Andreas Gursky - aktuelle Informationen und Ausstellungen
Andreas Gursky - aktuelle Informationen und Ausstellungen FOTO: Andreas Krebs
Andreas Gursky
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Andreas Gursky

Andreas Gursky wurde am 15. Januar 1955 in Leipzig als Sohn des Werbe- und Portätfotografen Willi Gursky geboren. Seine Familie floh allerdings im gleichen Jahr aus der DDR und zog nach Düsseldorf. Von 1995 bis 2007 war Andreas Gursky mit der Fotografin Nina Pohl verheiratet.


In der Klasse von Bernd Becher wurde er zum Meisterschüler. Neben Gursky gehören die Fotografen Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Struth, Jörg Sasse und Thomas Ruff zu der Becher Schülergruppe, die den Begriff Düsseldorfer Photoschule geprägt haben. Die Düsseldorfer Photoschule wurde stark von der dokumentarischen Praxis der Künstler Bernd und Hilla Becher beeinflusst, dies lässt sich vor allem in den Fotografien des Künstlers Gursky erkennen.


Andreas Gursky bearbeitet seine Bilder digital


Gurskys künstlerische Arbeiten haben im Kleinformat angefangen, bis er in den 80iger Jahren seine Vorliebe für das Großformat und in den 90igern für die digitalen Bildbearbeitung entdeckte. Er fotografiert vor allem Landschaften, Architektur und Innenräume. Hauptsächlich in Farbe.


Mit der digitalen Bildbearbeitung greift der Fotograf in die Abbildung ein und versucht mittels Montage eine detaillierte Abbildung zu erreichen. Beispielsweise illustriert sein Bild „Montparnasse“ (4,20 Meter breit und fast zwei Meter hoch) von 1993 eine homogene Oberfläche zwischen ornamentaler Struktur und Menschenmassen.


Es löst beim Betrachter aufgrund seiner Flächigkeit ein Gefühl von lebloser Struktur aus, aber schaut man genauer hin, ist die homogene Struktur in Wahrheit ein Zusammenspiel von originalgetreuen Abbildern von Menschen, Einrichtungen und Handlungen hinter dem Fensterscheiben des „Montparnasse“.


Andreas Gursky sagte in einem Interview: „Meine Bilder sind immer von zwei Seiten komponiert. Sie sind aus extremer Nahsicht bis ins kleinste Detail lesbar.“


Monumentale Bilder mit gesellschaftskritischen Fragen


Sein Realismusanspruch ist ein Spiel mit der Objektivität, in dem die montierten Bilder einer bestimmten Komposition folgen und wie bei der „F1 Serie Boxenstopp“ sich Fehler in der seriellen Wiederholung einschleichen können, sodass Gurskys-Schlussfolgerung ist: es gibt kein gültiges Bild.


Generell sind seine Monumentalpanoramen gesellschaftskritische Fragen an die Moderne, das heißt Fragen an dem Konsum, Architektur, Landschaftsgestaltung oder Popkultur. Seine Fotografien bilden Rennstrecken, Massenwohnungsbau, Massentierhaltungen, Mülldeponien oder Orte an denen Geld gemacht und ausgegeben wird ab.


Mit seinen Bildern zeigt der Künstler Andreas Gursky uns wie er die Welt sieht und wie sie ist. Seine montierte Fotografie „99 cent-only“, die einen einen US-Billig-Markt abbildet, in dem jede Ware nicht mehr als 99 Cent kostet, ist ein treffender Ausdruck unserer Konsumgesellschaft, nicht nur wegen der Abbildung, sondern auch weil das Bild 2007 für 2,48 Millionen US-Dollar versteigert wurde.


Andreas Gursky ist seit 2010 Professor an der Düsseldorfer Akademie für Freie Kunst.