Giglio
Rom

Costa-Kapitän räumt Mitschuld ein

Der Kapitän der Costa Concordia Francesco Schettino will einen Teil der Verantwortung für das Schiffsunglück vor der italienischen Insel Giglio übernehmen. Gleichzeitig rechtfertigte er seine Flucht von dem untergehenden Kreuzer. "In jenem Moment zwischen sterben, untertauchen oder hinunterfallen bin ich auf das Rettungsboot gegangen", sagte Francesco Schettino am Samstag vor Gericht. Die Costa war vor knapp drei Jahren gekentert. 32 Menschen starben, darunter zwölf Deutsche. mehr

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Unglückskapitän Schettino beschuldigt alle anderen

Schettino will nicht, dass die Kamera ihn während der Vernehmung zeigt. Also bekommt derjenige, der den Prozess im italienischen Fernsehen verfolgt, ein eigenartiges Szenario dargeboten: knarzende Audio-Aufnahmen von der Brücke, dazu wird auf eine Leinwand das Satellitenbild der Schiffsroute projiziert. Schettinos Stimme ertönt: "Ich wollte drei Fliegen mit einer Klappe schlagen", sagt der 54 Jahre alte Ex-Kapitän auf eine Frage des Staatsanwaltes. Sowohl zu Ehren des von der Insel stammenden Restaurantchefs der Costa Concordia als auch zu Ehren eines befreundeten Ex-Kapitäns habe er das Schiff am 13. Januar 2012 nahe an Giglio heranfahren lassen. Dazu seien "kommerzielle Aspekte" vonseiten der Reederei Costa Crociere gekommen. Der Reederei wünsche Küstenpassagen, um bei der Bevölkerung an Land für ihre Schiffe zu werben. Er zeichnet das Bild allgemeinen Versagens: "Glauben Sie nicht, dass ich keinen Schmerz für diese Dummheit empfinde. Es hätte genügt, miteinander zu sprechen." 32 Menschen kamen ums Leben, als das Kreuzfahrtschiff vor Giglio einen Felsen rammte und versank. mehr