Thema
Ägypten
Blutbad in Ägypten

18 Tote nach Familienfehde

Ein Streit zwischen einer nubischen Familie und einem arabischen Clan im Süden Ägyptens hat zu ethnischen Unruhen mit mindestens 18 Toten geführt. Bewohner der Provinz Assuan berichteten am Samstag, dass die Polizei die Lage auch nach stundenlangen Gefechten nicht in den Griff bekommen und das Militär zur Hilfe gerufen habe. Die Auseinandersetzung hatte nach Zeugenaussagen damit begonnen, dass Schüler aus den beiden Familien beleidigende Botschaften auf die Wand einer örtlichen Schule geschmiert hatten. Am Freitag sei die Auseinandersetzung schließlich eskaliert, als Mitglieder des arbischen Stamms Beni Hilal drei Nubier getötet hätten, berichtete ein nubischer Bewohner von Assuan, Adel Abu Bakr. Nach dem Begräbnis stürmten Hunderte Nubier demnach ein arabisches Viertel und töteten mindestens 15 Menschen. mehr

Ägypten

Vier Tote bei Protesten gegen Kandidatur von Al-Sisi

Hunderte Islamisten haben am Freitag in Ägypten gegen die Präsidentschaftskandidatur des bisherigen Armeechefs Abdel-Fattah al-Sisi demonstriert. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi und ägyptischen Sicherheitskräften kamen nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen ums Leben, darunter eine Journalistin der Zeitung "Al Dustor". Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten wurde die Frau im Kairoer Stadtteil Ain Schams getötet, sie wollte über die Proteste berichten. Ein Augenzeuge sagte, ein Sicherheitsbeamter habe ihr in den Kopf geschossen. Ein Sprecher des Innenministeriums machte jedoch die inzwischen verbotenen Muslimbrüder für alle vier Toten verantwortlich. Bewaffnete Demonstranten hätten wahllos in die Menge geschossen und drei Menschen getötet sowie eine Christin erstochen, hieß es. mehr

Kairo

Armee-Chef al Sisi tritt von seinem Amt zurück

Der ägyptische Armee-Chef Abdel Fatah al Sisi will neuer Präsident seines Landes werden. Er kündigte im Fernsehen seine Kandidatur bei der anstehenden Wahl an. Dazu gab er sein militärisches Amt auf und trat als Verteidigungsminister zurück. "Dies ist mein letzter Tag in Militäruniform", sagte er. "Aber ich werde jeden Tag für ein Ägypten ohne Furcht und Terrorismus kämpfen." Beobachter gehen davon aus, dass der 59-Jährige die Wahl gewinnen wird. mehr

Kairo

Anklage in Ägypten gegen 919 Muslimbrüder

In Ägypten hat die Staatsanwaltschaft gestern erneut Hunderte Muslimbrüder angeklagt. Die 919 Anhänger der islamistischen Organisation müssen sich unter anderem wegen Mordes und Terrorismus vor dem Gericht im Minja verantworten. Dieses Gericht im Süden des Landes hatte am Montag bereits 529 Mitglieder der Muslimbruderschaft zum Tode verurteilt. Die Urteile waren nach nur zwei Prozesstagen gefallen und waren auch international auf heftige Kritik gestoßen. mehr