöden, der vor dem Start als Mitfavorit gehandelt wurden, hatte beim scharfen Seitenwind mehr als fünf Minuten verloren. Gerade als das Feld in mehrere Gruppen zerriss, war der Berliner ganz unüblich selbst zum Getränke-Fassen am Mannschaftswagen.
"Vielleicht verliere ich das Gelbe Trikot bereits heute an Jan Ullrich", hatte Spitzenreiter Alex Zülle bereits vor dem Start orakelt. Mehrfach war der Schweizer nicht dabei, als es an der Spitze zu Gruppenbildungen kam. Aber als es ernst wurde, zeigte er sich souverän und widerlegte seine Befürchtungen.
Nicht mehr dabei ist der italienische Sprintstar Mario Cipollini. Wegen einer Schlägerei ist er ausgeschlossen worden. Der Rad-Profi aus Lucca, der bei drei Massensprints bisher leer ausgegangen war, hatte sich vor dem Start mit Francisco Javier Cerezo aus der spanischen Mannschaft Vitalicio eine Schlägerei geliefert.
Augenzeugen berichteten, Cipollini habe dem Spanier beim Einschreiben vor dem Start mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Frau und Kinder des Fahrers, der nach dem Schlag stark blutete und dessen Auge anschwoll, waren Zeugen der Szene. Das Opfer musste mit drei Stichen genäht werden. Der entnervte Cipollini, der die Tour de France wegen einer Sturzverletzung nicht bestreiten konnte, hatte Cerezo gefährliche Fahrweise am Vortag vorgeworfen. Am Dienstag hatte es auf der vierten Etappe bei heftigem Seitenwind einige Stürze gegeben. Saeco-Teamchef Claudio Corti hat sich anschließend schriftlich für den "Ausraster" seines Stars entschuldigt.
Ergebnisse:
5. Etappe Albacete - Xorret de Cati (152,3 km):
1. Eladio Jimenez (Spanien) 3:54:59 Stunden 2. Roberto Heras (Spanien) 3 Sekunden zurück 3. Alex Zülle (Schweiz) 9 4. Ivan Gotti (Italien) gleiche Zeit 5. Pascal Hervé (Frankreich) 32 6. Raimondas Rumsas (Litauen) gleiche Zeit 7. José Luis Rubiera (Spanien) 41 8. Jan Ullrich (Merdingen) gleiche Zeit
Gesamtwertung:
1. Zülle 17:08:25 Stunden 2. Olano 1:09 3. Igor Gonzalez Galdeano (Spanien) 1:10 Minuten 4. Angel Casero (Spanien) 1:15 5. Rumsas 1:22; 6. Ullrich 1:23
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