Thema
Amerika
Missoula

Direns Familie erleichtert über Schuldspruch

Der Todesschütze des deutschen Austauschschülers Diren in den USA hat einen Tag nach seinem Schuldspruch erstmals Reue gezeigt. "Ich hatte niemals die Absicht, jemanden zu töten", sagte Markus K. gestern bei einer Anhörung des Gerichts über das Strafmaß. "Es tut mir leid." Auch Direns Eltern äußerten sich. "Amerika war ein Traum für ihn", sagte der Vater über seinen Sohn. Der Tod habe sein Leben und das seiner Familie zerstört. Die Mutter brach bei ihren Äußerungen, die aus dem Türkischen übersetzt wurden, in Tränen aus. "Ich konnte nur noch seinen kalten Körper küssen", sagte sie. mehr

Persönlich

Michelle Obama . . . erlebte selbst Rassismus

Mit der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten schien es amtlich: Hautfarbe ist kein Kriterium mehr dafür, welche Chancen jemand hat. Doch auch an der Seite des mächtigsten Mannes von Amerika ist offenbar Platz für unangenehme Erfahrungen mit Rassismus im Alltag. In einem Interview mit dem Magazin "People" erzählte die First Lady Michelle Obama, wie sie einmal bei einem Termin in einer Filiale einer US-Supermarktkette für eine Angestellte gehalten wurde. "Die Frau fragte mich, ob ich ihr helfen könne, etwas aus dem Regal zu holen", berichtete die 50-Jährige. Derlei Dinge passierten eben im Alltag der Schwarzen in den USA. Ihr Mann sei in der Vergangenheit einmal bei einer Gala für den Kellner gehalten worden. "Er trug einen Smoking bei dem Dinner und jemand fragte ihn, ob er einen Kaffee haben könne." Die freimütigen Offenbarungen sind eine Reaktion auf die anhaltenden Proteste von Bürgerrechtlern in den USA gegen überzogene Polizeigewalt, bei der immer wieder unbewaffnete Schwarze sterben. Auch deshalb sind die Obamas nach wie vor Hoffnungsträger für schwarze Amerikaner. mehr