Thema
Alaska

Reisen bildet immer - besonders politisch

Das ist auch ein sehr politisches Buch. Der Herausgeber nimmt den Leser mit auf Entdeckungsfahrt zu faszinierenden Schauplätzen rund um die Welt. Man entdeckt verschiedene Menschen, Kulturen und Traditionen: Die Braunbären Alaskas beobachten, in der Savanne Mosambiks übernachten, die Inseln Patagoniens erkunden - das sind unvergessliche touristische Erlebnisse. Die Autoren animieren jedoch auch den politisch Interessierten, den Kulturreisenden. Reisen hat mit Neugier und Aufbruch zu tun, mit Fernweh und der Lust, das Gewohnte einzutauschen gegen eine Fülle unbekannter Reize. Reisen bedeutet stets politische, historische, völkerkundliche Fortbildung. Davon handelt dieses lesens- und sehenswerte Buch. mehr

Bogotá

Die Opfer erzählen vom kolumbianischen Bürgerkrieg

Den genauen Zeitpunkt wird Luz Marina Carmona nie vergessen: Es war kurz nach 15 Uhr am Tag ihres 34. Geburtstags. Rund 40 bewaffnete Männer strömten damals die Hügel herunter bis vor ihre Tür im kleinen Dorf Alaska in Kolumbien. Zunächst waren sie freundlich, sie baten aber eindringlich alle Bewohner darum, sich schnellstmöglich im Zentrum des Dorfes einzufinden, erinnert sich die Bäuerin. Carmona ist eine gutmütige, freundliche Frau und wirkt seltsam gefasst, wenn sie über das redet, was dem Dorf am 10. Oktober 2001 widerfahren ist. Rechte Paramilitärs exekutierten damals kurzerhand 24 Männer, darunter den 18-jährigen Jhon Fredy - Carmonas ältesten Sohn. Sie selbst war zuvor mit anderen Frauen und den Kindern in einem Haus eingesperrt worden. "Wir hörten keine Schreie, kein Stöhnen", sagt sie mit sanfter Stimme. Nur die Schusssalven. Dann überwältigen die Bäuerin doch die Erinnerungen. Sie weint. mehr