Giorgio Napolitano
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Giorgio Napolitano . . . tritt in schwerer Zeit zurück

Giorgio Napolitano (89) lässt Italien nicht im Stich, wenn er wohl Mitte des Monats nach offiziellem Ende der italienischen EU-Ratspräsidentschaft aus Altersgründen zurücktritt. Er hat dann seine Pflicht erfüllt. Italiens Staatspräsident hatte in seiner Neujahrsansprache seine Landsleute auf den Wechsel im Amt vorbereitet. Seit Mai 2006 hatte Napolitano Italien als Präsident gedient und dabei mehrmals zwischen den tief zerstrittenen Parteien vermittelt. So konnte er ein Abgleiten des Landes ins politisch-wirtschaftliche Chaos verhindern. mehr

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Giorgio Napolitano ist mit fast 90 amtsmüde

Re Giorgio (König Giorgio) nennen die Italiener ihren Staatspräsidenten. Das hat zum einen mit dessen fortgeschrittenem Alter von 89 Jahren zu tun. Zum anderen ist Napolitano schon eine gefühlte Ewigkeit im Amt, als bislang einziger Staatspräsident ließ er sich für eine zweite Amtszeit wählen. Während seine Vorgänger in erster Linie als moralische Autorität aufgetreten sind, versteht Napolitano sein Amt hingegen vor allem politisch und gilt bei aller Unstabilität der italienischen Politik in den vergangenen Jahren als einziger fester Anker in Rom. Für Berlin und Brüssel ist der alte Mann, der seit acht Jahren im Quirinalspalast residiert, ein enorm wichtiger Garant. So war es Napolitano, der in der Finanzkrise 2011 den überforderten Silvio Berlusconi zum Rücktritt drängte und Mario Monti zum Premier machte. Jetzt droht die personifizierte Stabilität im italienischen Wirrwarr von Bord zu gehen, jüngste Spekulationen über einen Rücktritt zum Jahresende gelten als realistisch. mehr