Doping - News und Informationen
Doping - News und Informationen FOTO: dpa, Patrick Seeger
Doping
Leichtathletik

US-Hürden-Olympiasiegerin Rollins für ein Jahr gesperrt

Wegen drei verpasster Doping-Tests ist Hürden-Olympiasiegerin Brianna Rollins aus den USA rückwirkend für ein Jahr gesperrt worden. Das teilte die US-Anti-Doping-Agentur USADA am Donnerstag (Ortszeit) mit. Ihre Goldmedaille aus Rio darf die 25-Jährige jedoch behalten, weil sie den dritten Test erst am 27. September verpasst hatte und damit nach Olympia. Rollins hatte dort über 100 Meter Hürden vor ihren Teamgefährtinnen Nia Ali und Kristi Castlin gewonnen, die deutsche Europameisterin Cindy Roleder war im Finale Fünfte. Durch die Sperre wird Rollins die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Sommer in London verpassen. "Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Fehler", erklärte Rollins. Sie sei enttäuscht, die anstehende Freiluftsaison zu verpassen. Grund sei ihre Verwirrung darüber, wie das Computer-Programm zur Angabe des Aufenthaltsortes arbeite. In einer Mitteilung ihrer Anwälte hieß es, das Programm habe am 27. April, dem 13. und 27. September jeweils sowohl ihren Heimatort als auch Orte angegeben, wo sie sich zu Wettkämpfen aufhielt. Rollins sei im vorigen Jahr achtmal im Training und insgesamt mindestens 16 Mal getestet worden, keine Probe war positiv. Eine dreiköpfiges Sportgericht räumte ein, der Fall sei schwierig, weil eine ernste Strafe gegen eine brillante Athletin verhängt worden sei, die nicht verdächtigt werde, verbotene Substanzen zu nutzen. mehr

Leichtathletik

Fünf russische Athleten gestehen Doping

Fünf zum Teil namhafte russische Leichtathleten haben nach Angaben des nationalen Verbands RusAF Doping-Verstöße zugegeben. Bei den Athleten handelt es sich um die ehemalige Staffel-Weltmeisterin Antonina Kriwoschapka (4x400), die Kugelstoßerin Jewgenija Kolodko, die ehemalige EM-Dritte Anna Bulgakowa (Hammerwurf), die Diskuswerferin Wera Ganejewa und den Olympiavierten von London, Dimitri Starodubtschew (Stabhochsprung). Kriwoschapka, Kolodko und Ganejewa waren bei Nachtest der Olympischen Spiele von London des Dopings überführt worden. Die russische 4x400-m-Staffel und Kolodko hatten deswegen ihre Silbermedaillen verloren. Nach Angaben der Anti-Doping-Beauftragten der RusAF, Jelena Ikonnikowa, gestanden erstmals russische Athleten freiwillig Doping. Laut Ikonnikowa könnten weitere unter Verdacht stehende Sportler dem Vorbild folgen, um eine mögliche Sperre durch den Weltverband IAAF zu reduzieren. Die IAAF hatte Russlands Leichtathleten am 13. November 2015 nach den Enthüllungen über systematisches Doping von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Derzeit ist es zwölf russischen Leichtathleten erlaubt, unter neutraler Flagge zu starten. mehr

Doping

CAS sperrt Russen-Chefcoach Melnikow lebenslang

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den früheren russischen Leichtathletik-Cheftrainer Alexei Melnikow lebenslang gesperrt. Melnikow gehörte neben dem ehemaligen Verbandspräsidenten Walentin Balachnitschew und Chefmediziner Sergej Portugalow zu den zentralen Figuren im russischen Doping- und Korruptionsskandal. Der CAS bestätigte damit die lebenslange Sperre, die der Leichtathletik-Weltverband IAAF gegen Melnikow verhängt hatte. Zuletzt hatte der Gerichtshof bereits Portugalow auf Lebenszeit aus dem Verkehr gezogen. Balachnitschew war von der IAAF ebenfalls lebenslang gesperrt worden. Der CAS sprach zudem gegen den russischen Trainer Wladimir Kasarin wegen Besitz und Handels mit Dopingmitteln eine lebenslange Sperre aus. Der russische Geher Stanislaw Emeljanow, dem bereits der EM-Titel 2010 über 20 km aberkannt worden war, wurde wegen Dopings für acht Jahre gesperrt. 800-m-Läuferin Jekaterina Poistogowa wurde wegen Dopings rückwirkend ab August 2015 für zwei Jahre gesperrt, ihre Ergebnisse ab Oktober 2014 wurden gestrichen. Damit darf die 26-Jährige, die sich in einer ARD-Dokumentation zum Gebrauch von Dopingmitteln bekannt hatte, wohl ihre Bronzemedaille von Olympia 2012 behalten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte für Poistogowa eine lebenslange Sperre empfohlen. mehr

Leichtathletik

Marathon-Olympiasiegerin Sumgong positiv auf Epo getestet

Der Leichtathletik droht der nächste prominente Dopingfall: Marathon-Olympiasiegerin Jemima Sumgong aus Kenia ist positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Weltverband IAAF. "Wir können bestätigen, dass in dieser Woche ein Verfahren gegen Jemima Sumgong wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regularien eingeleitet wurde", teilte die IAAF mit. Bei der 32-Jährigen, die 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro als erste Kenianerin Marathon-Gold geholt hatte, sei eine unangemeldete Kontrolle positiv auf Epo ausgefallen. Sumgong hatte im vergangenen Jahr zudem den traditionsreichen London-Marathon gewonnen und war auch für die Auflage in diesem Jahr (23. April) gemeldet. Die Kontrolle von Sumgong sei Bestandteil eines speziellen Testprogramms für Top-Marathonläufer gewesen, teilte die IAAF weiter mit. Unterstützt wird dieses Programm durch die World Marathon Majors (WMM), den Zusammenschluss der Straßen-Marathons in Boston, London, Berlin, Tokio, Chicago und New York. WMM-Generaldirektor Tim Hadzima zeigte sich nach dem Ergebnis der A-Probe "erschüttert", erklärte aber: "Wenn sich das bestätigt, gibt es einen Hinweis darauf, dass wir im Kampf gegen Doping Boden gewinnen." mehr

Olympia 2008

Drei weitere Athleten des Dopings überführt

Drei weitere Medaillengewinner sind vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bei Nachtests der Proben der Sommerspiele 2008 in Peking und 2012 in London des Dopings überführt und disqualifiziert worden. Der Bekannteste des Trios ist der usbekische Freistilringer Artur Taymasow. Der 37-Jährige hatte in Peking in der Klasse bis 120 kg zum zweiten Mal nacheinander Olympiagold gewonnen. In London folgte Gold Nummer drei. Beim Sieg in China wurde Taymasow dank neuer Nachweismethoden nun die Einnahme von Turinabol, Anabolika-Klassiker aus der früheren DDR, und Stanozolol – das Anabolikum erlangte 1988 durch den Fall Ben Johnson traurige Berühmtheit - nachgewiesen. Taymasow wurde das Gold vom IOC wieder aberkannt, er muss seine Medaille ebenso zurückgeben wie sein Ringer-Kollege Wasyl Fedoryschyn. Der 36-Jährige aus der Ukraine hatte in Peking 2008 Silber in der Freistilklasse bis 60 kg gewonnen. In der Probe wurde Turinabol entdeckt, ebenso bei Swetlana Zakurajewa. Die 29 Jahre alte russische Gewichtheberin war 2012 in London in der Klasse bis 63 kg Zweite geworden. mehr

Doping-Prozess

Biathlon-Funktionär Taschler und Sohn Daniel schuldig

Im Prozess um Doping-Vorwürfe sind der Südtiroler Biathlon-Funktionär Gottlieb Taschler, dessen Sohn Daniel und der Arzt Michele Ferrari verurteilt worden. Das Landgericht in Bozen verhängte am Montag eine Freiheitsstrafe von einem Jahr gegen Gottlieb Taschler. Sein Sohn Daniel wurde zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Gottlieb und Daniel Taschler müssen außerdem Geldstrafen zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Biathlet Daniel Taschler wiederholt gedopt hat, sein Vater wurde wegen der Beihilfe zum Doping schuldig gesprochen. "Von Juli 2010 bis zum 14. Januar 2011, das ist der Zeitraum in dem wir als Staatsanwaltschaft behauptet haben, dass (Daniel) gedopt hat, und das ist auch aufgrund des heutigen Urteils bestätigt worden", sagte der leitende Staatsanwalt am Landgericht, Giancarlo Bramante, nach dem Urteilsspruch. "Ich glaube, dass die Strafe an die Tat angemessen ist." Gottlieb Taschler darf künftig keine Ämter mehr im italienischen Wintersportverband und im italienischen Olympischen Komitee CONI besetzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ferrari wurde zwar vom Vorwurf des Dopinghandels freigesprochen, aber wegen Beihilfe zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt. Ferrari dürfe in dieser Zeit nicht mehr als Arzt arbeiten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Doping-Vorwürfe waren Ende 2014 aufgekommen, nachdem die "Gazzetta dello Sport" Abhörprotokolle der Staatsanwaltschaft Padua zwischen Daniel Taschler und dem lebenslang gesperrten Ferrari veröffentlicht hatte. Das Gericht in Bozen hatte die Abhörprotokolle in dem Verfahren als Beweismittel zugelassen. mehr

Doping-Experte Sörgel

"Es gibt den Reflex im IOC, Dinge zu vertuschen"

Doping-Experte Fritz Sörgel wirft dem IOC im Zusammenhang mit den nicht weiter verfolgten Clenbuterol-Fällen der Olympischen Spiele 2008 in Peking systematische Vertuschung vor. "Warum hat man die Problematik nicht öffentlich gemacht? Weil sich einfach nichts ändert im IOC: Wenn man kann oder man sich unsicher ist, gibt es im IOC den Reflex, Sachen zu vertuschen", sagte Sörgel dem SID. Unsicherheit entstehe laut Sörgel, wenn man Themen "nicht konsequent genug verfolgt". Er räumte ein, dass die Sachlage rund um das Dopingmittel Clenbuterol "kompliziert" sei, um so konsequenter und transparenter müsse die Aufklärung vorangetrieben werden. "Sonst ist klar, was passiert: Die Betrüger verstecken sich hinter halbgaren Regeln, und der weltweite Anti-Doping-Kampf nimmt immensen Schaden." mehr

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