Thema
Ankara
Berlin/Ankara

Türkei verlangt Aufklärung über deutsche Spionage

Die türkische Regierung hat irritiert auf Berichte über die angebliche Überwachung durch den Bundesnachrichtendienst (BND) reagiert. Ankara bat den deutschen Botschafter zum Gespräch und verlangte Aufklärung über Meldungen, wonach der BND den Nato-Partner seit Jahren ausforscht. Aus dem türkischen Außenministerium hieß es, sollten sich die Berichte bewahrheiten, wäre dies eine ernste Angelegenheit. Man erwarte "eine zufriedenstellende Erklärung und - falls die Behauptungen zutreffen - ein sofortiges Ende dieser Aktivitäten". Kanzlerin Angela Merkel wollte sich nicht dazu äußern. Auch zu Meldungen über abgefangene Telefonate zweier US-Außenminister hielt sich die Bundesregierung bedeckt. mehr

Türkei

Neun Bergarbeiter in eingestürzter Mine verschüttet

Neun Bergarbeiter sind bei einem Grubenunglück im Norden der Türkei eingeschlossen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete, stürzte die Mine nahe der Stadt Zonguldak an der Schwarzmeerküste aus noch unbekannten Gründen ein. Zunächst war unklar, wie es den Arbeitern geht. Eine Explosion und ein Brand in der Grube von Soma im Westen der Türkei hatten im Mai zum schlimmsten Bergwerksunglück des Landes geführt. 301 Menschen kamen dabei ums Leben. mehr

Ankara

Erdogan gewinnt Präsidentenwahl im ersten Durchgang

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat die Präsidentenwahl bereits im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen kam der Vorsitzende der islamisch-konservativen AKP am Abend auf rund 52 Prozent, wie der Sender CNN Türk meldete. Der gemeinsame Kandidat der beiden größten Oppositionsparteien, Ekmeleddin Ihsanoglu, lag bei knapp 39 Prozent. Der Kandidat der pro-kurdischen HDP, Selahattin Demirtas, erzielte knapp zehn Prozent. Rund 53 Millionen Türken waren erstmals aufgerufen, ihr Staatsoberhaupt direkt zu wählen. Die Beteiligung soll nach ersten Angaben bei rund 74 Prozent gelegen haben. Zum ersten Mal konnten auch im Ausland lebende Türken in ihren Gastländern abstimmen. mehr

Volleyball

DVV-Frauen verspielen Chance auf Grand-Prix-Finale

Die deutschen Volleyballerinnen haben ihre Chance auf die Teilnahme am Finale des Grand Prix in Tokio verspielt. Das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti unterlag im abschließenden Gruppenspiel des Vorrunden-Turniers in Ankara gegen Gastgeber Türkei 1:3 (15:25, 19:25, 25:21, 20:25). Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) hätte nach dem 3:0-Sieg gegen Serbien zum Auftakt und dem Erfolg gegen die Dominikanische Republik (3:2) zwingend einen dritten Sieg gebraucht, um in Japan dabei zu sein. Trotz der verpassten Final-Teilnahme muss das DVV-Team beim letzten Vorrundenturnier im russischen Kaliningrad antreten (15. bis 17. August). Dort trifft Deutschland erneut auf die Türkei, außerdem geht es gegen Italien und Russland. mehr

Volleyball

DVV-Damen wahren Chance auf Grand-Prix-Finale

Die deutschen Volleyballerinnen haben ihre Chance auf das Finale des Grand Prix in Tokio (20. bis 24. August) gewahrt. Einen Tag nach dem 3:0-Sieg gegen Serbien gewann die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti beim Vorrunden-Turnier in der türkischen Hauptstadt Ankara auch das zweite Spiel gegen die Dominikanische Republik nach 2:12 Stunden mit 3:2 (25:19, 19:25, 22:25, 25:16, 16:14). "Ich bin mit einigen Dingen zufrieden heute. Natürlich mit dem Sieg und zwei wichtigen Punkte. Dazu mit dem Kampfgeist meines Teams und damit, dass nahezu jede Spielerin mit ihrer Leistung zum Sieg beigetragen hat. Wir müssen weiter sehr hart an uns arbeiten und Schritt für Schritt vorwärts gehen", sagte Guidetti. Der letzte Gruppengegner in Ankara ist am Sonntag Gastgeber Türkei (18.00 Uhr). Nach dem verkorksten Auftaktturnier dürfen sich die DVV-Damen in Ankara keine weitere Niederlage erlauben, um sich doch noch für das Grand-Prix-Finale zu qualifizieren. mehr

Istanbul

Erdogan lässt weitere Polizisten verhaften

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl sind in der Türkei erneut Dutzende Polizisten wegen des Vorwurfs der Spionage festgenommen worden. Laut Medienberichten werde den 33 Beamten aus Istanbul, Ankara und dem Südosten des Landes zur Last gelegt, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und dessen inneren Führungszirkel ausspioniert und abgehört zu haben. Nach Aussage Erdogans, der sich am Sonntag zum neuen Präsidenten der Türkei wählen lassen will, hat die Operation gegen seine Feinde gerade erst begonnen. Schon im Juli waren 115 Polizisten festgenommen worden, 31 davon sitzen noch in Untersuchungshaft. mehr

Berlin

Emily Haber hat nach einer kontinuierlichen Diplomaten-Karriere einen bemerkenswerten Zuständigkeitssprung absolviert: von der Außen- zur Innen-Staatssekretärin. Die Tochter des früheren deutschen Botschafters in der Türkei, Dirk Oncken, gelangte nach einer Attachéausbildung über Stationen in Moskau und Ankara 2009 an die Koordinationsstelle des Auswärtigen Amtes. Als Politische Direktorin leitete sie auch zentrale Verhandlungen - wenn nötig auf Russisch. Sie hatte die Geschicke des Auswärtigen Amtes so überzeugend im Griff, dass es schon nicht mehr überraschte, als Minister Guido Westerwelle sie 2011 zur Staatssekretärin beförderte. Von dort warb Minister Thomas de Maizière sie ab, nachdem er 2013 ins Innenressort gewechselt war. Hier hält Haber ihm nun den Rücken frei: von der Islam-Konferenz über die Migration und den Katastrophenschutz bis zur Bundespolizei und zur Terrorabwehr. Auch der Staatssekretärsausschuss zur Armutsmigration wird von ihr mit geleitet. Die erfahrene Unterhändlerin dürfte de Maizière auch geholt haben, um die wichtigen, aber angeknacksten (Geheimdienst-)Beziehungen mit den USA zu stabilisieren. mehr