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Hannover
Zukunft von Schaaf bleibt unklar

Hannover. Coach von Hannover 96 verweigert Bekenntnis zum abstiegsgefährdeten Klub.

Trainer Thomas Schaaf vom Bundesliga-Tabellenletzten Hannover 96 will sich weiter nicht zu seiner Zukunft äußern. "Es gibt nichts Neues zu vermelden", sagte der 54-Jährige. Der Coach der Niedersachsen wollte vor dem Endspiel um den Klassenerhalt Ex-Klub Eintracht Frankfurt (Samstag, 18.30 Uhr) partout nicht über seine Pläne sprechen.

Trotz acht Niederlagen in neun Spielen unter Schaaf würde 96-Präsident Martin Kind den einstigen Hoffnungsträger ja gerne halten - auch in Liga zwei. Bis Ende März will Kind Klarheit haben, doch Schaaf verweigert hartnäckig jedes Bekenntnis zu dem Klub. Und während im Umfeld des Vereins nun heiß debattiert wird, ob Schaaf die Lösung oder Teil des Problems in Niedersachsen ist, glaubt der einstige Meistercoach weiter an das Wunder in Form des Klassenerhalts.

"Wir wollen nicht das Bild abgeben, dass wir uns schon ergeben haben", sagte er: "Es liegt aber an uns, Gegenwehr zu leisten. Irgendwann muss dann das Ding in die andere Richtung kippen." Hannover hat bereits zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und liegt sieben Zähler hinter den Frankfurtern, die auf dem Relegationsplatz rangieren. "Frankfurt ist ein Gegner, der noch in der Nähe ist und hoffentlich nach dem Spiel noch näher dran ist", sagte Schaaf: "Wenn man was reißt, dann kann das noch mal einen zusätzlichen Schub geben." Aber was, wenn nicht?

Auch Schaaf konnte die Zerfallserscheinungen bei den Niedersachsen nicht stoppen. Der Absturz in die Zweitklassigkeit rückt in der Saison des 120-jährigen Bestehens des Klubs immer näher. Nach 14 Jahren in der Eliteklasse droht der fünfte Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte. "Die nächsten zwei Monate werden brutal. Die Situation macht jeden von uns fertig", sagte Hannover-Kapitän Christian Schulz der "Bild": "Aber wie gesagt, es ist unsere Pflicht, bis zum Schluss alles zu geben." Der 32-Jährige will seinen Vertrag auch im Falle des Abstiegs verlängern. "Natürlich kann ich mir vorstellen, 96 in Liga zwei die Treue zu halten und in Hannover zu bleiben, wenn das der Verein auch will", betonte der Defensivspieler. "Wenn wir absteigen, fühle ich mich sogar in der Pflicht mitzuhelfen, um wieder in die Bundesliga zurückzukehren." Schulz spielt seit 2007 in Hannover, sein Vertrag läuft nach der Saison aus.

Vor der Partie zwischen Hannover und Frankfurt baut sich in beiden Fanlagern Frust auf. Unter der Woche sorgten Eintracht-Anhänger der "Brigade Nassau" beim Training ihres Teams für Aufsehen, in Hannover erschien zuletzt ein Fan mit einem Strick im Stadion. Zudem machten die 96-Anhänger ihrem Unmut nach der Pleite gegen Köln verbal geschmacklos Luft. "Unsere Fans waren enttäuscht, das kann ich absolut nachvollziehen. Es sind von ein paar wenigen Leuten allerdings Worte gefallen, die nicht okay sind. Das gehört sich nicht", sagte Schulz: "Insgesamt haben uns unsere Fans all die Wochen grandios angefeuert. Leider konnten wir nicht viel zurückgeben und das tut weh."

Auch in Frankfurt geht die Angst vor dem Abstieg um, aber im Gegensatz zu Schaaf hat der neue Trainer Niko Kovac noch etwas Zeit. "Es ist ein wichtiges Spiel, aber kein Endspiel und kein Schicksalsspiel", sagte der Kroate.

(sid/dpa)
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