Doping - News und Informationen
Doping - News und Informationen FOTO: dpa, Patrick Seeger
Doping
Leichtathletik

Ex-Diskus-Meister Wagner unter den gedopten Athleten

In der Studie über Anabolika-Doping in der einstigen Bundesrepublik zwischen 1960 bis 1988 ist der weitere Name eines Leichtathleten bekannt geworden. Der fünfmalige deutsche Diskus-Meister Alwin Wagner bestätigte am Montag der Deutschen Presse-Agentur, dass er auf die Anonymisierung seines Namens in der Dissertation von Wissenschaftler Simon Krivec verzichtet habe. Der heute 66-Jährige aus Melsungen hatte allerdings schon in früheren Jahren die Einnahme verbotener Mittel gestanden und die damalige Doping-Problematik immer wieder angeprangert. "Früher galt ich als Nestbeschmutzer, heute wäre ich wohl ein Whistleblower", sagte Wagner. "Ich hoffe, dass nun weitere ältere Sportler motiviert sind und sich bekennen und auch Ross und Reiter nennen." Sechs der 31 ehemaligen Leichtathleten aus der Bundesrepublik, die Anabolika-Doping zugegeben haben, werden in einer Dissertation von Krivec von der Universität Hamburg namentlich genannt. Vor Wagner hatte sich bisher der frühere Diskuswerfer Klaus-Peter Hennig öffentlich gemeldet. Die Arbeit von Krivec wird am 3. April erstmals veröffentlicht, sie erscheint dann als Buch. Er ist Pharmazeut und besitzt in Krefeld zwei Apotheken. mehr

Wegen Keul-Gutachten

Singler kündigt rechtliche Schritte gegen Uni-Rektor Schiewer an

Der Mainzer Sportwissenschaftler Andreas Singler hat wegen der seiner Meinung nach illegalen Veröffentlichung seiner Studie über den Sportmediziner Joseph Keul rechtliche Schritte gegen den Freiburger Universitäts-Rektor Hans-Joachim Schiewer angekündigt. "Sie haben mit der auf schändliche und empörende Weise erfolgten Publikation des alleine von mir urheberrechtlich verantworteten Gutachtens zu Professor Keul meine Urheberrechte auf eklatante und für mich kriminelle Art und Weise verletzt und sich damit aus meiner Sicht jenseits aller vernünftigen Spielregeln der zivilisierten wissenschaftlichen Welt positioniert", schrieb Singler am Dienstag in einem offenen Brief an Schiewer. Singler forderte, dass die Universitätsleitung seine Studie, die sie am Montag veröffentlicht hatte, wieder von ihrer Website (www.uni-freiburg.de) entfernt. Singler selbst hatte die Studie über den skandalumwitterten langjährigen Leiter der Freiburger Sportmedizin am Wochenende Medien zur Verfügung gestellt. Zuvor hatte er sich finanziell nicht mit der Universitätsleitung einigen können. Nach Darstellung der Uni verlangte Singler einen Betrag in Höhe von fast 100.000 Euro. mehr

Dopingskandal

Führungswechsel in russischer Anti-Doping-Agentur Rusada

In der umstrittenen russischen Anti-Doping-Agentur Rusada ist erneut die Führung ausgetauscht worden. Chefbuchhalterin Tatjana Tschirkina sei zur neuen kommissarischen Generaldirektorin ernannt worden, berichteten russische Medien am Montag in Moskau. Die bisherige Leiterin Anna Anzeliowitsch habe ihren Posten bereits am 7. März geräumt. Wegen des Doping-Skandals im russischen Sport erkennt die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada Tests der Rusada derzeit nicht an, Russland bemüht sich um eine Wiederzulassung der Agentur. Anzeliowitsch hatte 2015 übergangsweise die Leitung der Rusada übernommen. Ex-Sportminister Witali Mutko dementierte, dass ihr Rückzug im Zusammenhang mit einem Interview in der "New York Times" von Ende 2016 stehe. Anzeliowitsch war darin mit einem Eingeständnis zitiert worden, es habe im russischen Sport beim Doping eine "institutionelle Verschwörung" gegeben. Mit den gleichen Worten hatte der Wada-Sonderermittler Richard McLaren seinen Vorwurf des Staatsdopings in Russland formuliert. Anzeliowitsch sagte, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. mehr

Streit über Honorar

Uni Freiburg darf Doping-Gutachten nicht veröffentlichen

Das längst überfällige Gutachten zur Verstrickung der ehemaligen Freiburger Professoren Joseph Keul und Armin Klümper in Doping-Praktiken kann nach Angaben des Autors nicht von der Universität veröffentlicht werden. Der Mainzer Wissenschaftler Andreas Singler teilte am Dienstag mit, zwischen ihm und der Hochschule habe es keine Einigung über die Honorierung seiner Arbeit gegeben. Singler will das Gutachten nun selbst veröffentlichen. Die Universität reagierte darauf mit der Mitteilung, Singler sei zur Übergabe der Gutachten nur bereit, wenn er dafür einen Betrag in Höhe von fast 100.000 Euro erhalte. Sie weise "diese exorbitante Forderung entschieden zurück, da es hierfür keine Rechtsgrundlage gibt". mehr

Radsport

Toursieger Froome unterstützt Teamchef Brailsford

Tour-de-France-Sieger Chris Froome hat sich nach längerem Schweigen vor seinen stark in die Kritik geratenen Teamchef Dave Brailsford gestellt. "Er hat eine der besten Sportmannschaften der Welt geschaffen. Ohne Dave B würde es kein Team Sky geben", sagte Froome in einem Statement am Montag und fügte hinzu: "Er hat mich in den letzten sieben Jahren meiner Karriere unterstützt, und ich könnte für die Möglichkeiten und Erfahrungen nicht dankbarer sein." Brailsford ist in England im Zuge einer Anti-Doping-Untersuchung wegen Fehlverhaltens im Team Sky unter Druck geraten. Im Zentrum der Anschuldigungen geht es um eine ominöse Medikamenten-Lieferung an Olympiasieger Bradley Wiggins während der Dauphiné-Rundfahrt im Juni 2011. Bislang hatten Brailsford und das Team die Vorwürfe kaum glaubwürdig entkräften können. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, wonach sich Sky-Akteure für einen Rückzug Brailsford ausgesprochen hätten. Dem traten zahlreiche Team-Mitglieder entgegen, indem sie öffentlich den Chef unterstützten. Nur Froome hatte bislang auf ein Statement verzichtet. mehr

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