Thema
Amerika
Plains

Jimmy Carter - der vergessene Präsident

Bei Philip Kurland gibt es noch Comic-Hefte aus den 30er Jahren, als Superman gerade erfunden war. Die pittoreske Ladenzeile an der Main Street lässt an ein Freilichtmuseum denken, Plains im US-Bundesstaat Georgia scheint gefangen in einer Zeitblase. Und dann erst der Bahnhof: Das Depot der Seaboard Coast Line Railroad, ein besserer Schuppen, war einmal Wahlkampfhauptquartier, kaum zu glauben, stünde es nicht in weißen Lettern an der Bretterfassade. Drinnen lassen Poster erkennen, wie locker selbstironisch es einmal zugegangen sein muss in der heute so verbissenen amerikanischen Politik: "The Grin Will Win!" - gemeint ist, dass Carters breites Grinsen gewinnen wird. Und daneben: "Jimmy Who?" mehr

Tragikkomödie

Manchmal beißt das Leben zurück

Die Wirklichkeit beißt wie ein Hund, dem man auf den Schwanz getreten hat. So fühlen sich Lelaina (Wynona Ryder), Troy (Ethan Hawke) und Vickie (Janeane Garofalo). Das College ist vorbei – und jetzt? Mutlos stehlen die drei dem Tag die Zeit, hoffen auf die große Liebe und den Traumjob, weil sie einfach keine Lust haben, selbst zu suchen. Doch Amerika wäre nicht Amerika, wenn nicht auch seine Verlierer zum Kampfe schritten. Das Regiedebüt von Ben Stiller avancierte in den 1990ern zum Kultfilm einer Generation. mehr

Düsseldorf

Ex-Beatle Paul McCartney veröffentlicht Alben als Apps

Paul McCartney hat einen Weg gefunden, altes Material so zu verpacken, dass er damit neues Geld verdient. Sozusagen über Nacht veröffentlichte der 72-Jährige Apps zu fünf seiner Soloalben im digitalen Plattenladen iTunes. Sie kosten 6,99 Euro pro Stück, man kann sie sich ausschließlich auf das iPad laden und bekommt neben den remasterten Musiktiteln der jeweiligen Platte Filmdokumentationen mitgeliefert, Interviews, unbekannte Fotos von Linda McCartney, Songtexte und Dokumente zur Entstehung der Aufnahmen. mehr

Erkenntnisse deutscher Außenpolitiker bei Washington-Reise

Vielleicht wurmt es die USA nur, beim Spionieren erwischt worden zu sein

Zur Entscheidung der Bundesregierung, den Repräsentanten der US-Geheimdienste zum Verlassen des Landes aufzufordern, trugen auch die Erkenntnisse bei, die eine Gruppe von deutschen Außenpolitikern kurz zuvor in Washington gewonnen hatte. Unsere Redaktion sprach mit dem Chef-Außenpolitiker der Unionsfraktion, Philipp Mißfelder, kurz nach der Landung in Berlin. mehr

Spionage-Affäre

Regierung führt Eklat mit Amerikanern herbei

Die Parteien im Bundestag waren sich am Donnerstag selten einig. Alle begrüßten den Schritt der Regierung, den Koordinator der US-Geheimdienste in Deutschland zur Ausreise aufzufordern. Mit dieser Entscheidung, die auf der diplomatischen Skala der Eskalation weit oben steht, versuchte die Regierung einen Befreiungsschlag aus ihrer Rolle der gedemütigten, gutgläubigen und geduldigen Freunde Amerikas. Dass die Regierung das Verbreiten der Neuigkeit auch noch den geschwätzigen Parlamentariern überließ, zeigt wie tief die Wut sitzt. mehr